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Der messianische Zeitplan

 


Artikel von Arnold G. Fruchtenbaum / 1998     Ariel   Arnold Fruchtenbaum

Mehr als jedes andere Buch der hebräischen heiligen Schrift, halten uns die Schriften des Propheten Daniel den Zeitbeweis des Kommens des Messias entgegen -- einen Beweis, den viele Leute lieber nicht sehen möchten. Aber er steht dort und kann nicht ignoriert werden.

Dass Daniel ein Prophet war, kann nachgewiesen werden. Genau sagte er den Anfang der medo-persischen, griechischen und römischen Reiche voraus, sogar zu einer Zeit, als das babylonische Reich, das ihnen allen voranging, auf seinem Höhepunkt war. Er sagte genau das Schicksal, die Streitigkeiten, die Kriege und Verschwörungen der beiden Königreiche Syrien und Ägypten zwischen dem Zerbrechen des griechischen Reiches und der Eroberung durch Rom voraus. Er sagte die Funktion der Makkabäer während dieser Zeitspanne voraus. Es ist Daniels eingehende (ausführliche) Sorgfalt in einzelnen Prophezeiungen, welche manche Kritiker bewog, das Buch Daniel einem späteren Zeitpunkt zuzuschreiben, obwohl kein Anhaltspunkt entdeckt worden ist, der verneinen würde, dass das Buch um 530 v. Chr. vollendet worden ist.

Der Zweck dieses Artikels ist, die Verse 24 und 27 von Daniel 9 ausführlicher zu behandeln. Es wird jedoch weise sein, das ganze Kapitel zu betrachten, um zu sehen, was die Prophezeiung des Kommens des Messias hervorrufen würde.

Der Hintergrund / Daniel 9, 1-2

Das Datum für Daniels Prophezeiung ist "das erste Jahr von Darius", was bedeutet, dass sie sich im Jahre 539 v. Chr. ereignete, ungefähr 66 oder 67 Jahre nachdem die Juden ins babylonische Exil gingen.

Daniel gab an, dass er am Studieren der Heilige Schrift war, und er daraus zu verstehen begann, dass die Jahre zur Vollendung der Verwüstung von Jerusalem beinahe vorüber waren, da die Dauer 70 Jahre betragen sollte. Daniel erwähnt, dass er am Studieren der "Bücher" war, und wir können sehen, dass er die Schriften von Jeremia studierte. Die Lebenszeit von Jeremia reicht zum Teil in jene Daniels hinein. Bei zwei Gelegenheiten (Jer. 25,10 -14 und Jer. 29,10 -14) sagte Jeremia voraus, dass die Gefangenschaft und das Elend von Jerusalem 70 Jahre dauern würde.

Welche anderen Bücher Daniel gelesen haben mag, können wir nicht mit Sicherheit wissen. Aber es gibt einige starke Hinweise, dass er auch das Buch "Jesaja" studiert hatte, da Jesaja in der Tat Cyrus als denjenigen erwähnte, der den Juden die Rückkehr erlauben würde (Jes. 44,28 - 45,1). Ausserdem, gibt es andere Schriftstellen in Mose und den Propheten, die einige bestimmte Bedingungen für die Schaffung des messianischen Königreiches angeben, und Daniel dürfte auch etliche von diesen studiert haben (3. Mose 26,40 - 43 / 1. Könige 8,46 - 53 / Jer. 3,12 -18 / Hosea 5,15 - 6,3). Diese Passagen betonen, dass Israel als eine Nation Busse tun und die frühere Sünde bekennen muss, damit irgend ein Königreich des Messias errichtet werden kann.

Die Berechnung der 70 Jahre von 605 an (als die Juden ins Exil gingen) würden das Ende der 70 Jahre um 536 v. Chr. bedeuten. Daniel erkannte, dass die Gefangenschaft nur noch ungefähr drei Jahre andauern würde.

Aber Daniel erwartete nicht nur, dass die Gefangenschaft nach 70 Jahre endete, sondern er erwartete auch eine endgültige Beendigung jeglicher Möglichkeit von zukünftigen Verwüstungen Jerusalems. Er verhielt sich so als ob das messianische Königreich im Begriffe war einzutreten: Da, um Gottes Wort verstehen zu können, Gebet nötig ist, betete er und erkannte, dass die Vorbedingung für das Eintreffen der Verheissungen das Bekenntnis nationaler Sünde war, er erkannte Israels Sünden.

