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Der biblische Weg für die gläubige Frau.
 Eine Ermutigung zu treuer Christusnachfolge
   
Beteiligung der Frau in der Versammlung


                      
Aus:
Strassenmission glaubensfroher Christen
Paul-Keller Weg 8
Postfach 3830

D-51538 Waldbröl

 

                         

 Schön in JESU Augen

 

 

Ps 119,160   Die Summe deines Wortes ist Wahrheit, und alles Recht {O. jede Entscheidung, Verordnung} deiner Gerechtigkeit währt ewiglich.

 

 

 

1Kor 11,1           Seid meine Nachahmer, gleichwie auch ich Christi.

1Kor 11,2          Ich lobe euch aber, daß ihr in allem meiner eingedenk seid und die Überlieferungen, {O. Unterweisungen} wie ich sie euch überliefert habe, festhaltet.

1Kor 11,3          Ich will aber, daß ihr wisset, daß der Christus das Haupt eines jeden Mannes ist, des Weibes Haupt aber der Mann, des Christus Haupt aber Gott.

1Kor 11,4          Jeder Mann, der betet oder weissagt, indem er etwas auf dem Haupte hat, entehrt sein Haupt.

1Kor 11,5          Jedes Weib aber, das betet oder weissagt mit unbedecktem Haupte, entehrt ihr Haupt; denn es ist ein und dasselbe, wie wenn sie geschoren wäre. {W. sie ist... wie die Geschorene}

1Kor 11,6          Denn wenn ein Weib nicht bedeckt ist, so werde ihr auch das Haar abgeschnitten; wenn es aber für ein Weib schändlich ist, daß ihr das Haar abgeschnitten oder sie geschoren werde, so laß sie sich bedecken.

1Kor 11,7          Denn der Mann freilich soll nicht das Haupt bedecken, da er Gottes Bild und Herrlichkeit ist; das Weib aber ist des Mannes Herrlichkeit.

1Kor 11,8          Denn der Mann ist nicht vom Weibe, sondern das Weib vom Manne;

1Kor 11,9          denn der Mann wurde auch nicht um des Weibes willen geschaffen, sondern das Weib um des Mannes willen.

1Kor 11,10        Darum soll das Weib eine Macht {d.h. ein Zeichen der Macht oder Gewalt, unter welcher sie steht} auf dem Haupte haben, um der Engel willen.

1Kor 11,11         Dennoch ist weder das Weib ohne den Mann, noch der Mann ohne das Weib im Herrn.

1Kor 11,12        Denn gleichwie das Weib vom Manne ist, also ist auch der Mann durch das Weib; alles aber von Gott.

1Kor 11,13        Urteilet bei euch selbst: Ist es anständig, daß ein Weib unbedeckt zu Gott bete?

1Kor 11,14        Oder lehrt euch nicht auch selbst die Natur, daß, wenn ein Mann langes Haar hat, es eine Unehre für ihn ist?

1Kor 11,15        wenn aber ein Weib langes Haar hat, es eine Ehre für sie ist? weil das Haar ihr anstatt eines Schleiers gegeben ist.

1Kor 11,16        Wenn es aber jemand gut dünkt, streitsüchtig zu sein, so haben wir solche Gewohnheit nicht, noch die Versammlungen Gottes.

 

 

 

                                         Schön in JESU Augen

 

 

Sascha Tenzer

Wenn wir dieses Thema aufgreifen, so ist das keineswegs »Haarspalterei«, auch wenn in unserer Zeit so manche Gläubi­ge Probleme mit diesem Text haben und man in der Verkündi­gung meist einen großen Bogen um diesen Abschnitt macht. Wir möchten es gerade deshalb haargenau mit dem Text neh­men. Das heißt, wir bemühen uns einerseits, auch in ver­schwindend gering erscheinenden Kleinigkeiten Gottes Willen zu erforschen, um Ihm zu gefallen und es andererseits auch zu lernen, Dinge, die wir nicht biblisch begründen oder zumindest andeutungsweise entnehmen können, offen zu lassen. Jeder einzelne Leser ist dann angehalten, selbst weiterzuforschen. Solange aber kein biblischer Boden gelegt ist, darf auch keine Rechtsgültigkeit auf die eigene Meinung erhoben werden. Da­mit bekennen wir frei unsere Irrtumsfähigkeit und lehnen einen Anspruch auf Vollständigkeit ab.

Bevor der Inhalt des Textes schrittweise behandelt wird, sollen zunächst einige Gedanken über den Abschnitt in seinem Ge­samtzusammenhang dessen Verbindlichkeit für einen jeden Wiedergeborenen in unserer Zeit klarstellen. Die allgemeine theologische Meinung schiebt diese Anordnun­gen des Apostels als unbequeme Last ausschließlich den Ko­rinthern zu: »Das sind Probleme, die die damaligen Christen der Gemeinde in Korinth hatten.« Wie allerdings das Problem genau auf die Korinther zugeschnitten werden kann, will nie­mand verraten.

Doch welche Gründe man auch immer anhand geschichtlicher oder theologischer Forschung dafür vorbringen könnte, daß dieser Abschnitt für unsere Zeit keine Gültigkeit mehr habe, so

geraten diese Behauptungen doch allesamt ins Wanken, wenn man beachtet, was GOTTES GEIST - wohl in weiser Voraus­sicht - niederschreiben ließ.

»... an die Gemeinde GOTTES, die in Korinth ist, den Gehei­ligten in CHRISTUS JESUS, den berufenen Heiligen, samt al­len, die an jedem Ort den Namen unseres HERRN JESUS CHRISTUS anrufen, ihres und unseres HERRN« (l. Kor. l ,2). Die Schriftstelle betrifft also alle Christen aller Zeiten, die da­durch charakterisiert sind, daß sie den Namen des HERRN JESUS CHRISTUS anrufen. Für andere Menschen sind auch diese vorliegenden Zeilen nicht gedacht. In Bezug auf l. Korinther 11 ist es außerdem bemerkenswert, daß man die Verse 2-16 im Dunkel der Vergangenheit ver­schwinden läßt, während das Abendmahl aufgrund der Verse 17-34 durchaus gepflegt wird. Wer wird das Wort noch »ret­ten«, wenn es dem Menschen erlaubt ist, nach eigenem Willen zu entscheiden, was für uns heute noch gültig ist und was nicht? Mit der gleichen furchtbaren Willkür werfe ich nun den Bibelzersetzern vor, daß für sie 1. Kor. 1,30 dann auch nicht gültig ist. CHRISTUS ist ihnen also nicht zur Erlösung gewor­den. Sie sterben in ihren Sünden! Oder, in Anlehnung an das so mißverstandene Wort Überlieferung ist 1. Kor. 15,3+4 für sie folglich ebenso wenig gültig: »Denn ich habe euch vor allem überliefert, was ich auch empfangen habe: daß CHRISTUS für unsere Sünden gestorben ist nach den Schriften; und daß Er begraben wurde und daß Er auferweckt worden ist am dritten Tag nach den Schriften.«

Hüten wir uns also, Teile des Wortes zu entkräften, wenn ihre Rechtsgültigkeit nicht durch das Wort selbst aufgehoben wird. Ein weiterer wichtiger Beweispunkt für die Tatsache, daß die Schriftstelle auch für uns sowohl Gebot wie Segen bedeutet, ist der Inhalt selbst. Der Kernpunkt der Erklärung des Apostels Paulus liegt gerade in der Schöpfungsordnung. Paulus beginnt nicht wie z.B. in Kap. 5 mit einer Sache, die besonders in der Gemeinde Korinth behandelt werden soll, sondern mit der Rangordnung in GOTTES Schöpfung. Das ist ein allumfassen­der Bereich, und da wir als »moderne« Christen eben auch zur Schöpfung gehören, sind das Dinge, die auch uns angehen. Es gibt keine Ausflucht: wer sich diesen Anordnungen GOT­TES nicht stellen will, gerät in Rebellion und Ungehorsam. Es sei noch erwähnt, daß die Hauptordnung von den Korin­thern eingehalten wurde. Paulus lobte sie ja darüber (Vers 2). Sie hatten damit keine Probleme, wie ihnen öfters vorgeworfen wird. Diese hatten sie eher in anderen, heute weitgehend ak­zeptierten Bereichen wie dem Mahl des HERRN (Vers 17). Ein Aufreißer - wie soll ich es anders nennen? - ist auch das Wort »überliefern« in Vers 2. Überlieferungen werden hierbei als menschlich eingeführte Traditionen verstanden. Sicher brauchen wir uns an die menschlichen Traditionen nicht zu halten. Wenn heute beispielsweise jemand die althergebrachte heidnische Tradition des Osterhasen und der bunten Eier über Bord wirft, braucht er ganz gewiß nicht zu befürchten, gegen GOTTES Wort gehandelt zu haben. Aber bei den Traditionen (- Überlieferungen) des Apostels Paulus ist das eine völlig an­dere Sache. Der hatte weit Wertvolleres zu tun, als seine eigene billige Meinung zu verbreiten. Was er überlieferte (und andere Apostel ebenso), hatte er aus erster Hand vom HERRN JESUS empfangen: »Denn ich habe von dem HERRN empfangen, was ich auch euch überliefert habe ...« (1. Kor. 11,23). Was in den Briefen der Apostel als Überlieferung bezeichnet wird, ist GOTTES Wort. Darum kann Paulus auch verlangen: »Also nun, Brüder, steht fest und haltet die Überlieferungen,

