Frage 2238

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Die Ausgiessung des Heiligen Geistes

 

Wenn wir überlegen, wann und warum der Heilige Geist auf die Erde gesandt wurde, dann können wir das nicht tun, ohne zu überlegen, zu welchen Anlass die Juden genau zu diesem Zeitpunkt in Jerusalem versammelt waren.

 

Die Juden hatten aus dem Wort Gottes heraus eindeutig eine Anweisung in Jerusalem zu sein, sonst wären nicht so viele aus den unterschiedlichen Sprachen in Jerusalem versammelt gewesen.

 

Nach den Anweisungen aus dem Gesetz Mose mussten die Juden zu einem bestimmten Anlass in Jerusalem sein.

  

„Und ihr sollt euch zählen vom anderen Tage nach dem Sabbath, von dem Tage, da ihr die Webegarbe gebracht habt: es sollen sieben volle Wochen sein. Bis zum anderen Tage nach dem siebten Sabbath sollt ihr fünfzig Tage zählen; und ihr sollt Jehova ein neues Speisopfer darbringen. Aus euren Wohnungen sollt ihr Webebrote bringen, zwei von zwei Zehnteln Feinmehl sollen es sein, gesäuert sollen sie gebacken werden, als Erstlinge dem Jehova. Und ihr sollt zu dem Brote darbringen sieben einjährige Lämmer ohne Fehl, und einen jungen Farren und zwei Widder (sie sollen ein Brandopfer dem Jehova sein) und ihr Speisopfer und ihre Trankopfer: ein Feueropfer lieblichen Geruchs dem Jehova. Und ihr sollt einen Ziegenbock zum Sündopfer opfern und zwei einjährige Lämmer zum Friedensopfer. Und der Priester soll sie weben samt dem Brote der Erstlinge als Webopfer vor Jehova, samt den zwei Lämmern: sie sollen Jehova heilig sein für den Priester. Und ihr sollt an diesem selbigen Tage einen Ruf ergehen lassen, eine heilige Versammlung soll euch sein; keinerlei Dienstarbeit sollt ihr tun: eine ewige Satzung in allen euren Wohnsitzen bei euren Geschlechtern.“ 3. Mose 23, 15-21

 

Also, alle Juden mussten nach Jerusalem um bei dem Fest der Wochen die Erstlinge der Weizenernste vor Gott zu bringen. Bei der Weizenernte hatte schon ein richtige Reife- und Wachstumsprozess eingesetzt. Ruth kam zu Beginn der Gerstenernste nach Bethlehem, aber sie blieb bis zur Beendigung der Weizenernte, da wurde vollkommen offenbar, dass sie zum Geschlecht des HERRN gehörte, obwohl sie eine Moabitin war. „Und so kehrte Noomi zurück, und Ruth, die Moabitin, ihre Schwiegertochter, mit ihr, welche aus den Gefilden Moabs zurückkehrte; und sie kamen nach Bethlehem beim Beginn der Gerstenernte.“ Rt 1, 22  

 

„Und das Fest der Wochen, der Erstlinge der Weizenernte, sollst du feiern; und das Fest der Einsammlung beim Umlauf des Jahres.“ 2. Mose 34,22

 

„Sieben Wochen sollst du dir zählen; von da an, wo man beginnt, die Sichel an die Saat zu legen, sollst du anfangen, sieben Wochen zu zählen. Und du sollst das Fest der Wochen Jehova, deinem Gott, feiern, je nach der freiwilligen Gabe deiner Hand, die du geben magst, so wie Jehova, dein Gott, dich segnen wird; und du sollst dich vor Jehova, deinem Gott, freuen, du und dein Sohn und deine Tochter, und dein Knecht und deine Magd, und der Levit, der in deinen Toren ist, und der Fremdling und die Waise und die Witwe, die in deiner Mitte sind, an dem Orte, den Jehova, dein Gott, erwählen wird, um seinen Namen daselbst wohnen zu lassen. Und du sollst gedenken, daß du ein Knecht in Ägypten gewesen bist, und sollst diese Satzungen beobachten und tun.“ 5. Mose 16,9-12

