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Menschen ohne Mutter

Verfasser:  Ulrich Brinkmann

Immer wieder begegnen uns im Neuen Testament Menschen, die weder biologisch noch genetisch eine Mutter haben. Diese Menschen werden auch immer wieder mit einander verglichen und gegenüber gestellt. Dabei stellt uns die Bibel auf beeindruckende Weise vor, dass jeder lebende Mensch, der natürlich sowohl biologisch und genetisch eine Mutter hat einem Menschen ohne Mutter entspricht.

Wenn man unter bibelgläubigen Menschen die Frage stellt, welcher Mensch denn keine Mutter hat, dann erhält man ziemlich sicher die Antwort: „Adam“!

  • Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn; Mann und Frau schuf er sie.“ 1. Mose 1,27

  • Und Gott der HERR bildete den Menschen, Staub vom Erdboden, und hauchte in seine Nase den Odem des Lebens; und der Mensch wurde eine lebendige Seele.“ 1. Mose 2,7

Die erhaltene Antwort entspricht also durchaus dem, was uns die Bibel mitteilt und der Antwort Gebende bringt erst einmal zum Ausdruck, dass er dem Wort Gottes glaubt.

An dieser Stelle wollen wir aber festhalten, dass Gott uns hier schon ein wichtiges Prinzip mitteilt. Wer ein Mensch ist und ob jemand Mensch ist, entscheidet allein Gott. Wir lernen weiter in der Bibel, dass der Adam aus 1. Mose 1 und 2 der „erste Mensch“ ist und er ist vom Staub.

  • So steht auch geschrieben: Der erste Mensch, Adam, wurde eine lebendige Seele; der letzte Adam ein lebendig machender Geist.“ 1. Kor. 15,45

  • Der erste Mensch ist von der Erde, von Staub; der zweite Mensch vom Himmel.“ 1. Kor. 15,47

Also, wir haben einen ersten Menschen, dieser ist vom Staub und Gott hat gesagt, dass er Mensch ist. Niemand kommt auf die Idee, die Menschheit des ersten Menschen von irgendjemand anderem herzuleiten als von Gott.

Nun haben wir in 1. Kor. 15,47 schon festgestellt, dass es da noch einen zweiten Menschen gibt, der auch in 1. Kor. 15,45 schon der letzte Adam genannt wird. Dieser zweite Mensch ist vom Himmel. Wir haben oben schon festgehalten, dass Gott uns bereits auf den ersten Seiten der Bibel ein wichtiges Prinzip mitteilt, nämlich wer ein Mensch ist, dass bestimmt Gott. Bei allen anderen Geschöpfen war das anders, sie wurden zu Adam gebracht und Adam gab ihnen Namen.

  • Und Gott der HERR bildete aus dem Erdboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels, und er brachte sie zu dem Menschen, um zu sehen, wie er sie nennen würde; und wie irgend der Mensch ein lebendiges Wesen nennen würde, so sollte sein Name sein.“ 1. Mose 2,19

Das ist schon ein ziemlich beeindruckender Vorgang. Gott bestimmt wer Mensch ist und das der Mensch - Mensch, nämlich Adam, heißt, aber dann bestimmt Adam, wie jedes lebendige Wesen heißen sollte.

Jetzt tritt der zweite Mensch, der letzte Adam in diese Schöpfung ein. Dieser ist nicht gemacht und vom Staub wie der erste Mensch, sondern dieser ist gezeugt (Ps. 2,7; Apg. 13,33; Hebr. 1,5; Hebr. 5,5) und Gott sagt ganz einfach das er der Mensch vom Himmel ist. Gott hat auch in seinem Wort ganz deutlich dafür gesorgt, dass er entscheidet wie dieser zweite Mensch, der letzte Adam heißt.