Daniels Gebet / Daniel 9,9 -19

Daniels ausführliches Gebet kann in zwei Teile geteilt werden. Der erste Teil (Verse 3 -14) beinhaltet das Bekennen der Sünde. Daniel anerkannte beides, Sünde und Schuld, welche auf zwei Arten auf sich geladen werden können. 
 1. Durch Ungehorsam dem Gesetz gegenüber und 
2. Durch Ungehorsam dem Propheten gegenüber, die nach Mose aufgetreten waren. Daniel verleugnete weder die Sünde der Nation noch seine eigene. Und durch das Fürwort "wir", welches er benutzte, identifizierte sich Daniel mit den Sünden des jüdischen Volkes. Er sah die Sünde nicht nur als schlechte Gewohnheit an, sondern er betrachtete sie als göttliches Gericht. Dieser Ungehorsam gegenüber dem Gesetz und den Propheten verursachte Israel "vor Scham zu erröten", eine Redewendung, im Sinne von Scham. Es führte dazu in die Notwendigkeit des Vergebens. Da bekannte Daniel, dass Vergebung und Gnade Gott gehöre, und dass Vergebung benötigt würde. Daniel beendet den 1. Teil des Gebets mit der Beschreibung von Bestrafung der Sünde und der Schuld. Diese Strafe "Gefangenschaft in Babylon" bestätigte die Worte des Propheten, welche dieses vorausgesagt haben und bestätigte Moses Gesetz, welches uns lehrte, dass das göttliche Gericht als Folge des Ungehorsams kommen würde.

Der zweite Teil des Gebets (Verse 15 -19) ist eine Bitte um Gnade. Daniel bat auf Grund der Gerechtigkeit -- nicht Israels, um Gottes Gerechtigkeit. Er bat auch um Gnade aufgrund Gottes Güte, denn Israel verdiente keine Gnade, aber Gottes Gnade war (und ist) unermesslich. Zudem erfordert die Gerechtigkeit Gottes seine Versprechungen zu erfüllen, und deshalb sollte dies am Ende der 70 jährigen Zeitspanne geschehen. Die Schlussfolgerung von Daniels Gebet ist sehr dramatisch: "O Herr höre, o Herr vergib; Herr merke auf und greife ein ohne Zögern um deinetwillen, mein Gott! Denn deinen Namen tragen deine Stadt und dein Volk".

Die Ankunft von Gabriel / Daniel 9,22 - 23

Dann, während Daniel seine (Bitt-)- Gebete vorbrachte, wurde er unterbrochen. Offensichtlich hatte er mehr zu sagen, als Gabriel ankam. Die Unterbrechung kam durch die Berührung der Hand des Engels, "zur Zeit des Abendopfers". Dies bezieht sich auf das tägliche, regelmässige, abendliche Opfer, das geopfert wurde, während der Tempel stand. Obwohl es seit sieben Jahrzehnte nicht ausgeübt worden war. Daniel zeigte seine Sehnsucht nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft nach dem Wiederaufbauen des Tempels durch Sicherinnern an das Opfer.

Gabriel erklärte Daniel den Grund seines Besuches:

1. Zu korrigieren Daniels Missverständnis betreffend, wann das messianische Königreich errichtet würde.

2. Gottes Offenbarungen vorzustellen, welche einen Zeitplan für das Kommen des Messias beinhalten.

Der Ratschluss der 70 Wochen / Daniel 9,24a Gabriels Prophezeiung an Daniel begann mit den Worten "70 Wochen sind über dein Volk und über deine heilige Stadt bestimmt ...."

Manche englische Versionen haben den Satz als "70 Wochen" übersetzt. Doch diese Übersetzung ist nicht vollständig genau und hat manche Verwirrung über die Bedeutung dieses Abschnittes verursacht. Die meisten Juden kennen das hebräische Wort für Wochen (weeks) wegen der Beobachtung von den Festwochen und das hebräische Wort dafür ist "shavuot". Das Wort jedoch, das in dem hebräischen Text vorkommt, ist shavuim, das "sieben" bedeutet. Das Wort bezieht sich auf sieben von irgend etwas, und der Kontext bestimmt den Inhalt von sieben.