die ihr gelehrt worden seid, sei es durch Wort oder durch unse­ren Brief« (2.Thess. 2,15). Es ist also nicht egal, ob wir die Überlieferungen halten oder nicht. Es liegt eine große Verant­wortung auf uns, danach zu wandeln, um unserem HERRN in allem zu gefallen. 2.Thess. 3,6 fordert uns sogar sehr konse­quent dazu auf, diese Überlieferungen bei anderen Geschwi­stern zu beachten: »Wir gebieten euch aber, Brüder, im Namen unseres HERRN JESUS CHRISTUS, daß ihr euch zurückzieht von jedem Bruder, der unordentlich und nicht nach der Über­lieferung wandelt, die ihr von uns empfangen habt.« Dieses Gebot sollte uns bei allen weiteren Betrachtungen be­gleiten und uns den Ernst der Lage klären.

Daß die Gemeinden damals keine Schwierigkeit mit der Ein­haltung dieser Überlieferung hatten, zeigt Vers 2 recht deut­lich. Es ging dem Apostel nicht darum, daß die von Engeln be­staunte Gemeinde lediglich äußerliche Zeremonien vollzog. Die Geschwister sollten auch verstehen, warum sie die vom HERRN empfangenen Überlieferungen hielten, und auch wir sollen verstehen, warum wir dies heute tun. Deshalb schreibt er in Vers 3: »Ich will aber, daß ihr wißt, daß der CHRISTUS das Haupt eines jeden Mannes ist, das Haupt der Frau aber der Mann, des CHRISTUS Haupt aber GOTT.«

Der eigentliche Grund der Hauptordnung ist also die Schöp­fungsordnung. Diese Ordnung ist eine Rangordnung:

Erst GOTT, der VATER,

dann GOTT, der SOHN,

dann der Mann, GOTTES Bild und Abglanz und

dann die Frau, des Mannes Abglanz.

Mit diesen vier Bereichen ist noch nicht die gesamte Schöp­fung und auch nicht die vollständige Unterordnungspflicht

abgedeckt; aber diese sind für das Verständnis der Hauptord­nung wichtig. - Es geht hier also keineswegs um ein Zeichen der Ehe oder Schönheit oder ähnliche Interpretationen. Wir wollen den ungläubigen und gläubigen Mitmenschen und den Engeln zeigen, daß GOTT die Welt in einer Ordnung geschaf­fen hat. Wann war das notwendiger als in unserer Zeit, wo die Menschen eher glauben, daß ihre Vorfahren von Baum zu Baum gesprungen seien als daran, von einem lebendigen GOTT als Sein Ebenbild geschaffen worden zu sein? Außer­dem leben wir in einer Zeit, wo die Unterordnung der Frau un­ter den Mann heute fast ausschließlich als fundamentalistische Verirrung einiger Fanatiker angesehen wird?

Vers 4: »Jeder Mann, der betet oder weissagt und dabei etwas auf dem Haupt hat, entehrt sein Haupt.«

Zunächst ist ganz schlicht festzustellen, daß sich die äußerliche Darstellung der Ordnung GOTTES auf einen bestimmten Zeitrahmen, d.h. genauer auf bestimmte Handlungen oder Si­tuationen beschränkt. Ein Mann darf also nach Belieben sein Haupt bedecken. Betet oder weissagt er aber, muß er sein Haupt entblößen. Es mag lächerlich erscheinen, das auch noch zu erwähnen; aber ich möchte es dennoch tun, weil es offenbar Geschwister gibt, die - allerdings nur bei der Frau - diesen ein­fachen Tatbestand nicht verstehen: Das Haar gehört zum Haupt! Spricht Paulus nun von etwas, was auf dem Haupt ist, dann meint er etwas, was nicht zum Haupt gehört, also nicht die Haare. Kein Mann muß sich zum Beten eine tibetanische Mönchsfrisur anlegen.

Was haben denn Männer meistens auf dem Haupt? Einen Hut oder eine Mütze. Da heutzutage wohl kaum ein Ungläubiger weiß, was Weissagung ist, wird er auch nicht viel damit anfangen können, wenn es um das Abnehmen des Hutes oder der Mütze geht. Aber es ist doch sehr bemerkenswert, daß fast alle Männer, auch wenn sie nicht den HEILIGEN GEIST haben, in der Kirche die Kopfbedeckung ablegen. Ich habe es selbst an einem kalten Wintertag bei einer Beerdigung erlebt, daß man zum Gebet die Mütze abnahm. Das mag bei ihnen tote Traditi­on sein, beweist aber, daß das Gebot GOTTES, was die äuße­ren Dinge betrifft, nicht nur in der »christlichen Steinzeit« be­achtet wurde, sondern in vielen Gemeinschaften bis vor kur­zem Geltung hatte.

Wann beten wir? Paulus ermutigt uns in 1. Thess. 5,17: »Betet unablässig!« Dann müßte demzufolge unser Haupt auch unab­lässig entblößt sein. Wenn jemand das so sieht und deshalb völlig auf eine Kopfbedeckung verzichtet, dann segne ihn GOTT. Es ist jedenfalls keine Sünde, sich sein Haupt niemals zu bedecken. Doch denke ich, man kann bei einer Unterhaltung mit einem Ungläubigen beten, daß GOTT Worte schenkt, ihm das Evangelium zu erleuchten, ohne es äußerlich sichtbar wer­den zu lassen. Man kann, wenn das Auto ins Schleudern kommt, ein Stoßgebet zum Himmel schicken, ohne sich vorher die Mütze vom Kopf zu reißen.

Jeder Gläubige wird es doch bestätigen können, daß wir oft mit unserem HEILAND in Gedanken und im Herzen Gemeinschaft haben, ohne irgendeine äußere Gebetshaltung einzunehmen. Aber gerade diese Gemeinschaft ist Gebet. Nicht immer falten wir die Hände, knien hin oder stehen auf So ist es auch mit der Hauptbedeckung. Wenn wir eine Gebetshaltung einnehmen -und das sollten wir zur Ehre GOTTES tun -, dann beachten wir  auch GOTTES Vorschrift bezüglich der Kopfbedeckung. Das geschieht meistens im Gottesdienst oder auch im Kämmerlein, wo ebenso die Engel sind.

 

Ich weiß von einigen Geschwistern, daß sie das «Beten und Weissagen« gerne auf den offiziellen Gottesdienst beschränken wollen und einwenden: »Ich kann doch nicht den ganzen Tag so rumlaufen ...!« Das brauchst du ja auch nicht. Wer GOT­TES Willen nicht aus Liebe ausführt, braucht eh kein Theater zu spielen. Aber der Gottesdienst erstreckt sich si­cherlich nicht nur auf das offizielle Versammlungshaus. Von den ersten Christen heißt es: »Täglich verharrten sie einmütig im Tempel und brachen zu Hause das Brot ...« (Apg. 2,46). Gottesdienstliche Gemeinschaft ist überall da, wo sich zwei oder drei in JESU Namen versammeln. Ja, sogar unser ganz persönlicher Wandel in opfernder Hingabe ist nach Römer 12,1 der »vernünftige Gottesdienst«. Nirgendwo im Neuen Testa­ment ist der Gottesdienst auf ein bestimmtes Haus beschränkt. Ebenso, wie wir es mit dem Knien, auf dem Angesicht liegen, Stehen, Hände falten und Hände heben pflegen, so sollten wir es auch mit GOTTES Verordnung bezüglich der Kopfbedeckung handhaben: Überall da, wo wir förmlich ins Gebet gehen, sollten wir sie beachten.