  • Sie wird aber einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Jesus nennen; denn er wird sein Volk erretten von ihren Sünden.“ Matt. 1,21

  • und siehe, du wirst im Leib empfangen und einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Jesus nennen.“ Luk. 1,31

Es haben sich viele erdreistet, genau dies nicht zu glauben sondern sich selbst ein Urteil anzumaßen, woher denn der Herr Jesus seine Menschheit habe. Selbst solche, die behaupten bibeltreu und durch das Blut des Heilands gerettet zu sein, meinen, die Jungfrau Maria hätte einen, wie auch immer gearteten Anteil an seiner Menschheit. Ein solcher Gedanke, auch der Gedanke der so genannten unbefleckten Empfängnis, ist der Bibel völlig fremd.

Der Herr Jesus ist der Mensch vom Himmel, Gott hat es in seinem Wort so gesagt, und die Jungfrau Maria, die ein sündiger Mensch vom Staube war, war nichts anderes als das Vehikel, durch das der Mensch vom Himmel in diese Schöpfung eingetreten ist. Die jungfräuliche Geburt ist für jeden ein Glaubensprüfstein. Wenn jemand meint, Jesus sei im biologisch genetischen Sinn Sohn der Jungfrau Maria, dann kann jemand, der dies glaubt nicht gerettet werden. Wenn Maria irgendeinen Anteil an der Menschwerdung des Herrn Jesus gehabt hätte, er also so eine Art halber Mensch vom Staube und halber Mensch vom Himmel wäre, dann wäre das Blut des Herrn von dieser Schöpfung und Errettung wäre unmöglich.

Die Bibel ist voll von Hinweisen darauf, dass der Herr Jesus nämlich überhaupt nicht von dieser Schöpfung, also nicht von dieser Welt ist. Sowohl in den Psalmen als auch in den Sprüchen geht es schon um die Frage, wie man denn hinaufsteigen kann in den Himmel.

  • Du bist aufgefahren in die Höhe, du hast die Gefangenschaft gefangen geführt; du hast Gaben empfangen im Menschen, und selbst für Widerspenstige, damit Jah, Gott, eine Wohnung habe.“ Psalm 68,19

  • Wer ist hinaufgestiegen zum Himmel und herabgekommen? Wer hat den Wind in seine Fäuste gesammelt, wer die Wasser in ein Tuch gebunden? Wer hat alle Enden der Erde aufgerichtet? Was ist sein Name, und was der Name seines Sohnes, wenn du es weißt?“ Sprüche 30,4

Gerade aus Sprüche 30 lernen wir, dass der Hinaufsteigende auch herabgestiegen ist. Der Herr Jesus erläutert diese Frage auch mit Nikodemus in Johannes 3, wir finden den Gedanken in Römer 10,6 und auch in Epheser 4,8-9 wieder. Immer geht es darum, dass jemand von außerhalb dieser Schöpfung in diese Schöpfung hineinkommt, herabsteigt.

Bei dieser Tatsache handelt es sich um ein entscheidendes Element in der Frage der Errettung von Menschen aus dieser Welt. Der Herr Jesus macht deutlich, dass es ein Glaubensmoment im Leben von Menschen gibt, da findet der Vater in dem Menschen einen Grund ihn zu lieben.

  • denn der Vater selbst hat euch lieb, weil ihr mich lieb gehabt und geglaubt habt, dass ich von Gott ausgegangen bin.“ Joh. 16,27

Der Vater liebt die, die glauben, dass der Herr Jesus von Gott ausgegangen ist. Wir haben hier nicht anderes vor uns, als dieses Hinabsteigen in die Schöpfung. Nur wenn ich an den Herrn Jesus so glaube, dann habe ich Blut zu meiner Vergebung, welches nicht von dieser Schöpfung ist. Blut eines Menschen vom Staube kann nur nach Rache schreien.