Hier ist es offensichtlich, dass Daniel an das Wort Jahre dachte -- spezifisch an 70 Jahre Gefangenschaft. Daniel hatte beides angenommen, dass die Gefangenschaft nach 70 Jahren enden würde und dass das Königreich nach 70 Jahren hergestellt sein würde. Hier aber benützte Gabriel ein Wortspiel im hebräischen Text, indem er hinwies, dass es sich beim messianischen Königreich nicht um 70 Jahre handelte, sondern um "70 mal 7" Jahre handelte, im gesamten also 490 Jahre.

Dieser Zeitraum von 490 Jahren war "bestimmt" geworden über das jüdische Volk und über die heilige Stadt Jerusalem. Das hebräisch übersetzte Wort bedeutet wörtlich "abschneiden" oder "bestimmen, festsetzen". In den Kapiteln 2, 7 und 8 enthüllte Gott Daniel den Verlauf von der zukünftigen Weltgeschichte, in welcher die Nichtjuden (= Heiden) eine dominante Rolle über das jüdische Volk haben werden. Diese sehr lange Zeitspanne, welche mit dem babylonischen Reich begann, setzte sich fort bis zur Herstellung des messianischen Reiches, ist aus diesem Grund oft zugeordnet der "Zeit der Heiden". Jetzt wurde dem Propheten erzählt, dass die gesamten 490 Jahre sollten ausgeschnitten werden von der Zeit der Heiden, und eine Zeitspanne von 490 Jahre war bestimmt geworden zur Vollendung der letztlichen Herstellung von Israel und der Errichtung des messianischen Reiches.

Der Blickwinkel des Programms der 70 Wochen war "..dein Volk und ..... über deine heilige Stadt". Das Volk war Daniels Volk, das jüdische Volk, und die Stadt war Daniels Stadt, Jerusalem. Obwohl er den grössten Teil von seinem Leben in der Stadt Babylon verbracht hatte, war Jerusalem doch Daniels Stadt. Für Juden, ob sie im Land oder ausserhalb des Landes sein mögen, bleibt Jerusalem ihre Stadt und es gibt keine andere.

Der Zweck der 70 (Jahr-) Wochen / Daniel 9,24b

 

Daniel wurde als nächstes durch Gabriel mitgeteilt, dass die 70 (Jahr-) Wochen 6 Zwecke (Absichten) zustande bringen sollen. Die erste ist die Beendigung des Verbrechens. Das hebräisch übersetzte Wort für "beenden" bedeutet "hat zurückgehalten / hindern" oder "vollständig hindern" oder "zum Abschluss bringen". Das hebräisch übersetzte Wort für "Verbrechen" ist ein sehr starkes Wort für Sünde und wortgetreuer bedeutet es "sich auflehnen". Der hebräische Text benützt dieses Wort mit dem bestimmten Artikel, so bedeutet es wörtlich, das Vergehen/Verbrechen/Überschreitung" oder "Aufstand/Aufruhr". Der springende Punkt ist, dass eine bestimmte Handlung von Delikten schlussendlich vollständig zurückgehalten und zum Ende geführt werden. Diese Handlung von Rebellion oder Aufstand kommt vollständig unter Kontrolle, so dass sie nicht länger blühen wird. Israels Abfall ist jetzt fest zurückgehalten, gemäss einer ähnlichen Voraussage in Jesaja 59,20.

Der zweite Zweck der 70 (Jahr-) Wochen ist ein Ende der Sünden zu setzen. Das hebräische Wort übersetzte "ein Ende setzen". Wörtlich bedeutet es "versiegeln" oder "ins Gefängnis schliessen". Es bedeutet sicher aufbewahrt sein/ verschliessen. Es ist nicht erlaubt aufs Geratewohl umherzuwandern. Das hebräische Wort zu "Sünden" übersetzt bedeutet wörtlich "das Ziel verfehlen". Es bezieht sich auf Sünden des täglichen Lebens, vielmehr als auf eine spezielle Sünde. Sogar diesen Sünden werden ein Ende gesetzt und weggenommen. Auch dies ist wahrhaftig in den Voraussagen durch die Propheten, welche ankündigen, dass in dem messianischen Reich das Sündigen aufhören werde in Israel. (Jesaja 27,9 / Hesekiel 34, 25 - 27 / Hesekiel 37,23 / Jeremia 31,3  und 34)