Wenn jemand nun betet oder weissagt und hat etwas auf dem Haupt, was passiert dann? Er entehrt sein Haupt. Das wäre, auf den menschlichen Kopf bezogen, gar nicht einmal so furchtbar; jedoch ist es verhängnisvoll im Zusammenhang von Vers 3, wo steht: »Ich will aber, daß ihr wißt, daß der CHRISTUS das Haupt eines jeden Mannes ist.«

Wie schrecklich die Folge eines einzigen Ungehorsams: CHRISTUS wird entehrt! Das muß uns erzittern lassen. Legt GOTT soviel Gewicht auf die Hauptordnung? Ja, offensicht­lich. Ich hoffe, daß gerade diese deutliche Sprache im Blick auf den Mann uns dazu führen sollte, die weiteren Verse in heiliger Ehrfurcht und göttlicher Genauigkeit zu erforschen.

 

Vers 5a: »Jede Frau aber, die mit unverhülltem Haupt betet oder -weissagt, entehrt ihr Haupt.« Nun geht es um jede Frau, die betet oder weissagt. Hier sei zunächst schlicht festgestellt, daß auch Frauen in bestimmten einschränkenden Ordnungen beten und weissagen sollen - auch in der Gemeinschaft. Allerdings geht es bei ihr darum, das Haupt zu verhüllen und nicht zu entblößen wie bei dem Mann. Es ist sehr erstaunlich, wie hier bei den Frauen die Tatsache, daß das Haar zum Haupt gehört, nicht mehr so klar gesehen wird wie bei den Männern. Ganze Gemeinschaften halten daran fest, daß das Frauenhaar schon die Bedeckung sei. Das geht nicht. In absoluter Paral­lelität zu den Männern muß es sich bei der Verhüllung um etwas Zusätzliches handeln. Den Gemeinschaften, die diese sonderbare Lehre haben, daß Frauen sich nicht über das Haar hinaus zu bedecken brauchen, müssen wir eine schwere Inkon­sequenz anmahnen. Wären sie nämlich konsequent, dann müß­ten sich die Männer zum Gebet den Kopf kahl rasieren, denn sie dürfen ja nicht etwas auf dem Haupt haben. Kurz: Das Haar gehurt zum Haupt. Die Verhüllung ist et­was vom Haar Verschiedenes.

Wir sollten uns bezüglich der Verhüllung in das Licht GOT­TES stellen und ohne uns selbst zu schonen oder alten Ge­wohnheiten nachzulaufen prüfen, was denn unser geliebter HERR JESUS CHRISTUS mit einer Verhüllung meint. Um die Problematik des Folgenden herauszustellen, möchte ich  einmal sagen, wie es nicht in der Bibel steht: Jede Frau aber, die nichts (oder nicht etwas) auf dem Haupt hat und be­tet oder weissagt... - Warum gebraucht der HEILIGE GEIST das Wort verhüllen?

Es darf kein Wort der Bibel zu Boden fallen. Das Wort verhül­len bedeutet wörtlich herabhüllen. Da ist also zunächst der

 

Anspruch an die Kopfbedeckung, daß sie eine Hülle darstellen soll. Sie sollte also nicht durchscheinen lassen, was verhüllt werden soll. Liebe Schwester, würdest du mit dem gleichen Stoff, mit dem du dein Haupt verhüllst, auch wagen, den Rest des Körpers zu verhüllen? Oder müßtest du dich schämen, weil deine Blöße schändlich offenbar würde? Wir merken, wie doch gerade dieses Wort auch in bibel­treuen Gemeinden zu Boden fallengelassen wurde, manch­mal auch bewußt zu Boden geworfen wird. Viele Schwestern haben eine Kopfbedeckung, die bei weitem eher der Beinbe­kleidung einer Hure oder einem Gardinenstück gleicht als einer Hülle. Nehmt mir meine Offenheit nicht so ab, als wollte ich richten. Ich wollte nichts weiter als deutlich werden. - Ist es deutlich geworden?

Als Kopfbedeckung kann also z.B. ein dichtes Tuch, eine Strickmütze oder ähnliches dienen. Darüber, was es nun genau sein sollte, gibt es kein Gesetz.

In dem Wort herabhüllen ist aber noch mehr verborgen. Es of­fenbart auch teilweise, wie die Hülle das Haupt bedecken soll. Nicht um den Hals geworfen. Auch nicht nur lax hinten auf die Frisur gelegt, was manchmal anzutreffen ist. Der Kopf soll von oben herab verhüllt werden - der Kopf! Die Miniaturhütchen, die nur einige Quadratzentimeter an Haar verdecken, entspre­chen nicht der biblischen Kopfbedeckung. Einige Spötter, die gerne eine Sache übertrieben darstellen, um sie lächerlich zu machen, meinen, dann müsse man ja wie die Araber herumlaufen und den Kopf vollständig umhüllen. Si­cher würden die Schwestern, die unseren Erlöser von ganzem Herzen lieben, auch dazu gerne bereit sein, aber wir haben schon gesehen, daß der HERR dies nicht von seinen Kindern verlangt.

 

 

»Wir alle aber schauen mit aufgedecktem Angesicht die Herr­lichkeit des HERRN an ...« (2. Kor. 3,18). In diesem Abschnitt geht es auch um das Äußerliche. JESUS möchte keine Ge­sichtsverhüllung, sondern eine Herabhüllung des Hauptes. Es gibt Gemeinschaften, besonders in Kanada und teilweise in den USA, wo die Schwestern einen Frauenhut tragen. Aller­dings ist hier Wachsamkeit geboten. Oft sind Frauenhüte ge­schlechtervermischend. Zudem gilt hier auch Rom. 12,2: »Und seid nicht gleichförmig dieser Welt!« Hüte, wie sie bei uns in Deutschland anzutreffen sind, sind ein Stück Verweltlichung auf christlichen Häuptern, die gerade das symbolisieren, was der Hauptverhüllung radikal entgegensteht: die Emanzipation -äußerliche Gleichgestaltung von Mann und Frau. Was entehrt denn die Schwester, wenn sie ihr Haupt nicht ver­hüllt? Die Antwort finden wir im Zusammenhang mit Vers 3. Die Schwester entehrt den Mann. Soweit besteht wohl bei den meisten bibeltreuen Auslegungen Einigkeit. Uneinigkeit be­steht jedoch darin, was der HEILIGE GEIST meint, wenn er »ihr Haupt« schreiben läßt. Viele Brüder betonen dabei das »ihr« und legen aus, daß es sich hierbei nur um den Ehemann handeln kann. Ein anderer Mann, auch wenn er ein gläubiger Bruder ist, sei ja nicht ihr Haupt.

Was ist gemeint? Laßt uns vor GOTT treten und Ihn im Gebet fragen: »Was hast Du gemeint?« - Mein Wille gehört meinem HERRN. Ich traue auf JESUS allein.

Wir werden nun die folgenden Verse unter dem Aspekt der Be­deutung von Mann und Frau betrachten. Vergebt mir bitte von vornherein die etwas unglückliche Aus­drucksweise bei der Vorstellung des »Erklärungsmodells«. Aber ein »Modell« soll eben nur den eigentlichen Sachverhalt herausfiltern und von Unwichtigem abstrahieren.

Die Schöpfungsordnung unseres hochgelobten GOTTES läßt sich in 4 Stufen darstellen. Die oberste stellt GOTT, den VA­TER dar; die zweite GOTT, den SOHN; die dritte Stufe die Männer, und die vierte die Frauen. Die erste und zweite Stufe harmonieren göttlich. Aber sobald ein Mann die äußerlichen Ordnungen seiner Stufe mißachtet, entehrt er den HERRN JESUS und entwertet natürlich gleichzeitig seine eigene Stufe. Es ist Sünde eingedrungen. - Verletzt eine Frau als »Teil« der vierten Stufe ihre äußerliche Ordnung, so entwertet sie die eigene und entehrt die dritte Stufe, oder einfacher gesagt, sie entehrt den Mann als Darsteller einer höheren Ordnungsstufe. Jetzt mag die Welt schreien, wie sie will. Der Mann ist unter dem Gesichtspunkt der Schöpfung höher als die Frau. Das meint natürlich nicht den Wert der Person vor GOTT -und darum ist auch das Wort »Stufe« unglücklich gewählt; wir verbinden damit oft eine Wertung -, aber es meint ganz klar, daß es besonders im Raum der Gemeinde, aber auch im All­tagsleben Rollen gibt, die nur für den Mann gegeben sind, in welche die Frau nicht hineinsteigen darf. Was heutzutage unter dem Schlagwort Emanzipation läuft, ist teuflische Verführung. Eine Gleichstellung von dritter und vierter Stufe ist gottwidrig.

Das Unterordnen der Schwestern zeigt sich wohl am deutlich­sten in der Ehe. Ich verstehe teilweise die Geschwister, die die­sen Abschnitt auf Verheiratete beziehen. Sicher macht dieser Unterordnungsbereich den Hauptteil aus. Aber er erschöpft sich nicht darin.