  • Und er sprach: Was hast du getan! Horch! Das Blut deines Bruders schreit zu mir von dem Erdboden her. Und nun, verflucht seist du vom Erdboden weg, der seinen Mund aufgetan hat, um das Blut deines Bruders von deiner Hand zu empfangen!“ 1. Mose 4,10-11

Abels Blut ist wohl das gerechteste Blut eines Menschen vom Staube, welches vergossen wurde. Aber es kann nur nach Rache schreien. Das Blut Christi aber spricht den gerecht, der dieses Blut für sich als persönliches Sühnemittel in Anspruch nimmt. Es ist das Blut des Menschen vom Himmel, dieses Blut ist nicht von dieser Welt.

  • in dem wir die Erlösung haben durch sein Blut, die Vergebung der Vergehungen, nach dem Reichtum seiner Gnade,“ Eph. 1,7

  • und durch ihn alle Dinge mit sich zu versöhnen � indem er Frieden gemacht hat durch das Blut seines Kreuzes �, durch ihn, es seien die Dinge auf der Erde oder die Dinge in den Himmeln.“ Kol. 1,20

  • Darum hat auch Jesus, damit er durch sein eigenes Blut das Volk heiligte, außerhalb des Tores gelitten.“ Hebr. 13,12

Der Herr Jesus macht auch sonst immer wieder deutlich, dass er nicht von dieser Schöpfung, sprich nicht von dieser Welt ist.

  • Und er sprach zu ihnen: Ihr seid von dem, was unten ist, ich bin von dem, was oben ist; ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt.“ Joh. 8,23

  • Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, wie ich nicht von der Welt bin.“ Joh. 17,14

  • Sie sind nicht von der Welt, wie ich nicht von der Welt bin.“ Joh. 17,16

Nur auf dieser Basis macht die Betonung Sinn, dass Christus, wie wir oben schon gesehen haben, mit seinem eigenen Blut gekommen ist.

  • auch nicht mit Blut von Böcken und Kälbern, sondern mit seinem eigenen Blut ist ein für alle Mal in das Heiligtum eingegangen, als er eine ewige Erlösung erfunden hatte.“ Hebr. 9,12

Für uns sind die Parallelen, aber auch die Unterschiede zwischen Adam und Christus von außerordentlicher Bedeutung. In beiden Fällen treffen wir auf Menschen, die ihr Menschsein nicht von einer Mutter ableiten, sondern bei denen Gott einfach sagt: „Er ist Mensch!“

Adam ist der Mensch vom Staub und Christus ist der Mensch vom Himmel!

Abraham der unser aller Vater ist!

Im zweiten Teil von Römer 5 finden wir die Gegenüberstellung dieser beiden Menschen „ohne“ Mutter. Bereits in Römer 4 wird deutlich, dass alle Gerechtfertigten Abraham zum Vater haben.

  • Darum ist es aus Glauben, damit es nach Gnade sei, damit die Verheißung der ganzen Nachkommenschaft fest sei, nicht allein der vom Gesetz, sondern auch der vom Glauben Abrahams, der unser aller Vater ist (wie geschrieben steht: ?Ich habe dich zum Vater vieler Nationen gesetzt) vor dem Gott, dem er glaubte, der die Toten lebendig macht und das Nichtseiende ruft, wie wenn es da wäre; der gegen Hoffnung auf Hoffnung geglaubt hat, damit er ein Vater vieler Nationen würde, nach dem, was gesagt ist: ?So wird deine Nachkommenschaft sein.“�Römer 4,16-18

Der Gedanke der Vaterschaft Abrahams zieht sich durch einen großen Teil des Römerbriefes. Er beginnt in Römer 4 und der Gedanke zieht sich durch bis Römer 11. Wir finden aber diesen Gedanken auch in besonderer Form im zweiten Teil von Römer 5. Dort wird deutlich, dass nur solche Abraham zum Vater haben, die auch das Bild des Menschen vom Himmel tragen werden, darum scheint es sinnvoll zu sein, sich Römer 5,12-21 noch einmal aus diesem Blickwinkel anzusehen.