Der dritte Zweck dient der Versöhnung für Ungerechtigkeit. Das hebräische Wort für Versöhnung machen ist "kaphar", welches dieselbe Ursprungsbedeutung wie das Wort "kippur" hat, wie im "Jom Kippur". Das Wort "kaphar" bedeutet wörtlich "etwas abbüssen/sühnen/wiedergutmachen". Der dritte Zweck ist also in irgend eine Art abbüssen wegen Ungerechtigkeit/Schlechtigkeit. Es ist in der Tat durch das Mittel von Abbüssen, dass die ersten zwei Zwecke (Absichten) auch vollendet werden sein: die Beerdigung des Verbrechens und den Sünden ein Ende zu setzen. Das übersetzte Wort "Ungerechtigkeit/Schlechtigkeit" bezieht sich auf innere Sünden. Dies wurde manchmal in Bezug gesetzt zur Natur der Sünde, oder vielleicht würde es im jüdischen Volk ein gewöhnlicherer Ausdruck sein "yetzer hara", die teuflische Neigung.

Der vierte Zweck der 70 (Jahr-) Wochen ist das "Bringen der ewigen Richtigkeit". Wörtlicher könnte dies übersetzt werden mit "in ein Zeitalter der Richtigkeit zu führen", da das hebräische "olam" besser übersetzt ist als "Zeitalter" vielmehr dann als "ewig". Das Zeitalter der Richtigkeit ist das messianische Königreich von welchem in den Propheten gesprochen wurde (Jesaja 1,26 / 11,2 - 5 / 32,17 / Jeremia 23,5 / 33,15 - 18 ). Es ist gerade dieses Zeitalter, welches Daniel erwartete, das nach dem 70 (Jahr-) Wochen der Gefangenschaft errichtet werden sollte, aber jetzt wird ihm gesagt, dass dies erst nach der Periode von 490 Jahren geschehen sollte.

Der fünfte Zweck (Absicht) ist die Vision oder Prophetie zu versiegeln. Hier benutzte Daniel ein Wort welches "verschliessen/ abschliessen" bedeutet. Also bedeutet "versiegeln" einen Stillstand verursachen oder etwas vollbringen. Deshalb sollen Visionen und Prophetie vollständig vollbracht sein. "Vision" steht in Bezug zu einer mündlichen Prophezeiung, während "Prophetie" in Bezug zu einer schriftlichen Prophezeiung steht. Beide, mündliche wie schriftliche Prophetie werden mit der Erfüllung von allen Offenbarungen aufhören.

Der letzte Zweck der 70 (Jahr-) Wochen ist das Heiligste zu salben. Eine bessere Übersetzung wäre "den heiligsten Platz einölen". Dies ist ein Bezug auf den jüdischen Tempel, der wiederaufgebaut sein soll, wenn der Messias kommt. Es bezieht sich auf denselben Tempel, den Davids Zeitgenosse Hesekiel im Detail. beschreibt (Hesekiel 40,48).

Der Beginn der 70 (Jahr-) Wochen / Daniel 9,25a

Daniel wurde deutlich gesagt, zu welchem Zeitpunkt die 70 (Jahr-) Wochen ihren "Countdown" beginnen würden. Gabriel sagte: "So sollst Du denn erkennen und verstehen: von dem Zeitpunkt an, als das Wort erging, Jerusalem wiederherzustellen ....". Die 70 (Jahr-) Wochen würden beginnen mit einem Ratschluss (Verordnung), welcher das Wiederaufbauen der Stadt Jerusalem zur Folge hatte. Nicht alles in persischer Chronologie ist so klar wie wir es gerne haben würden, und es gibt noch einige Lücken in der Geschichte. Aber von den biblischen und geschichtlichen Berichten, die wir besitzen, gibt es vier mögliche Antworten auf die Frage, welche Verfügung/Verordnung sich der Abschnitt bezieht.

Einerseits ist es der Erlass von Cyrus, erlassen zwischen 538 &  536 v. Chr., welcher sich auf den Wiederaufbau des Tempels (2. Chr. 36,22 - 23 / Esra 1,1 - 4 / 6,1 - 5 ) und der Stadt Jerusalem (Jesaja 44,28 / 45,13) bezieht.