 

„Es wohnten aber in Jerusalem Juden, gottesfürchtige Männer, von jeder Nation derer, die unter dem Himmel sind. Als sich aber das Gerücht hiervon verbreitete, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt, weil jeder einzelne in seiner eigenen Mundart sie reden hörte. Sie entsetzten sich aber alle und verwunderten sich und sagten: Siehe, sind nicht alle diese, die da reden, Galiläer? Und wie hören wir sie, ein jeder in unserer eigenen Mundart, in der wir geboren sind: Parther und Meder und Elamiter, und die Bewohner von Mesopotamien und von Judäa und Kappadocien, Pontus und Asien, und Phrygien und Pamphylien, Ägypten und den Gegenden von Libyen gegen Kyrene hin, und die hier weilenden Römer, sowohl Juden als Proselyten, Kreter und Araber - wie hören wir sie die großen Taten Gottes in unseren Sprachen reden? Sie entsetzten sich aber alle und waren in Verlegenheit und sagten einer zum anderen: Was mag dies wohl sein?“ Apg. 2, 5-12

 

Der Heilige Geist kommt also genau zum Fest der Wochen, bei dem die Erstlinge der Weizenernte dargebracht werden, auf die Erde. Hier finden wir eine interessante Parallele zu der Aussage des HERRN „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein, wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht“ Joh. 12,24 und der Tatsache, dass die Bibel sagt: „Nach seinem eigenen Willen hat er uns durch das Wort der Wahrheit gezeugt, auf dass wir eine gewisse Erstlingsfrucht seiner Geschöpfe seien.“ Jak. 1,18.

 

Wir können diesen Begriff „eine gewisse Erstlingsfrucht“ nicht ohne weiteres verstehen. Es hat doch schon in den viertausend Jahren vor Jakobus Gläubige gegeben (Hebr. 11). Wieso jetzt auf einmal eine „gewisse Erstlingsfrucht“? Nun, wir sind die Erstlingsfrüchte der Weizenernte! Gott kennt ebenfalls unterschiedliche Ernten. Wenn wir das Alte Testament aufmerksam lesen, dann können wir das feststellen. Gott wollte an einem ganz besonderen Tag, nämlich an dem ersten Tag der Woche und zwar sieben Wochen nach dem Passah die Erstlingsfrucht der Weizenernte in Verbindung mit Schlachtopfern (Feueropfern) dargebracht haben. Hier soll jetzt nicht wieder auf unterschiedliche Haushaltungen eingegangen werden, aber der Gedanke leuchtet sehr deutlich hervor.

 

Der Heilige Geist kommt 10 Tage nach der Himmelfahrt des HERRN Jesus auf die Erde. Was hielt den Heiligen Geist zurück? In einem anderen Zusammenhang haben wir schon gesehen, dass wir keinen Zeitpunkt oder Zeitraum kennen, indem sich Gott gleichzeitig in verschiedenen Formen auf der Erde präsentiert. Wenn also nur die Anwesenheit des HERRN auf der Erde der Grund wäre, warum der Heilige Geist nicht kam, dann hätte er doch direkt nach der Himmelfahrt des HERRN kommen können. Neben dem Zeugnis zum Fest der Wochen gibt es noch einen weiteren Grund. „denn noch war der Geist nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht worden war.“ Joh. 7,39. Johannes teilt uns also mit, dass der Heilige Geist erst kommen konnte, als der HERR Jesus verherrlicht war. Die Bitte des HERRN aus Johannes 17,5 „Und nun verherrliche du, Vater, mich bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war.“

 