Es geht hier nicht nur um Eheleute! Die erste klare Aussage, die das beweist, steht in Vers 7b: »... die Frau aber ist des Mannes Abglanz.« Ihr Ehemänner, sind eure Frauen euer Abglanz?

Wir kommen damit zu dem nächsten Vers: »Denn der Mann ist nicht von der Frau, sondern die Frau vom Mann« (Vers 8). Sagt, Geschwister, kann hiermit die Ehe gemeint sein? Hier geht es doch sehr klar darum, daß die Frau als Geschöpf von dem Mann als Geschöpf herkommt. Und zwar ist konkret Eva von Adam.

»Da ließ GOTT, der HERR, einen tiefen Schlaf auf den Men­schen fallen, so daß er einschlief. Und Er nahm eine von sei­nen Rippen und verschloß ihre Stelle mit Fleisch; und GOTT, der HERR baute die Rippe, die Er von dem Menschen genom­men hatte, zu einer Frau, und Er brachte sie zum Menschen. Da sagte der Mensch; Diese endlich ist Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch; diese soll Männin heißen, denn vom Mann ist sie genommen« (l. Mo. 2,21-23). So redet auch der Vers 9 davon, daß die Frau schöpfungsmäßig des Mannes wegen ist: »... denn der Mann wurde auch nicht um der Frau willen geschaffen, sondern die Frau um des Man­nes -willen.« Schwester, du magst deinen Mann sehr lieben und aufgrund seines Willens viel tun, aber du bist nicht um deines Ehemannes willen geschaffen worden. Das ist doch recht zu unterscheiden: Eine Frau wäre nicht von GOTT gemacht wor­den, wenn er sie nicht um des Mannes Adam willen aus ihm geschaffen hätte.

Bei dem starken Bezug auf Adam und Eva dürfen wir nicht den Fehler machen, es bei ihnen beiden bewenden zu lassen. Die Schöpfungsordnung hat GOTT auch auf die weitere Menschheitsgeschichte gelegt. Das beweist der Vers 12: »Denn wie die Frau vom Mann ist, so ist auch der Mann durch die Frau; alles aber von GOTT.« Hier kann es nicht mehr um Adam gehen, da es um einen Mann geht, der von GOTT nicht durch das bloße Wort, sondern durch eine Geburt geschaffen

 

wurde. Darum frage ich wiederum: Kann es hier um eine Ehe gehen? Frau, Schwester, stammst du von deinem Ehemann ab? Mann, Bruder, bist du von deiner Ehefrau geboren worden? Nein, sondern ein Element der dritten Stufe wurde durch ein Element der vierten Stufe geboren.

Soweit unser Bemühen, in dieser Hinsicht den Textinhalt zu verstehen. Wir müssen allerdings noch auf die Wortwahl des Apostels Paulus unter der Leitung des HEILIGEN GEISTES zu sprechen kommen, da ich schon einige Brüder argumentie­ren hörte, das Wort für Frau im Griechischen beziehe sich auf bereits Verheiratete.

Das in diesem Kapitel durchweg für Frau gebrauchte Wort, drückt keinerlei Rolle aus. Es beschreibt nicht die Frau in einem bestimmten Alter oder eine, die eines Mannes ist, son­dern meint ganz schlicht eine weibliche Person. Während das im Deutschen fast immer gebrauchte Wort Frau eine weibliche Person mit Ehebeziehung zu einem Mann bezeichnet, be­schränkt sich das sehr unbeliebte Wort Weib auf die Eigen­schaft weiblich einer Person. Es wäre daher viel angemessener, dem Grundtext entsprechend mit Weib zu übersetzen. Dann bestände auch die totale Parallelität zum Adjektiv weiblich. Damit wäre dann der rechte Textzusammenhang hergestellt. Manche betonen den Unterschied zu dem Wort Jungfrau. Ja, wenn es doch nicht um die Verheiratete geht, warum steht denn hier nicht Jungfrau? Na, weil das eben auch falsch wäre. Paulus will ja keine Einschränkung durch Rollen. Dieser Ab­schnitt gilt ja nicht nur den Jungfrauen, sondern allen weibli­chen bzw. allen männlichen Menschen.

Es gibt mehrere Bibelstellen, in denen die Bezeichnung Weib gebraucht wird und wo es nahe liegt oder auch offensichtlich ist, daß es sich um Unverheiratete handelt.

  

Lukas 1,26.27.41b.42: »Im sechsten Monat aber wurde der Engel Gabriel von GOTT in eine Stadt von Galiläa, mit Namen Nazareth, gesandt, zu einer Jungfrau, die einem Mann namens Josef aus dem Haus Davids, verlobt war, und der Name der Jungfrau war Maria. « - »... und Elisabeth wurde mit HEILI-GEM GEIST erfüllt und rief mit lauter Stimme und sprach: Ge-segnet bist du unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes!« - (Vgl. Jungfrauengeburt in Gal. 4,4) Wohlgemerkt, Elisabeth spricht aus der Geistesfülle. Sie irrt sich nicht. Es ist auch ausgeschlossen, daß Maria und Josef in den in Vers 39 erwähnten Tagen geheiratet haben, denn selbst bei der Einschreibung werden sie als Verlobte bezeichnet (Kap. 2,5).

1. Kor. 7,34: »Die unverheiratete Frau und die Jungfrau ist für die Sache des HERRN besorgt, damit sie heilig sei an Leib und Geist.« Wer hier noch behauptet, das Wort Frau beinhalte schon die Eigenschaft des Verheiratetseins, konstruiert einen klaren Widerspruch. Daß hier eine Trennung von Frau und Jungfrau vorgenommen wird, soll die besondere Betrachtung der Witwen und alleingelassenen Frauen ermöglichen. Also: Weib (hier Frau) meint alle Menschen des weiblichen Geschlechtes. Natürlich wird dieses Wort auch für die verhei-ratete Frau gebraucht, da es - soweit ich weiß - sonst kein ge-bräuchliches Wort für sie im Griechischen gibt, aber in 1. Kor. 11 ist diese Annahme unbegründet. In Eph. 5,21-23 geht es z.B. um die Einschränkung auf die Ehe, wodurch ein ganz be-sonderes Geheimnis zum Ausdruck kommt. Hier geht es um die Darstellung der Liebe JESU zur Gemeinde und ihrer Unter-ordnung unter den HERRN, nicht um die Schöpfungsordnung: »Ordnet euch einander unter in der Furcht Christi, die Frauen den eigenen Männern als dem HERRN! Denn der Mann ist das

Haupt der Frau, wie auch der CHRISTUS das Haupt der Gemeinde ist, Er als der HEILAND des Leibes. « Wenn hier auch offensichtliche Ähnlichkeiten zu 1. Kor. 11 vorliegen, so ist doch die tiefe Bedeutung des Dargestellten in diesen beiden Fällen sehr verschieden.

Die obigen Gedanken lassen sich analog auf die Männer über-tragen. Auch hier ist es mittlerweile kein Reden in den Wind, wenn man junge Männer ermahnt (das gleiche gilt natürlich auch den älteren), kurzes Haar zu haben bzw. sich das Haupt während des Betens nicht zu bedecken. Denn in den letzten Ta-gen der Heilszeit ist uns leider das Verständnis der »Naturleh-re« verlorengegangen, weil der Mensch der Endzeit unnatür-lich geworden ist. So bleibt uns der Schrecken der Unnatür-lichkeit leider nicht einmal in der sich so bezeichnenden »Christenheit« erspart: langhaarige Männer als solche, die GOTT dienen wollen; bedeckte Männerhäupter beim Gebet. - Schandhaft!

Alles oder nichts!

Die Bibel gibt uns mehrere Hinweise darauf, daß es bei GOTT in Bezug auf die Haupthaare um alle Haare geht. Wir lesen in Matth. 5,36b: »...denn du kannst nicht ein Haar weiß oder schwarz machen.« Ähnliches steht in Matth. 10,30: »Bei euch aber sind selbst die Haare des Hauptes alle gezählt« (siehe auch Luk. 12,7).

Nun noch Luk. 21,18: »Und nicht ein Haar von eurem Haupt wird verloren gehen« (siehe auch Apg. 27,34). Gewiß, der Textzusammenhang ist hier ein anderer als in 1. Kor. 11, aber eins wird deutlich: GOTTES Augen entgeht auch nicht ein Haar unseres Hauptes.