Eine zweite Möglichkeit ist der Erlass von Darius Hystaspes (Esra 6,6 - 12), erlassen im Jahre 521 v. Chr.; es ist die erneute Versicherung des Erlasses von Cyrus.

Eine dritte Möglichkeit ist der Erlass von Artaxerxes an Esra (Esra 7,11 - 26), erlassen im Jahre 458 v. Chr., welche die Erlaubnis enthielt, mit dem Tempeldienst fortzufahren.

Die letzte (vierte) Möglichkeit ist der Erlass von Artaxerxes an Nehemia (Neh. 2,1 - 8), erlassen im Jahre 444 v. Chr. Dieser Erlass betrifft vor allem den Wiederaufbau der Mauern rund um Jerusalem.

Von diesen 4 Möglichkeiten treffen nur die erste und die vierte auf die Worte zu, welche Gabriel zu Daniel sprach. Es geht zu weit, dieses in diesem Artikel weiter zu erörtern, aber sicher ist eines, im Jahre 444 v. Chr. hatte der "Countdown der 70 (Jahr-) Wochen" begonnen.

 

Die ersten 69 (Jahr-) Wochen / Daniel 9,25b

Die 70 (Jahr-) Wochen sind in drei separate Einheiten unterteilt. 7 (Jahr-) Wochen 62 (Jahr-) Wochen und eine (Jahr-) Woche.

Während der ersten Periode (49 Jahre) würde Jerusalem "wieder gebaut werden, mit Strassen und Stadtgräben, sogar in einer unruhigen Zeit". Die zweite Zeitspanne (62 Jahrwochen, d.h. 434 Jahre) folgte unmittelbar auf die erste Periode. Dies ergibt ein Total von 69 (Jahr-) Wochen oder 483 Jahre.

An diesem Punkt berichtet man uns, welches der Schlusspunkt der 69 (Jahr-) Wochen ist: "bis zu einem Gesalbten, einem Fürsten". So klar wie dies Daniel erklärte, lehrte er, dass 483 Jahre nachdem der Erlass, um Jerusalem wieder aufzubauen, erlassen worden war, würde Messias hier auf der Erde sein.

Die klare Schlussfolgerung ist diese: Wenn der Messias 483 Jahre nach dem Erlass Jerusalem wieder aufzubauen, nicht auf der Erde war, dann war Daniel ein falscher Prophet und dann hat sein Buch kein Recht in der Schrift zu sein. Aber wenn Daniel recht hatte und seine Prophezeiung hatte sich erfüllt, dann "wo war der Messias von dem er sprach?".

Die Ereignisse zwischen der 69. (Jahr-) Woche und der 70. (Jahr-) Woche / Daniel 9,26

Wohingegen die zweite Unterteilung der 70 (Jahr-) Wochen der ersten unmittelbar folgte, folgte die dritte Unterteilung nicht unmittelbar der zweiten. Daniel zeigt (im Vers 26), dass drei Dinge nach der zweiten Unterteilung geschehen müssten, bevor die letzte begann.

Gehen wir in der Zeit zurück und schauen nach vorn von Daniels Perspektive in Vers 26, dann sehen wir zuerst, dass "ein Gesalbter ausgerottet werde und ihm wird nichts sein". Das Hebräisch übersetzte dies mit "abschneiden". Dies ist ein gewöhnliches Wort, welches im mosaischen Gesetz gebraucht wurde, und bedeutet "getötet werden". Der tiefere Sinn dieses Ausdruckes ist, dass der Messias nicht nur getötet werde, sondern er würde die Todesstrafe durch Hinrichtung erfahren. Der hebräisch übersetzte Ausdruck "und ihm wird nichts sein" hat zwei Bedeutungen. Es mag bedeuten "NICHTS/Nichtssein" betonend den Zustand des Messias beim Tod. Er kann aber auch übersetzt werden als "aber nicht für ihn selbst", und die Bedeutung würde dann sein, dass er vielmehr für andere starb als für sich selbst, ein stellvertretender Tod. Die zweite Bedeutung wäre übereinstimmender mit dem, was die Propheten über den Grund des Todes von Messias zu sagen hatten, vgl. Jesaja 53,1 - 12.