Bevor wir uns dem Abschnitt von Römer 5 zuwenden wollen wir noch einen kurzen „Ausflug“ in das Johannesevangelium machen, denn auch dort wird uns gezeigt, dass Abraham in einer besonderen Beziehung zum Herrn Jesus steht.

  • Ich weiß, dass ihr Abrahams Nachkommen seid; aber ihr sucht mich zu töten, weil mein Wort keinen Raum in euch findet.“ Joh. 8,37

  • Ihr seid aus dem Vater, dem Teufel, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun. Er war ein Menschenmörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit, weil keine Wahrheit in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und ihr Vater.“ Joh. 8,44

  • Abraham, euer Vater, frohlockte, dass er meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn und freute sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und hast Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham wurde, bin ich.“ Joh. 8,56-58

Wir haben bereits weiter oben gesehen, dass der Herr den Juden unter anderem in Joh. 8 deutlich macht, dass er nicht von dieser Welt ist. In Hebräer 11 wird deutlich, dass Abraham Fremdling und ohne Bürgerrecht auf der Erde war und das Abraham die Stadt erwartete, die Grundlagen hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist. Abraham hat deutlich gezeigt, dass er nicht zu dieser Welt gehörte. Ebenso wie der gerechte Abraham nicht zu dieser Welt gehörte, gehören alle Gerechtfertigten nicht zu dieser Welt, darum betont der HERR dies so ausdrücklich in seinem Gebet in Johannes 17.

Römer 5,12-21

Darum, so wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod und so der Tod zu allen Menschen durchgedrungen ist, weil sie alle gesündigt haben (denn bis zu dem Gesetz war Sünde in der Welt; Sünde aber wird nicht zugerechnet, wenn kein Gesetz da ist. Aber der Tod herrschte von Adam bis auf Mose, selbst über die, die nicht gesündigt hatten in der Gleichheit der Übertretung Adams, der ein Vorbild des Zukünftigen ist. Ist nicht aber wie die Übertretung so auch die Gnadengabe? Denn wenn durch die Übertretung des einen die vielen gestorben sind, so ist viel mehr die Gnade Gottes und die Gabe in Gnade, die durch den einen Menschen, Jesus Christus, ist, zu den vielen überströmend geworden. Und ist nicht wie durch einen, der gesündigt hat, so auch die Gabe? Denn das Urteil war von einem zur Verdammnis, die Gnadengabe aber von vielen Übertretungen zur Gerechtigkeit. Denn wenn durch die Übertretung des einen der Tod durch den einen geherrscht hat, so werden viel mehr die, welche die Überfülle der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit empfangen, im Leben herrschen durch den einen, Jesus Christus): also nun, wie es durch eine Übertretung gegen alle Menschen zur Verdammnis gereichte, so auch durch eine Gerechtigkeit gegen alle Menschen zur Rechtfertigung des Lebens. Denn so wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die vielen in die Stellung von Sündern gesetzt worden sind, so werden auch durch den Gehorsam des einen die vielen in die Stellung von Gerechten gesetzt werden. Das Gesetz aber kam daneben ein, damit die Übertretung überströmend würde. Wo aber die Sünde überströmend geworden ist, ist die Gnade noch überreichlicher geworden, damit, wie die Sünde geherrscht hat im Tod, so auch die Gnade herrsche durch Gerechtigkeit zu ewigem Leben durch Jesus Christus, unseren Herrn.“

Wir finden in diesem Abschnitt, dass ein Mensch entweder zu dem Typ „erster Adam“ gehört oder er gehört zu dem Typ „letzter Adam“. Jeder, der nicht geglaubt hat, dass der Herr Jesus von Gott ausgegangen ist, der nicht Vergebung seiner Sünden durch das Blut des Menschen vom Himmel hat, gehört noch zu dem Typ „erster Adam“. Durch diesen einen (ersten) Menschen ist die Sünde mit allen Konsequenzen in die Welt gekommen. Von dem Augenblick an, wo Adam die Sünde in die Welt gebracht hat, konnte Adam zur Abschaffung der Sünde als Natur und zur Abwendung der Folge der Sünde nichts beitragen.