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            Sollte es nicht unser Bestreben sein, Ihm mit allem was Er geschaffen hat - und dazu gehören auch unsere Haare - zur Verfügung zu stehen, damit Seine Schöpfungsordnung vor der sichtbaren und unsichtbaren Welt dargestellt wird? Oder meinen wir, daß GOTT nur in Bezug auf die Bewahrung unserer Haare alle meint - in Bezug auf die Darstellung der Schöpfungsordnung jedoch ein Auge zudrückt? Wir sollten nun das eigentliche Problem - den Ungehorsam - konkretisieren: Es ist seit Ende der Sechzigerjahre ein nicht selten auftretendes Phänomen, daß Männer zwar rundum kur-zes Haar haben, aber irgendwo doch noch eine Haarsträhne lang wachsen lassen, bzw. daß oben auf dem Kopf das Haar geschnitten ist und hinten über die Schultern eine lange Mähne hängt. Ebenso sieht man häufig Frauen, die auf den ersten Blick langes Haar tragen, doch an der Stirn ist es nur gerade einige Zentimeter lang ist - die sogenannte Ponyfrisur. Ich kann einfach nicht mit einstimmen in den Chor der christlichen Masse, die da singt: »Man kann es auch zu genau nehmen. Man kann es auch übertreiben. Gesetzlichkeit!« u.s.w. Ich liebe selbst nicht die Gesetzlichkeit, da sie uns den Tod bringt, aber ich liebe noch weniger den halbherzigen Gehorsam. Stehen nur 90% unserer Haare unter dem Willen und der Ordnung GOTTES, dann haben wir nicht etwa 90% Gehorsam, sondern sind ganz ungehorsam.

Würde man die häufigen Aussagen der Schwestern, die ihren Pony verteidigen, logisch konsequent verfolgen, dann müßte man die Frisur der Punker aus dem gleichen Grund rechtferti-gen: »Na ja, ein Teil der Haare ist ja lang.« Das Dumme ist nur: diese Aussage gälte dann für männliche und weibliche Punker. Bei den buntbemalten männlichen Kammträgern wäre die analoge Aussage: »Na ja, ein Teil der Haare ist ja kurz.«

Versuchen wir doch nicht stets, irgendwelche Abstriche zu ma-chen. Ist es denn so schwer, diesen kleinen Teil der restlichen Haare auch noch dem Willen GOTTES zu unterordnen? Aus welchem Antrieb kommt denn solch ein Widerstreben? Was führt denn die Männer zu Strähnen und die Frauen zu Ponys? - Geltungssucht? Innere Rebellion? Vielleicht böse Geister?

Mich drängt es, zur Ehre des HERRN JESUS von einer jungen Schwester zu erzählen, die selbst eine Punkerin gewesen ist. Eine Gruppe von Christen hatte sich aufgemacht, auf einem Marktplatz von JESUS mit Gesang und Predigt zu zeugen, ohne vorher zu wissen, daß in jener Stadt zur gleichen Zeit ein Punkertreffen stattfand. Es gab viele Schwierigkeiten - Belästi-gung der Schwestern, tätliche Angriffe, Buh-Rufe u.v.m. - bis endlich einer der Gruppenführer hervortrat und seine Pöbler anwies, sich zurückzuziehen und mal zuzuhören, was diese Leute denn zu bieten hätten. Kurz: Einige hundert Punker hör-ten mehr als zwei Stunden das Evangelium. Manche dieser harten Leute waren so von der Liebe JESU überwältigt, daß sie weinten. Die Polizei dankte nachher für das erste Punkertreffen ohne Zerstörung der Innenstadt. Nach der Predigt fuhren die meisten friedlich nach Hause. Ein Mädchen wünschte noch ein Gespräch: Ein Bruder nahm sich viel Zeit, ihr den Heilsweg genau zu erklären. Das Mädchen tat Buße und bekehrte sich noch auf der Straße. Aber wie sollte solch eine im Glauben bestehen können? Sie sah wenig ver-trauenerweckend aus: ein gefärbter Haarkamm, bunte Leder-jacke und was sonst noch zu dem Äußeren einer Punkerin ge-hört. Diese Stadt war auch sehr weit von uns entfernt. Doch GOTT tat Wunder: nach längerer Zeit bekam eine Gemeinschaft von Geschwistern Besuch. Es war diese einstige Punkerin, doch mit wohlgeordnetem Äußeren, so wie es dem Wort

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GOTTES gemäß einer Frau entspricht. Welch eine Freude, daß GOTT sie ganz allein bewahrt hatte. Sie hatte keine Gemeinde in ihrer Nähe gefunden, war aber durch den HEILIGEN GEIST beim Lesen des Wortes GOTTES von der Wahrheit überführt worden. Diese Schwester ist jetzt eine treue Nachfolgerin JESU. Sie hat im Berufsleben viel Spott wegen ihres Äußeren zu erdulden, trägt es aber gerne um JESU willen. Liebe Geschwister! Warum sollten wir uns in die Gefahr be-

geben, GOTT mit geteiltem Herzen (oder mit geteilten Haaren) zu dienen? Ist es denn so schwer, die endzeitlichen Frisurentartungen der Welt zu überlassen und ihr nicht gleich-förmig zu sein? Aus Liebe zu JESUS: Ganz oder gar nicht!

Scheren und Schneiden

»Jede Frau aber, die mit unverhülltem Haupt betet oder weissagt, entehrt ihr Haupt; denn sie ist ein und dasselbe wie die Geschorene« (Vers 5).

Will sich eine Frau nicht gottgemäß verhüllen, so gilt sie vor GOTT wie eine, die geschoren ist; will sie sich umgekehrt nicht das Haar wachsen lassen, dann kann sie sich auch die Verhüllung sparen. Viele Gemeinschaften halten noch an der Verhüllung fest, während ihre Frauen die Friseure bereichern. Wenn Paulus »ein und dasselbe« sagt, dann ist es unmöglich, einen Teil gelten zu lassen und den anderen Teil zu verwerfen. Ebenso dürfen wir nicht meinen, daß GOTT Wohlgefallen an langen Haaren hat, wenn die Bedeckung nicht gepflegt wird. Beides gehört zusammen. Daran läßt der Apostel JESU CHRI-STI keinen Zweifel (Vers 6): »Denn wenn eine Frau sich nicht verhüllt, so werde ihr auch das Haar abgeschnitten; wenn es aber für eine Frau schändlich ist, daß ihr das Haar abge-

schnitten oder geschoren wird, so soll sie sich verhüllen.« Vielleicht argumentiert jemand dagegen: »Ich finde nichts Schändliches dabei, das Haar zu schneiden. Dann brauche ich es auch nicht zu bedecken.« Das mag dem aufrichtigen Gläubigen wie eine Verhöhnung der Heiligen Schrift vorkom-men, ist aber allerorts Sitte. GOTT möchte mit diesem Vers nicht einen Weg eröffnen, auf die Verhüllung zu verzichten. Was bedeutet das Scheren? Die erste Deutung besteht darin, daß Paulus einfach klar machen wollte, daß die Schwestern äußerlich zur Konsequenz geführt werden müssen. Wenn sie sich schon das Haupt nicht recht verhüllen wollen, dann haben sie offenbar in ihrem Herzen den Wunsch, dem Mann gleich zu sein. Dieser unheilige Wunsch sollte dann auch völlig an ihnen verwirklicht werden.

Im römischen Kulturkreis war es allgemein ein ungeschriebe-nes Gesetz, daß Männer kurzes Haar hatten. Sie verwirklichten darin die Lehre der Natur. Wollten nun Schwestern nicht ihre Stellung als Frau im Gebet einnehmen, dann sollte ihr Bestre-ben zur Vollendung geführt werden, indem sie dann völlig dem Mann gleichgesetzt wurden durch das Abschneiden bzw. Ra-sieren der Haare. Das war und ist eine Schande, mit der leider gerade die emanzipierten Frauen unserer Gesellschaft nicht viel anfangen können. In einer Zeit, da ein Großteil der Weiblich-keit mit Bubiköpfen herumläuft, hat auch das Scheren der Frauen ihre damalige Bedeutung für viele verloren. Eine weitere Deutung bestätigt das Scheren als noch schand-hafter. Ich muß allerdings zugeben, daß mir dazu schriftliche Belege aus damaliger Zeit nicht bekannt sind. Zur Zeit der Apostel galt eine Geschorene als Prostituierte. Paulus spricht deutlich aus, daß jede Frau, die nicht in der Unterordnung unter dem Mann leben möchte, der Gesinnung nach

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einer derart Geschändeten entspricht, auch wenn sie ihren Kör-per nicht anbietet. Es schaudert mich, wenn ich an das Eindrin-gen der Emanzipationsbewegung in das Volk GOTTES denke. Wie muß unser vielgepeinigter HERR JESUS doch auf Seine Herde blicken? Wie muß es für Ihn schmerzlich sein, wenn Er auf die schaut, für die »Seine Seele gearbeitet hat«, und dann sehen muß, auf welch eine Stufe der Schande und Er-niedrigung sie sich selbst begeben haben. Du kleine Herde, laß doch diesen Kelch an Ihm vorübergehen durch Gehorsam! Wie sehr es GOTT auf diesen Gehorsam ankommt, merken wir deutlich in der Aufforderung: »Denn wenn eine Frau sich nicht verhüllt, so werde ihr auch das Haar abgeschnitten!« d.h. so werde sie öffentlich entehrt. Können wir uns da noch Ober-flächlichkeit erlauben? Überlassen wir das Geschorenwer-den doch lieber den Schafen.