Die Tätigkeit des Heiligen Geistes beschreibt der HERR sehr eindrucksvoll in Johannes 16,7-14 „Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch nützlich, dass ich weggehe, denn wenn ich nicht weggehe, wird der Sachwalter nicht zu euch kommen; wenn ich aber hingehe, werde ich ihn zu euch senden. Und wenn er gekommen ist, wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und von Gericht. Von Sünde, weil sie nicht an mich glauben; von Gerechtigkeit aber weil ich zu [meinem] Vater gehe, und ihr mich nicht mehr sehet; von Gericht aber, weil der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was irgend er hören wird, wird er reden, und das Kommende wird er euch verkündigen. Er wird mich verherrlichen, denn von dem Meinen wird er empfangen und euch verkündigen“

 

Also ist der HERR vom Vater verherrlicht worden. Dies geschah in dem Zeitraum zwischen der Himmelfahrt des HERRN und Pfingsten. Es gibt Ausleger, die sagen dass die Verherrlichung des HERRN 10 Tage dauerte. Es gibt keinen Grund an dieser Auslegung etwas zu ändern.

 

Wir können also festhalten:

1.      Zwischen der Himmelfahrt und Pfingsten wurde der HERR vom Vater verherrlicht.

2.      Das kommen des Heiligen Geistes an Pfingsten bestätigt uns, dass wir eine gewisse Erstlingsfrucht der Weizenernte sind.

3.      Der Heilige Geist ist jetzt weiter damit beschäftigt den HERRN zu verherrlichen

 

Wie geschieht diese Verherrlichung des HERRN?

 

Die Verherrlichung Gottes steht in der Bibel immer in Verbindung mit der Wohnung Gottes bei den Menschen. In Verbindung mit der Wohnung Gottes bei den Menschen steht die Anbetung Gottes. Das große Thema in den letzten Kapiteln der Bibel ist wieder die Wohnung Gottes bei den Menschen. Wie sehen jetzt die Dinge aus?

 

  • Verherrlichung des Herrn
  • Wohnung Gottes bei den Menschen
  • Anbetung

 

Durch die Anwesenheit des  Heiligen Geistes auf der Erde werden genau diese drei Dinge bewirkt.

 

Er verherrlicht den HERRN Jesus, wie wir oben schon gesehen haben.

 

Durch den Heiligen Geist sind der Vater und der Sohn gekommen und haben Wohnung bei (in) uns gemacht. Joh. 14,23. Darum sind auch unsere Leiber „Tempel des Heiligen Geistes“ 1. Kor. 6,19. Durch den Heiligen Geist ist Christus in uns, „die Hoffnung der Herrlichkeit“ Kol. 1,27.

 

Weil wir selbst Wohnung Gottes sind, darum können wir anbeten, darum können wir hinzunahmen, können anbeten in Geist und Wahrheit.

 

Als der HERR Jesus hier auf der Erde war, da hat er das Prinzip, dass niemand sich selbst die Ehre nimmt, konsequent durchgehalten. „Und niemand nimmt sich selbst die Ehre, sondern als von Gott berufen, gleichwie Aaron. Also hat auch der Christus sich nicht selbst verherrlicht, um Hoherpriester zu werden, sondern der, welcher zu ihm gesagt hat: „Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.“ Wie er auch an anderer Stelle sagt: „Du bist Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.“ Hebr. 5,4-6. So nimmt auch der Heilige Geist sich nicht selbst die Ehre. Er ist hier auf der Erde um den HERRN zu verherrlichen.

 

Wir haben jetzt, so zum Schluss unserer Überlegungen und ganz nebenbei noch den Grund dafür gefunden, warum der Geist, der sich für uns in unaussprechlichen Seufzern verwendet, Rö. 8,26 sich nie an sich selbst wenden wird, warum wir nicht zum Heiligen Geist beten können. Der Heilige Geist würde sich dann, im Gegensatz zum HERRN, selbst die Ehre nehmen. Das kann es bei dem Dreieinen Gott nicht geben. Auch der Vater hat sich nicht selbst die Ehre genommen, sondern der Sohn hat ihn verherrlicht. Johannes 17

U. Brinkmann