Adam ist die Krone der Schöpfung gewesen und Adam hatte die Möglichkeit an himmlischen Dingen teilzuhaben, aber er hat es nicht gewählt. In Eden gab es den Baum des Lebens, der nicht von dieser Schöpfung ist. Wir finden diesen Baum nämlich auch in Offenbarung 2 im Paradies Gottes wieder.

  • Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Versammlungen sagt! Dem, der überwindet, dem werde ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, der in dem Paradies Gottes ist.“ Off. 2,7

Und wir finden den Baum des Lebens dreimal in Offenbarung 22 dreimal:

  • In der Mitte ihrer Straße und des Stromes, diesseits und jenseits, war der Baum des Lebens, der zwölf Früchte trägt und jeden Monat seine Frucht gibt; und die Blätter des Baumes sind zur Heilung der Nationen.“ Off. 22,2

  • Glückselig, die ihre Kleider waschen, damit sie ein Recht haben an dem Baum des Lebens und durch die Tore in die Stadt eingehen!“ Off. 22,14

  • und wenn jemand von den Worten des Buches dieser Weissagung wegnimmt, so wird Gott sein Teil wegnehmen von dem Baum des Lebens und aus der heiligen Stadt, wovon in diesem Buch geschrieben ist.“ Off. 22,19

Es ist ganz deutlich, nichts aus dieser Schöpfung kann in der Gegenwart des heiligen und gerechten Gottes bestehen und es kommt auch nichts aus dieser Schöpfung in das Vaterhaus, in den ewigen Bereich hinein. Selbst Adam in seinem unschuldigen Zustand hatte keinen Zutritt zu diesem Bereich. Gott hatte den Baum des Lebens in die Mitte des Gartens gestellt und Gott wartete ganz offensichtlich darauf, dass Adam der Erlaubnis Gottes, von allem samenbringenden zu essen Gebrauch machen würde.

  • Und Gott sprach: Siehe, ich habe euch alles samenbringende Kraut gegeben, das auf der Fläche der ganzen Erde ist, und jeden Baum, an dem samenbringende Baumfrucht ist: Es soll euch zur Speise sein;“ 1. Mose 1,29

Adam hat nicht nur das Verbot Gottes übertreten, Adam hat auch eine ganze Reihe von Erlaubnissen und Anweisungen Gottes nicht Folge geleistet. Adam hat die Sünde in die Welt gebracht und die Schöpfung der Nichtigkeit unterworfen. Gleichzeitig gab es keine Möglichkeit mehr von dem Baum des Lebens zu essen.

  • Und Gott der HERR sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie einer von uns, zu erkennen Gutes und Böses; und nun, dass er nicht seine Hand ausstrecke und auch vom Baum des Lebens nehme und esse und ewig lebe! Und Gott der HERR schickte ihn aus dem Garten Eden hinaus, den Erdboden zu bebauen, wovon er genommen war; und er trieb den Menschen aus und ließ östlich vom Garten Eden die Cherubim lagern und die Flamme des kreisenden Schwertes, um den Weg zum Baum des Lebens zu bewachen.“ 1. Mose 3,22-24