»... wenn es aber für eine Frau schändlich ist, daß ihr das Haar abgeschnitten oder geschoren wird, so soll sie sich ver-hüllen« (Vers 6b). Daß es ohne Zweifel schändlich ist und Pau-lus hier nicht nur eine Möglichkeit erwägt, werden wir später noch beweisen. Hier sollten wir uns zunächst damit beschäfti-gen, was denn schändlich ist. Offensichtlich ist das Scheren des Frauenhaares Schande vor GOTT. Aber auch das Abschneiden ist schändlich. Abschneiden meint: jede Kürzung des Haares durch irgendein Schneidewerkzeug. Viele Christen, die das Wort grundsätzlich schon akzeptieren, aber doch noch gerne der Welt gleichförmig sind, bestehen darauf, daß es lediglich um langes, im Gegensatz zu kurzem Haar ginge. - Schulterlange Frauenhaare entsprächen der Schrift. - Sie tun es nicht!!

Wenn manche sagen: »Ich habe mir doch nur das Haar hinten geradegeschnitten«, dann ist es doch schon abgeschnitten, auch wenn es nur wenige Zentimeter sind. Ja, wie sieht denn das aus, wenn man ganz unten nur noch einige Haare hat?« Abge-sehen davon, daß es für viele natürlich schön aussieht, muß uns aus Liebe zu JESUS klar werden: Darauf, wie es aus-sieht, kommt es gar nicht an. Verwischen wir doch nicht den Gehorsam durch unser persönliches Schönheitsempfinden! Auch der ständige Verweis auf die Beseitigung von Spliß ist keine genügende Entschuldigung für den Ungehorsam.

Schöpfungsordnung wird äußerlich sichtbar

»Denn der Mann freilich soll sich das Haupt nicht verhüllen, da er GOTTES Bild und Abglanz ist; die Frau aber ist des Mannes Abglanz. Denn der Mann ist nicht von der Frau, son-dern die Frau vom Mann; denn der Mann wurde auch nicht um der Frau willen geschaffen, sondern die Frau um des Mannes willen« (Vers 7-9). Der Mann ist als Geschöpf von GOTT her - GOTT schuf ihn nach Seinem Bilde. Er ist in der Schöp-fungsvollkommenheit ein Abglanz, d.h. eine Darstellung der Herrlichkeit des Höchsten, weil Adam als Typus auf CHRI-STUS, den letzten Adam, hinweist. Es gab keinen Zwischen-schritt bzw. kein Zwischenergebnis bei seiner Erschaffung, sondern GOTT nahm sich Selbst als Vorbild des Schaffens. Wir sehen also, daß im Akt der Schöpfung nichts zwischen GOTT und dem Mann stand, auf das GOTT hätte Rücksicht nehmen müssen. Anders ist das bei der Erschaffung der Frau, die als Schöpfungsgeheimnis schon beim Werden des Adam mitgeschaffen war: »... männlich und weiblich schuf Er sie« (l.Mose 1,27b). In l.Mose 5,2 lesen wir weiter, daß sie beide als »Adam« bezeichnet wurden: »Männlich und weiblich schuf Er sie, und Er segnete sie und gab ihnen den Namen Mensch (Adam), an dem Tag, als sie geschaffen wurden. «

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Eva war wohl schon geschaffen, in den Plan GOTTES mit hin-eingenommen, aber für Adam noch nicht sichtbar. Erst nach-dem Adam im Garten Eden wirkte, wurde auch Eva aus seiner Seite herausgeformt »Und GOTT, der HERR, sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht« (wörtl.: wie seine Entspre-chung/Ergänzung/Gegenüber)... »Da ließ GOTT, der HERR, einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen, so daß er ein-schlief Und Er nahm eine von seinen Rippen und verschloß ihre Stelle mit Fleisch... « (1. Mose 2,18.21).

Eva entstand anders als Adam. Sie ist gewissermaßen über den »Umweg« Mann geschaffen worden. Es ist etwas zwischen ihr und GOTT im Schöpfungsakt. Und das soll sie anerkennen und darstellen, indem sie ihr Haupt verhüllt.

Um jetzt den berufenen Mißverstehern, die in allem irgend et-was mißverstehen müssen, keine Chance zu geben, will ich noch einmal recht klar äußern: Daß der Mann sozusagen zwi-schen GOTT und der Frau steht, bedeutet nicht, daß die Schwester beim Beten auf den Mann angewiesen wäre oder daß dieser eine gewisse Mittlerstellung zwischen ihr und GOTT einnehmen würde.

Ich hoffe, daß GOTT mir durch Seinen GEIST die Gnade ge-schenkt hat, mich verständlich ausgedrückt zu haben und daß Er dir Gnade gibt, einerseits nichts in den Text hineinzudeuten, was nicht dasteht, andererseits aber an GOTTES Wort zu prü-fen, ob es sich also verhält.

Um der Engel willen

»Darum soll die Frau eine Macht auf dem Haupt haben um der Engel willen« (Vers 10). Die Menge-Übersetzung sagt: »Des-

halb muß die Frau ein Zeichen der Herrschaft auf dem Haupte tragen um der Engel willen.« Darum, weil also die Frau vom Mann und um des Mannes willen geschaffen ist, soll sie auch diejenige sein, die sich ihr Haupt verhüllt. Es ginge die Darstellung in der Schöpfungsordnung GOTTES verloren, wenn der Mann sich den Kopf bedeckte.

Nun dürfte zwar vom Wort GOTTES her geklärt sein, warum gerade die Schwestern sich bedecken sollen, aber zumindest ein Wort mutet doch ein wenig geheimnisvoll an, - das Wort Macht. Daran wird deutlich, daß die Hauptordnung nicht nur Symbolik ist. Hier geht es nicht nur darum, sich einen »christlichen Fisch« aufs Auto zu kleben, sondern um Macht, die auch vor den Engeln Geltung hat.

Ich habe dazu von einem Bruder erfahren, der als Evangelist und Lehrer weit herumkommt, daß ihm manchmal Schwestern begegnet sind, die auch nach ihrer Bekehrung von okkulten, finsteren Mächten bedrängt wurden. Besonders belastet war ihr Gebetsleben. Es waren teilweise Schwestern, die 1. Kor. 11 als ein veraltetes Problem ansahen bzw. denen es so als Lehre bei-gebracht wurde. Nachdem unser Bruder ihnen den 10. Vers als heute noch gültig im Lichte des HEILIGEN GEISTES vorstell-te, beteten sie dann zum ersten Mal mit einer »Macht« auf dem Haupt und bezeugten, daß sie wirklich mit mehr Vollmacht und Freudigkeit beten konnten.

Es würde sicher auch ein vermehrter Segen in den Gemeinden entstehen, wenn alle Schwestern es begreifen würden, daß ihr Kopftuch oder Ähnliches eine Macht vor der unsichtbaren Welt ist. Oft kann GOTT den Segen, der in Seinem Wort ver-borgen ist, gar nicht wirken lassen, weil man zwar äußerlich das Wort befolgt und sich doch innerlich nicht der göttlichen Tiefen bewußt ist. Trägst du deine Kopfbedeckung nur, weil es die Tradition diktiert oder die Gemeindesatzung vorschreibt? Ist es vielleicht gar so, daß du dich für diese Äußerlichkeit schämst? Dann wird sicher nichts von der verborgenen Macht der Kopfbedeckung offenbar. - Der Bezug zur unsichtbaren Welt ist hier durch die Bedeckung gegeben. Auch durch die Haare gibt es einen Bezug zu den unsichtbaren Mächten. Hier richten wir die Frage auf: Was hat die Hülle mit den En-geln zu tun? - Die Gemeinde ist der Beobachtung der Engel ausgesetzt. »... damit jetzt den Gewalten und Mächten in der Himmelswelt durch die Gemeinde die mannigfaltige Weisheit GOTTES zu erkennen gegeben werde« (Eph. 3,10). Was aber möchten die Engel denn gerne sehen? Eine Möglichkeit ist: das Fortbestehen der Schöpfungsordnung. Die Engel waren Zeugen der Schöpfung. Sie staunten und jubelten über GOTTES Werk. - Der HERR antwortete Hiob: »Wo warst du, als Ich die Erde gründete?... Oder wer hat ihren Eckstein gelegt, als die Morgensterne miteinander jubelten und alle Söhne GOTTES jauchzten?« (Hiob 38, 4.6.7).