Die ersten drei Zwecke der 70 (Jahr-) Wochen -- die Beendigung des Verbrechens, den Sünden ein Ende zu setzen, Versöhnung machen für Ungerechtigkeit -- sind vollendet worden durch eine Sühne/Busse. Das mosaische Gesetz bestimmte, dass Busse durch Blut geschehen musste (3. Mose 17,11). Es scheint, dass der Tod des Messias "nicht für ihn selbst", sondern für andere das Mittel sein würde, durch das Israels Verbrechen, Sünde und Ungerechtigkeit gesühnt würde.

Der Punkt dieser Redensart ist, dass zwischen dem Ende der zweiten Unterteilung und vor dem Beginn der 70. (Jahr-) Woche, der Messias getötet würde und einen stellvertretenden Tod sterben würde.

Zweitens, während dieser Zwischenzeit würde es auch geschehen, dass "das Volk eines kommenden Fürsten die Stadt und das Heiligtum zerstören wird, und das Ende ist in einer Überflutung ....."Die Stadt und der Tempel, welche wegen des Erlasses, durch welche die 70 (Jahr-) Wochen begannen, müsste wiederaufgebaut werden. Sie würden jetzt zerstört werden. Einige Zeit nach der Tötung des Messias, Jerusalem und der Tempel würden eine andere Zerstörung erleiden. Unsere Geschichtskenntnis während dieser Zeitspanne ist verständlich: Das Volk, das verantwortlich für diese Tat war, waren die Römer. Und Jerusalem und der Tempel wurden ja im Jahr 70 n. Chr. zerstört. Basierend auf diese Verse ist es also klar, dass der Messias vor 70 n. Chr. kommen und sterben sollte. Wenn ein solches Ereignis nicht stattgefunden hätte, dann wäre Daniel ein falscher Prophet. Wenn sich aber ein solches Ereignis ereignet hatte, dann muss folgende Frage beantwortet werden: Wer war dieser Messias, der vor 70 n. Chr. starb?

Die dritte Sache, die beachtet werden sollte, ist "und bis zum Ende ist Krieg, fest beschlossene Verwüstungen". Für den Rest der Zeitspanne zwischen der 69. (Jahr-) Woche und der 70. (Jahr-) Woche würde das Land charakterisiert durch Krieg, und die daraus entstehende Bedingung würde Verwüstung sein. All dies würde das Gerüst sein für das Letzte, oder für die 70. (Jahr-) Woche.

Die 70. (Jahr-) Woche / Daniel 9,27

Von nun an stehen wir in der Gegenwart, die 7 letzten Jahre von Daniels Prophezeiung sind noch Zukunft, bis dahin sich alle sechs Zwecke/Ziele von Vers 24 erfüllen. Die Hauptpunkte des Verses 27 sind die folgenden:

1. Die 70. (Jahr-) Woche wird nur mit dem Unterzeichnen eines 7-Jahr-Vertrages zwischen Israel und eines grösseren, nicht-jüdischen, politischen Führer beginnen.

2. In der Mitte der Zeitspanne, das ist nach 3 Jahren, wird dieser nicht-jüdische Führer den Vertrag mit Israel brechen und eine Beendigung/Stillstand des Opfersystems verursachen. Der tiefere Sinn hier ist, dass zu dieser Zeit in Jerusalem ein Tempel wieder aufgebaut sein wird und das Opfersystem vom Mose wieder hergestellt sein wird. Aber dann wird es mit Gewalt beendigt.

3. Das Resultat von diesem Vertragsbruch ist, dass dieser nun verabscheut werden wird. Die "Abscheu" bezieht sich auf ein Bild oder ein Götzenbild. Wie es in den Tagen von Antiochus Epiphanes war, so wird es wieder in der Zukunft sein, wenn ein nichtjüdischer Herrscher den Tempel mittels Abgötterei verabscheuen wird.

4. Im Gefolge der Abgötterei ist die Wut / Zorn und Verwüstung / Elend / Trostlosigkeit und der Kriegszustand, während der verbleibenden Hälfte der 70. (Jahr-) Woche / der letzten 3 Jahre. Dies ist den Prüfungen / Versuchungen und den Leiden ähnlich, von denen die Rabbiner als von den Vorbereitung zur Schaffung des messianischen Reiches sprachen. Diese schrecklichen Tage wurden auf den Leidensweg des Messias bezogen. Aber diese Tage nehmen ihren Gang, die letzten drei Dinge, die in Vers 24 vorausgesagt wurden, werden sich ereignen. Nach dieser Zeitspanne wird das Zeitalter der Rechtschaffenheit kommen, in dem der heiligste Platz gesalbt sein wird und jede Vision und Prophetie wird sich erfüllt haben. Zu diesem Zeitpunkt wird das messianische Reich, nach welchem sich der Prophet Daniel sehnte, beginnen.