Damit war deutlich, dass der Tod zu allen Menschen durchdringen musste, denn alle Menschen haben gesündigt. Man könnte jetzt auf den Gedanken verfallen, dass jeder Mensch auf Grund der Natur, die er von Adam erhalten hat, gestorben sei und im Grunde genommen stimmt dies Annahme auch. Adam ist sozusagen verantwortlich für alle seine Nachkommen. Es ist aber überhaupt nicht so, dass Menschen sterben, nur weil sie von Adam abstammen. Menschen sterben, weil sie sündigen und unabhängig von Gott leben. Auch wenn das sündigen nicht in einer konkreten und bewussten Übertretung besteht, so wie bei Adam, so haben sie doch alle gesündigt. Selbstverständlich kommen die Tatsünden aus der sündigen Natur, aber ich muss die Sünde, dass Aufbegehren gegen Gott immer noch bewusst zulassen. Zu Anfang handelt jeder Mensch gegen sein Gewissen, welches ihn anklagt. Schon Henoch sprach von gottlosen Taten und Worten die Gericht nach sich ziehen würden.

  • Es hat aber auch Henoch, der Siebte von Adam, von diesen geweissagt und gesagt: Siehe, der Herr ist gekommen inmitten seiner heiligen Tausende, um Gericht auszuführen gegen alle und zu überführen alle Gottlosen von allen ihren Werken der Gottlosigkeit, die sie gottlos verübt haben, und von all den harten Worten, die gottlose Sünder gegen ihn geredet haben. Diese sind Murrende, mit ihrem Los Unzufriedene, die nach ihren Begierden wandeln; und ihr Mund redet stolze Worte, und um des Vorteils willen bewundern sie Personen.“ Judas 1,14-16

In der Art und Weise, wie er seine Natur weitergegeben wird, ist Adam ein Vorbild auf den Zukünftigen, auf den letzten Adam. Weiter oben haben wir schon von einen Prinzip gesprochen, welches Gott und in dem ersten Menschen offenbart hat. Dieses Prinzip gilt auch im Bezug auf die Natur, im Bezug auf das Bild, welches der jeweilige Mensch trägt.

So wie der Mensch vom Staube die Sünde als Natur allen Menschen vererbt die nicht glauben, so gibt Christus denen, die glauben, die Gnadengabe. Alle, die nicht glauben sterben. Alle, die glauben empfangen die Gnadengabe und leben. Wir haben schon in Rö. 4,16 gesehen, dass es aus Glauben ist, damit es nach Gnade sei. Rö. 4,5 macht deutlich, dass der Glaube kein Werk ist, so auch Eph. 2,8-10.

Das Prinzip bei Adam lautet, dass durch die Übertretung des einen die vielen gestorben sind, weil sie gesündigt und nicht geglaubt haben. Die Tat Adams strömt zu allen aus. Aber die Gnade Gottes in dem Herrn Jesus geht viel weiter, ist viel mehr! Sie ist durch den einen Menschen, Jesus Christus, zu den vielen überströmend geworden.

Hier wird ganz deutlich, dass die Gnade weit über den Verlust Adams hinausgeht. Adam hat durch seinen Ungehorsam seine Unschuld verloren. Aber als Adam noch unschuldig war, da war er auch ein Mensch vom Staub. Insofern ist die Gnade durch den Herrn Jesus überströmend geworden. Der Herr Jesus hat nicht aus Sündern wieder Unschuldige gemacht, der Herr Jesus hat aus Sündern die glauben Gerechte gemacht, die das Bild des Himmlischen tragen werden.

Dadurch wird aufs Neue deutlich, dass der Herr Jesus sein Menschsein in keiner Weise von Adam oder auch von Maria herleiten kann, unmöglich! Dann wäre Rettung originär durch Adam, durch einen Menschen vom Staub möglich!

Wir haben schon vorher festgehalten, dass Adam als Unschuldiger nicht passend war für die Gegenwart Gottes, er konnte keine Gemeinschaft mit Gott haben. 1. Joh. 1 stellt uns vor, dass Sünde in der Gegenwart Gottes und in Gemeinschaft mit ihm nicht vorkommen kann. Es hätte die Gedanken Gottes nicht erfüllt, wenn wir auf Grund des Glaubens durch die Gnade nur wieder unschuldig geworden wären. Wir hätten dann, genau wie Adam wieder Sünder werden können, es hätte die Möglichkeit bestanden wieder zurückzufallen.