Nun wird uns wohl doch deutlich, wieviel den Engeln die Ein-haltung der Schöpfungsordnung bedeuten muß. Wenn GOTT selbst Seinem Schaffen das Gesamturteil »sehr gut« gab, dann können wir erahnen, wie bewundernd und voller Anbetung die Engel gewesen sein müssen.

Außerdem könnte den Engeln viel daran liegen, die Unterord-nung der Frau unter den Mann zu beobachten, weil sie selbst als dienstbare Geister in der Unterordnung leben und viel Wert auf Gehorsam legen. Angesichts der Tatsache, daß Satan und die gefallenen Engel aufgrund ihres Hochmuts und der Mißachtung der Schöpfungsordnung GOTTES verworfen wurden, blickt die gesamte unsichtbare Welt gespannt auf den Gehorsam der Kinder GOTTES.

GOTT selbst sieht als der wahre Herzenskenner, ob wir als Kinder GOTTES Seine Schöpfungsordnung akzeptieren oder nicht. - Würde es da nicht reichen, wenn wir als Christen Glau-ben und Gehorsam im Herzen hätten? Nein, offenbar nicht! Es würde zu weit führen, für die folgenden Überlegungen ge-naue Beweise zu liefern, aber ich will versuchen, durch Schriftstellen anzudeuten, was mit dem Zusatz »um der Engel willen« gemeint sein könnte.

Engel sehen nicht in das Herz der Menschen hinein. Sie wissen nicht weiter um unseren Glauben, um den Gehorsam, um die Liebe usw., als diese nach außen hin sichtbar werden. Sie be-gehren aber, in vieles hineinzuschauen, nicht, um eine unheili-ge Neugier zu stillen, sondern um GOTT zu verherrlichen, Ihm die Ehre zu geben.

Wie bereits durch das Zitat aus Eph. 3,10 ersichtlich, wird

noch an einigen weiteren Schriftaussagen deutlich, daß gerade die Gemeinde JESU, die in unsichtbaren Grundsätzen besteht, ein besonderes Interesse bzw. Staunen der Engel bewirkt. Kein Wunder, daß solche unfaßbaren Gegenstände wie die Rechtfer-tigung aus Glauben, Vollkommenheit in CHRISTUS u.v.m. vor ihnen eine äußerliche Darstellung erfordern; wie auch Petrus schreibt: »... in welche Dinge Engel hineinzuschauen be-gehren« (1. Petr. 1,12).

Als Israel unter dem Gesetz lebte, war es den Engeln viel leich-ter, den Gottesdienst und Gehorsam des alttestamentlichen Gottesvolkes zu beobachten, da diese zum großen Teil in sicht-baren Handlungen bestanden. So muß auch unser Wandel vor den Augen der unsichtbaren Welt geordnet sein, weil die Engel immerhin als dienstbare Geister um der Auserwähl-ten willen auch die Gläubigen des Neuen Bundes umlagern und behüten.

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Alles aus Ihm, alles durch Ihn und alles zu Ihm hin!

 

»Dennoch ist im HERRN weder die Frau ohne den Mann, noch der Mann ohne die Frau. Denn wie die Frau vom Mann ist, so ist auch der Mann durch die Frau; alles aber von GOTT« (I.Kor. 11,1l+ 12).

Paulus will, nachdem er mehrere Argumente für die Unterord-nung der Schwestern vorgelegt hat, alle Brüder daran erinnern, daß sie sich nicht über das weibliche Geschlecht erheben, in-dem sie meinen, sie wären unabhängig von ihnen. GOTT woll-te es so, daß wir als Männer gerade im Werdegang der Schöp-fung in sehr starkem Maße von den Frauen abhängig sind. Ja, es geht nicht nur um eine besondere Stellung, sondern um un-sere Existenz. Jeder ist von einer Mutter geboren worden. Wir müssen gerade als solche, die im HERRN sind, verstehen, daß GOTT die Geschlechter in eine Wechselbeziehung und eine gegenseitige Abhängigkeit gesetzt hat. Selbst der SOHN GOT-TES hat sich in Seiner Menschwerdung der Schöpfungsord-nung Seines VATERS unterstellt. Denn »als die Zeit erfüllet ward, sandte GOTT Seinen SOHN, geboren von einer Frau ... « (Gal. 4,4).

Die Frau ist im HERRN nicht ohne den Mann, und der Mann ist im HERRN ebenso nicht ohne die Frau. Hier geht es um Sein oder Nichtsein; das ist hier die Frage, die unser Betrach-ten auf Den lenken soll, durch Den alles ist. Diese Gottesbe-trachtung und -bewunderung lenkt uns von einer hochmütigen Selbstbetrachtung ab. Wir sind als Männer nicht deshalb in einer übergeordneten Position, weil wir so »herrlich« sind oder es irgendwie verdient haben, sondern weil GOTT uns in diese Verantwortung gestellt hat. Alles aus Ihm, alles durch Ihn und alles zu Ihm hin! (Röm. 11,36; Kol. 1,16b).

Urteilt bei euch selbst

 

» Urteilt bei euch selbst: Ist es anständig, daß eine Frau unver-hüllt zu GOTT betet?« (Vers 13). Oh, wie schnell gelingt es heutzutage dem Teufel, GOTTES Werk zu zerstören, wenn Menschen sich nicht völlig an den HERRN JESUS ausgeliefert haben. Da bemüht sich GOTT in seinem Wort, den Gläubigen Erkenntnis zu vermitteln und sie zur Einsicht zu führen. Und was tun diese Christen mit geteiltem Herzen? Sie mißbrauchen einzelne Aussagen der Schrift zu ihrem Ungehorsam. So auch diesen Vers. Da sträuben sich einem die Haare: »Auf-geklärte«, intelligente, studierte Menschen wagen es, mit dem dreizehnten Vers alle vorangegangenen für nichtig zu erklären. Als hätte GOTT durch Paulus gesagt: »So, ich habe euch mei-ne Gründe genannt, habe euch meine Erkenntnis vorgelegt, jetzt seid ihr dran. Vielleicht ist meine Meinung falsch. Mag sein, daß ich mich täusche oder ich bin nicht ganz kulturange-paßt. Liebe Kindlein, ihr könnt das ja besser. Euer Urteil hat Rechtsgültigkeit.«

So ein Unsinn! - Wenn Paulus schreibt: »Urteilt bei euch selbst«, dann nur in dem Sinne, daß die Antwort von GOT-TES Seite schon unanfechtbar feststeht.

Die einleitenden Worte haben in etwa diesen Sinn: »Versteht doch ...« , »Akzeptiert doch ...« , »Meint ihr wirklich, daß es anständig ist ...?« - Es handelt sich um eine rhetorische Frage. Wenn das Beten und Weissagen ohne Verhüllung ein und das-selbe wie ein geschorenes Haupt ist (Vers 5), dann muß es eine große Schande sein. Ja, selbst wenn die Christenheit sich bald an glatzköpfige Frauen gewöhnen sollte, dann bleibt nach dem fünften Vers die Schande des Unverhülltseins vor GOTT beste-hen. Wäre hier tatsächlich ein Hintertürchen für eine Flucht in

den Ungehorsam geöffnet, dann sollte uns doch sehr die Ein-leitung zum nächsten Vers verwundern: »Und lehrt euch nicht selbst die Natur ... ?« - Ja, sogar die Natur lehrt es. Wie solltet ihr da noch die innere Auflehnung wagen, das als anständig zu bezeichnen, wenn eine Frau unverhüllt betet?

Lehre der Natur

»Und lehrt euch nicht selbst die Natur, daß, wenn ein Mann langes Haar hat, es eine Schande für ihn ist, wenn aber eine Frau langes Haar hat, es eine Ehre für sie ist? Denn das Haar ist ihr anstatt eines Schleiers gegeben« (Vers 14+15).

Wir dürfen gemeinsam ganz nüchtern feststellen, daß die Natur ein Lehrer auch der Gläubigen ist. Allerdings ist das Lernen von der Natur heutzutage dem gewöhnlichen Menschen unse-rer Luxusgesellschaft verloren gegangen, einfach aus dem Grunde, daß er unnatürlich geworden ist. Wir sind größtenteils der Natur entfremdet. Kaum jemand beschäftigt sich über die Naturwissenschaften in der Schule hinaus mit der Natur. Da durch geht uns ein enormer Erkenntnisschatz verloren. Denn die Bibel bezeugt uns auch, daß in der Natur Erkenntnis über GOTT vorhanden ist, und zwar nicht nur die Erkenntnis Seiner Existenz oder Seiner Größe, sondern weit darüber hinausge-hend. »Denn Sein unsichtbares Wesen, sowohl Seine ewige Kraft als auch Seine Göttlichkeit, wird seit Erschaffung der Welt an in dem Gemachten wahrgenommen und geschaut, da-mit sie ohne Entschuldigung seien« (Röm. 1,20).

