Frage 2245

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Lieber Hans Peter,
 
in 5. Mo. 22,28+29 finden wir: "Wenn ein Mann ein Mädchen findet, eine Jungfrau, die nicht verlobt ist, und ergreift sie und liegt bei ihr, und sie werden gefunden: so soll der Mann der bei ihr gelegen hat, dem Vater des Mädchens fünfzig Sekel Silber geben; und sie soll sein Weib sein, darum dass er sie geschwächt hat, er kann sie nicht entlassen alle seine Tage"
 
Auch in 2. Mose 22,15+16 lesen wir: "Und so jemand eine Jungfrau betört, die nicht verlobt ist, und liegt bei ihr, so soll er sie gewißlich durch eine Heiratsgabe sich zum Weibe erkaufen"
 
Aus diesen Stellen habe ich immer geschlossen, dass vorehelicher Geschlechtsverkehr Hurerei ist und das ein Paar darüber Buße tun muss. Jetzt kommen immer öfter Ideen auf, bei denen die Meinung geäußert wird, dass Geschlechtsverkehr und Zusammenziehen dann Ehe seien.
 
Sowohl die fünfzig Sekel Silber (Silber = Sühnung) aus 5. Mose 22 als auch die Heiratsgabe aus 2. Mose 22, die auch gegeben werden musste, wenn der Vater des Mädchens nicht bereit war sie dem Mann zu geben (Vers 17) haben meiner Meinung nach immer verdeutlicht, dass eine Ehe nie nur durch Übereinkunft zwischen den beiden Beteiligten sondern immer in Anwesenheit von Zeugen geschlossen wird. Sowohl in 5. Mose 22 als auch in 2. Mose 22 sieht man deutlich, dass die vorgefallene Sünde offenbart = bekannt werden muss. Natürlich ist hier sozusagen die Ehe die Strafe für die Hurerei, was in 5. Mose 22 ganz besonders deutlich wird, trotzdem bleibt der ursprüngliche Geschlechtsakt Sünde.
 
Bevor jetzt jemand behauptet ich würde hier nur aus dem mosaischen Gesetz reden und damit Christen unter Gesetz stellen, will ich noch darauf hinweisen, dass schon die Söhne Jakobs in 1. Mo. 34 die Tatsache das Sichem mit Dina geschlafen hatte als Schandtat empfanden. In Vers 34 sagen Simeon und Levi zu Jakob: "Sollte man unsere Schwester wie eine Hure behandeln?"
 
Ich bitte darum die Zitate aus 1. Mose 34 nicht als Entschuldigung des verwerflichen Handelns der Söhne Jakobs zu verstehen. Es geht einfach darum, wie ein Geschlechtsakt zwischen Nichtverlobten angesehen wird.
 
Wenn nun heute behauptet wird, dass was damals eine Schandtat war sei jetzt die Ehe und nicht Hurerei, dann kommt da meiner Meinung der Zeitgeist zum Ausdruck und nicht "christliche Freiheit" vom Gesetz.
 
herzliche Grüße
 
Ulrich  

 

Lieber Ulrich,

nun, auch diejenigen, die das Sabbathgebot halten wollen, stützen sich auf die Zeit vor dem Gesetz. Die erste Sabbathruhe hat es bereits am siebten Schöpfungstag gegeben... ist die Argumentation der "Sabbathfeierer" dadurch nun legitimiert (weil Du ja auch so argumentierst, dass dies (Eheschliessung, Hurerei) und jenes (Tätowieren) ja auch schon vor dem Gesetz vorkommt https://bibelkreis.ch/fragenab2000/frage_2243.htm )??

IN Jesus, Christian

PS: Persönlich glaube ich, dass das, was für uns lehrmäßig wichtig ist, alles im Neuen Testament vorkommt.

1) Sabbath: Es gibt noch eine Sabbathruhe für das Volk Israel.

2) Sabbath: Wir sind schon zur Ruhe eingegangen in Jesus.

3) Hurerei: Gibt's nicht im NT eindeutige Stellen, nicht Hurerei zu treiben?

Wie eine Ehe jedoch geschlossen wird, da gibt's nicht so eindeutige Schriftstellen.
a) Jedenfalls mit Zeugen.
 b) In BRD/A/CH wird momentan am Standesamt geheiratet (kulturabhängig). Da gibt's Zeugen, Gott sieht es.

Alles wird sogar in ein Buch eingetragen.

4) Eheschliessung: Ich möchte mal in den Raum stellen, ob es eine Definition von Ehe gibt. "deshalb wird ein Mann
a) Vater und Mutter verlassen,
b) seinem Weibe anhangen, und
c) die zwei werden ein Fleisch sein." Insofern ist der Imperativ (Befehl): "Das Ehebett sei unbefleckt!" für mich auch ganz klar. Es geht nicht nur um eine Ehe-Absicht, sondern um das 'tun'.

5) Hurerei und Jesus: Jesus sagte auch ganz eindeutige Stellen, wann eine "Ehe" gebrochen (Ehebruch) sei: nämlich nicht (mal) die Scheidung ist der Ehebruch, sondern das (meist darauf) folgende Wiederverheiraten. Jesus spricht nicht davon, wann eine Ehe zustande gekommen ist, sondern nur vom Ehebruch.

So die neutestamentliche Lehre.

PS: Nicht falsch verstehen. Die Stelle in 2. Mose 22,15+16 ist nicht im Widerspruch zum NT und vor allem nicht im Widerspruch mit 1.Mose 2,24: Das 'nur miteinander schlafen' wird einfach dem ganzheitlichen Ansatz einer Ehe-Beziehung nicht gerecht.

PS2: Für einen NT-Gläubigen gilt auch, dass er sich dem Staate unterordnet.

Deshalb in A/D/CH (momentan) das Standesamt. Jedenfalls würde ich nie zweimal mich an eine Frau verheiraten (Standesamt und danach nochmal 'kirchlich'), denn ich meine, dass Gott und auch die Zeugen beim Standesamt sind. Apropos Zeugen: Jeder, der von einer Heirat Kenntnis bekommt, ist in einer Art Zeuge (er kann's bezeugen, dass...). Falls Du jetzt sagst, dass man in BRD keine Zeugen mehr braucht, ist das meine ich zu kurz gegriffen:

Standesbeamter und Frau und Mann sind schon mal 'drei', meist sind noch mind. die Eltern zugegen .....

Christian T.

Lieber Ulrich

In 1. Mose 24 und Johannes 3 finden wir je ein wundervolles Bild einer Eheschliessung. In 1. Mose 24 war mindestens der Knecht der Zeuge, dass Isaak seine Rebekka in das Zeit der verstorbenen Mutter einführte. Ein herrliches Bild davon, dass Christus, nach der Beseitesetzung Israels, (1. Mose 23) eine Braut aus fernem Land, mit der Er aber auf eine wunderbare Art verbunden ist, besitzt.  Bald werden sich aber dann auch wieder in Israel die Gräber öffnen und dann bekommt Er seine irdische  Braut, für die ER auch am Kreuz von Golgatha gelitten hat.

In Joh 3 ist es der grösste der AT Propheten, der hoch erfreut ist über die freudige Stimme des Bräutigams.  Heimlich heiraten gibt es nicht. Heimlich ist in dem Fall Sünde = Hurerei.

Hans Peter