Die Gabe Gottes ist überströmend geworden, sie drückt sich darin aus, dass wir gerechtfertigt sind aus Glauben und das wir mittels des Glaubens auch Zugang haben zu der Gnade in welcher wir stehen siehe Rö. 5,1-2. Also ändert sich das Prinzip nicht mehr. Wir sind aus Gnade gerettet, aber wir stehen und leben auch jetzt in der Gnade, in welcher wir stehen. Die Gnade hört nicht auf, sie kennt keine Grenzen, sie überströmt alles.

Durch die Übertretung des ersten Menschen hat der Tod durch Satan regiert (Hebr. 2,14)dem steht aber ein „viel mehr“ und „eine Überfülle an Gnade“ gegenüber, denn jetzt herrscht nicht das Leben im Gegensatz zum Tod, auch nicht einer sondern viele. Die, die die Überfülle der Gnade und die Gabe der Gerechtigkeit empfangen haben, herrschen im Leben durch Jesus Christus.

Auch hier sehen wir wieder einen gewaltigen Gegensatz zwischen dem ersten und dem letzten Adam. Der erste Adam konnte die Sünde in die Welt bringen, aber der erste Adam konnte nicht herrschen. Seine Tat führte dazu, dass der Teufel durch die Macht des Todes herrschte. Alle, die Adam nachfolgten waren unter der Knechtschaft.

Der letzte Adam, nach ihm kommt keiner mehr, hat durch den Tod den besiegt der die Macht des Todes hatte. Satan ist ein besiegter Feind. Das außergewöhnliche ist aber, dass jetzt nicht einer herrscht, sondern Christus hat die Gerechten unserem Gott zu Königen und Priestern gemacht und sie werden herrschen. Christus will Gemeinschaft, er will die Herrschaft teilen. Satan ist Egoist, er teilt überhaupt nicht. In Lukas 16 sehen wir in dem reichen Mann ein wenige von der Einsamkeit, die in Ewigkeit die Menschen quälen wird, die Satan zum Vater haben. Der Mensch, auf Gemeinschaft ausgelegt, weil Gott mit ihm Gemeinschaft haben wollte leidet auch unter ewiger Vereinsamung. Christus, ganz anders, er will mit den seinen alles teilen, will Gemeinschaft mit ihnen haben. Darauf hat schon Abraham gewartet, auf die Stadt die solche Grundlagen hat.

Mit Vers 18 wird wieder der Hauptgedanke von Vers 12 aufgenommen. Die eine Übertretung des ersten Adam führte für alle Menschen zur Verdammnis, genauso reicht auch die eine Gerechtigkeit des letzten Adam für alle Menschen zur Rechtfertigung des Lebens. Vers 18 zeigt uns das Prinzip. Es ist ganz deutlich, dass nicht beides gleichzeitig für alle Menschen Realität werden kann. Man kann nicht einfach den zweiten Teil des Verses nehmen und behaupten jetzt würden alle Menschen gerettet.

Vers 19 zeigt uns die Wirkung. Während der Adam durch seinen Ungehorsam prinzipiell alle Menschen in die Stellung von Sündern versetzt hat, kann der Gehorsam des Herrn Jesus alle Menschen in die Stellung von Gerechten versetzen. Im Bezug auf beide Gruppen wird hier von den vielen gesprochen. Es ist ganz deutlich, die vielen Gerechten verbleiben nicht in der Gruppe der Sünder. Stellungsmäßig sind sie zu Gerechten geworden, da sie die Rechtfertigung des Lebens bekommen haben. Das Werk des Herrn Jesus und sein vergossenes Blut versetzen sie in die Stellung von Gerechten. Nichts aus dieser Schöpfung hätte ausgereicht sie dorthin zu bringen. Auch hier wird wieder deutlich, dass der Herr nicht von dieser Schöpfung ist und das Heiligtum woran er baut ist ebenfalls nicht von dieser Schöpfung.