Es springt in die Augen, dass das messianische Reich verlangt, dass der Messias als König regiert. Das bedeutet, dass der Messias nach der 70. (Jahr-) Woche kommen wird. Dennoch stellte Daniel früher fest, dass der Messias kommen würde und nach der 69. (Jahr-) Woche getötet würde. Dies würde ein Widerspruch sein, ausser dass Daniel von zwei Kommen des Messias sprach. Das 1. Mal sollte es nach der 69. (Jahr-) Woche sein, wenn er einen stellvertretenden Tod für die Sünden von Israel erleiden würde und sich die drei im Vers 24 aufgelisteten Punkte erfüllen würden. Das 2. Mal sollte nach der 70. (Jahr-) Woche sein (immer noch in Zukunft), wenn er das messianische Königreich aufrichtet und die letzten drei Dinge von Vers 24 vollendet. Ausserdem gibt es noch einen tieferen Sinn, der nicht vermisst werden sollte. Der Messias sollte nach seinem 1. Kommen getötet werden. Doch er würde bei seinem 2. Kommen lebend sein. Der springende Punkt ist es, dass der Messias auferstehen würde von den Toten, nachdem er getötet worden war.

Schlussfolgerungen

Diese dramatische Prophezeiung kennzeichnen gewisse Dinge in sehr klaren und unverkennbaren Worten:

1. Der Messias sollte 483 Jahre nach dem Erlass Jerusalems wieder aufzubauen, auf der Erde gewesen sein.

2. Nach seinem Erscheinen auf der Erde sollte er getötet werden, nicht für seine eigenen Sünden, sondern vielmehr für diejenigen der anderen. Und der Tod, den er zu erleiden hatte, sollte der Tod der Übertretung des Gesetzes sein.

3. Der Tod des Messias musste vor der Zerstörung Jerusalems und des Tempels erfolgen, was sich im Jahr 70 n. Chr. ereignete.

4. Einige Zeit nach der Zerstörung von Jerusalem und des Tempels, und der folgenden langen Periode des Kriegszustandes wird die 70. (Jahr-) Woche beginnen, und es geht seinen Gang, das messianische Königreich und das Zeitalter der Rechtschaffenheit wird errichtet werden. Die Bedingung, dass dies geschehen kann ist, dass der Messias, der getötet wurde, wieder kommen würde.

Aber, wer ist der Messias ? Ein Mann, der alles, was in diesem Text gefordert wird, erfüllt. Jesus von Nazareth wurde in die jüdische Welt geboren und er verkündigte seine messianische Lehre, 483 Jahre nach dem Erlass zum Wiederaufbau und Wiederherstellen von Jerusalem. Im Jahr 30 n. Chr. Jesus wurde durch Kreuzigung hingerichtet. Daniel gab an, dass er ausgerottet würde, nicht für sich selbst, sondern vielmehr für die anderen. Jesaja 53 prophezeite ebenfalls den Tod von Messias. Er wies darauf hin, dass er einen stellvertretenden Tod erleiden würde, zugunsten seines Volkes Israel. Die Lehre des neuen Bundes ist diejenige, dass Jesus einen Straftod erlitt, indem er die Strafe des Gesetzes auf sich selbst nahm als ein Stellvertreter für sein Volk. Wie Daniel in 9,24 schreibt: "er starb mit der Absicht eines Sühneopfers". Drei Tage nach seinem Tod, auferstand er. Schlussendlich, verkündet der neue Vertrag die Tatsache, dass er eines Tages zurückkehren wird, um sein Königreich und das Zeitalter der Rechtschaffenheit herzustellen.

- Wenn Daniel recht hatte, dann kam der Messias und starb früher als das Jahr 70 n. Chr..

- Wenn Daniel recht hatte, dann gibt es keine andere Möglichkeit, wer denn Messias ist, ausser Jesus von Nazareth.

- Wenn Daniel Recht hatte, ist es diesem Jesus bestimmt, zurückzukehren und das messianische Königreich zu errichten.

 

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