  • Christus aber - gekommen als Hoherpriester der zukünftigen Güter, in Verbindung mit der größeren und vollkommeneren Hütte, die nicht mit Händen gemacht, das heißt nicht von dieser Schöpfung ist,“ Hebr. 9,11

Das Gesetz kam daneben ein. Niemand geht verloren weil das Gesetz gekommen ist. Niemand wird zum Sünder, weil er das Gesetz gebrochen hat. Henoch hatte schon vor der Sintflut göttliches Gericht angekündigt.

  • Es hat aber auch Henoch, der Siebte von Adam, von diesen geweissagt und gesagt: Siehe, der Herr ist gekommen inmitten seiner heiligen Tausende, um Gericht auszuführen gegen alle und zu überführen alle Gottlosen von allen ihren Werken der Gottlosigkeit, die sie gottlos verübt haben, und von all den harten Worten, die gottlose Sünder gegen ihn geredet haben.�Judas 1,14-15

Henoch wandelte mit Gott und er brauchte kein Gesetz um zu erkennen, dass ihn nur gottlose Sünder umgaben. Für das Gericht über Sodom und Gomorra brauchte es ebenfalls kein Gesetz. Bereits in Vers 14 konnten wir erkennen, dass der Tod herrscht, auch über die, die kein ausdrückliches Gebot übertreten hatten. Das Gesetz zeigt wie sehr der Mensch von den Gedanken Gottes abweicht. Die Übertretung ist überströmend geworden. Reicht jetzt die überströmende Gnade von Vers 15 nicht mehr aus? Doch! Denn die Gnade ist noch überreichlicher geworden. Die Sünde hat im Tod geherrscht. Die Gnade herrscht nicht nur zum Leben, das wäre schon groß, sie herrscht durch Gerechtigkeit zu ewigem Leben durch Jesus Christus, unseren Herrn!

Adam in seinem unschuldigen Zustand hatte kein ewiges Leben. Sein Leben wäre, ohne Sündenfall und ohne vom Baum des Lebens zu essen, ein endloses Leben gewesen. Aber das Leben, welches Adam hatte, war nicht ewiges Leben.

Ewiges Leben ist durch Gerechtigkeit gekennzeichnet und ist in Ewigkeit passend für die Gegenwart Gottes. Ewiges Leben kann Gemeinschaft mit Gott haben. Alles dies trifft auf das unschuldige Leben des ersten Adam nicht zu. Abraham wird in der Bibel dreimal Freund Gottes genannt. Abraham wurde durch Glauben gerechtfertigt, weil er glaubte, dass Gott Leben aus dem Tod gibt. Abraham ist Kind Gottes. Die Rechtfertigung Abrahams beruht auf dem Werk des Herrn Jesus und Abraham wird das Bild des Himmlischen tragen.

Jeder, der Abraham zum Vater haben möchte, muss durch das Werk des Herrn Jesus gerechtfertigt werden und die Zusage haben, dass er wie Abraham das Bild des Himmlischen tragen wird.

Es erschien sinnvoll, sich vor der Beschäftigung mit der Eifersucht und wie diese die Juden zur Buße führen soll, noch einmal mit diesen elementaren Wahrheiten zu beschäftigen, damit wir den roten Faden von der Vaterschaft Abrahams über die Sohnschaft der Gläubigen bis hin zur Eifersucht Israels, von der Gott bereits in 5. Mose 32,21 gesprochen hatte, erkennen.

Alle Dinge sind in dem einen Ratschluss enthalten. Aber Christus ist der Zentralpunkt. Nur er konnte alles erfüllen, weil er herabgestiegen ist und weil er nicht von dieser Schöpfung, nicht von dieser Welt ist.