Aber lehrte und lehrt die Natur wirklich, daß langes Haar eine Schande ist? Wir dürfen bei der Beantwortung dieser Frage bestimmt nicht die dämonisierten Völker als Maßstab nehmen. Die Israeliten hatten als ein GOTT geweihtes Volk durch das

Gesetz die Verordnung zum kurzen Männerhaar. Hier war es tatsächlich eine große Schande, wenn Männer langes Haar hat-ten ohne gottgeweiht (Nasiräer) zu sein. Für Indianer bedeuteten lange Haare eine Ehre, Germanen wa-ren stolz auf frei wachsendes Haar, Kelten und Gallier pflegten ebenso, ihr Haar nicht zu schneiden. Wenn wir eine Antwort erhalten wollen, dann müssen wir die Völker mit dem Hinter-grund der Zweckbestimmung ihrer Haartracht untersuchen. Und da müssen wir doch feststellen: Wenn die Männer nicht die Absicht hatten, durch ihr Haar eine besondere Wildheit oder ein Imponiergehabe vorzuweisen oder Furcht einzuflößen, dann hatten sie im allgemeinen kurzes Haar. Das mag ebenfalls naturbedingt daher rühren, daß der Haar-wuchs am Kopf bei den Männern durchschnittlich viel langsa-mer ist und daß das Kopfhaar der Männer nicht die Länge des Kopfhaars der Frauen erreicht.

Bei den Schwestern bedeuten lange Haare nicht nur die Be-wahrung vor Schande, sondern vielmehr noch eine Ehre. Wie herrlich! Ehre, die vor GOTT gilt. Liebe Schwester, wir wissen wohl, daß es nicht immer sehr leicht ist, diese Ehre vor GOTT zu pflegen. - Wieviel einfacher wäre die Pflege, wenn du dir das Haar abschneiden würdest. Wie viel Zeit könntest du sparen. Wieviel unwillige Gedanken und Aussagen deiner Mit-menschen könntest du vermeiden, aber du tust es nicht, um die Ehre vor GOTT zu bewahren, wenn es auch die Ehre vor den Menschen kostet. Ich will dich nun von ganzem Herzen dazu ermutigen, auch nicht einen Zentimeter von dieser Ehre zu kürzen. Laß die Welt lachen. Laß auch die halbherzigen Chris-ten spotten. Das ist Schmach um CHRISTI willen. Bleibe (oder werde, wenn du es noch nicht bist) kostbar für JESUS, schön für Ihn, geehrt von Ihm.

Warum ist denn langes Haar eine Ehre für die Frau?

 

Weil GOTTES Wort sagt, daß es ihr als Schleier gegeben ist. Ein Schleier schmückt, ein Schleier verhüllt, ein Schleier ist lang, kein Stoff-Fetzen. Das hat GOTT dem weiblichen Geschlecht als Merkmal bei der Schöpfung in seiner Souveränität gegeben. Warum das Haar anstatt eines Schleiers gegeben wurde, wird in diesem Kapitel nicht beantwortet. Aber es ist offenbar so. Und das reicht zur Begründung dafür, daß das Haar lang sein soll. Kurzes Haar entspricht nicht einem Schleier, eher einem Schnupftuch.

» Wenn es aber jemand für gut hält, streitsüchtig zu sein, so soll er wissen: wir haben eine derartige Gewohnheit nicht, auch nicht die Gemeinden GOTTES« (Vers 16).

Sicher sind die Anweisungen, wie sie der Apostel Paulus vom HERRN empfangen und uns überliefert hat, nicht immer sehr leicht zu erfüllen. Wir haben gesehen, daß allein in dem kurzen behandelten Bibelabschnitt eine Fülle von Dingen vorhanden ist, auf die wir in praktischem Gehorsam zu achten haben. Daß gerade über 1. Kor. 11,2-16 so viel gestritten wird, ist schon beschämend. Was wäre wohl, wenn er den sechzehnten Vers nicht aufgeschrieben hätte?

0 laßt uns Lichter in der finsteren Endzeit sein und sehr darauf achten, wie wir wandeln. Laßt es uns ganz genau nehmen (Eph. 5,15), auch wenn andere mit dem Finger auf uns zeigen und ihre Zunge spitzen, den Frommen abzuschießen. Wir kön-nen GOTTES Wort für uns persönlich nicht genau genug befolgen.

Jedoch möchte ich darauf hinweisen, daß es bei dieser Anwei-sung um äußere Dinge geht. Das Äußerliche im Neuen Testa-

ment ist immer Ergebnis. Andernfalls wäre es Zeremonie, Zwang und Gesetzlichkeit. Wer den HEILIGEN GEIST hat, wird diese Dinge gerne tun. Wer Glauben hat, wird auch die äußerlichen Werke der Schrift gemäß vollbringen. Ein guter Baum wird gute Frucht bringen. Und Frucht braucht Zeit zum Reifen! Laßt uns das sehr wohl bedenken. Es gibt viele Kinder GOTTES, die darüber nicht biblisch belehrt werden, ja einige, die verführt werden. Ihnen wird von Theologen das Licht ausgeschaltet. Und darum beziehe ich die Warnung vor der Streitsucht in erster Linie auf uns, die wir dem Wort gehorchen wollen. Bemühen wir uns, in der Kraft des HEILIGEN GEISTES solchen Unwissenden, Verirrten oder Verführten das Licht mit Liebe und Frieden einzuschal-ten? Lassen wir doch den Neubekehrten etwas Zeit, die Hauptordnung aus Liebe zum HERRN JESUS zu pflegen. Hau ihnen nicht gleich auf den Kopf. Rauf ihnen nicht sofort die »Haare«. Sonst kommt es dazu, daß äußerlich alles in Ord-nung erscheint und innerlich der Komposthaufen modert. Allerdings sollten wir nicht in eine antichristliche Toleranz verfallen. Wenn manche Geschwister eine Belehrung empfan-gen haben und sie nicht praktisch umsetzen wollen, dann soll-ten sie von öffentlichen Diensten wie z.B. dem Singen im Chor ferngehalten werden, da sie einen Schatten auf die Gemeinde GOTTES werfen und aufrichtig suchenden Seelen hinderlich sein können. Außerdem müssen wir uns von solchen fernhal-ten, die den gesamten Text für zeitbedingt oder kulturabhängig erklären, um damit die Gültigkeit für alle Kinder GOTTES in unserer Zeit aufzuheben. Sie zersetzen damit indirekt das ge-samte Wort GOTTES.

Wer den GEIST GOTTES hat, wird sich gegen keines der Lust sein, sie zu erfüllen. Darum sollten wir es mit dem Reifen-lassen auch nicht zu weit in die Länge ziehen. Oft reicht eine Belehrung, und die Geschwister gehorchen mit frohem Herzen. Manchmal bedarf es erst einer inneren Überwindung. Wo aber lange Zeit nach deutlicher Aufklärung immer noch keine Frucht sichtbar wird, da liegt ein Widerstreben gegen den HEI-LIGEN GEIST vor.

Abschließend möchte ich unseren Blick auf JESUS lenken. Er möchte sich an der Frucht der Mühsal seiner Seele sättigen (Jes. 53,11). Oh, wie hat sich Seine Seele dort auf Golgatha ab-gemüht, damit wir Seine Frucht würden, damit Er sich an uns sättigen kann. Ich möchte gerne eine reife, schöne, schmack-hafte Frucht für meinen HEILAND sein. Ich möchte schön für JESUS sein. Er soll Seine Freude an mir haben. Liebe Geschwister, laßt uns 1. Korinther 11 um so lieber erfüllen, da die meisten Christen davon abgewichen sind. Wie wenig wird der HEILAND durch die Seinen gesättigt. Wie wenig Frucht findet Er bei denen, die Er erlöst hat. - Sei du herrlich für Ihn, daß Er sich auch an dir sattsehen kann. Werde eine köstliche Frucht für den HERRN JESUS.

 

 

 

 

Mein Ich soll ganz verschwinden,

mein Name soll vergehn!

Daß JESUS nur zu finden, daß Er in mir zu sehn.

Mein Leben ich verliere, um zu gewinnen Ihn!

Daß völlig triumphiere, in mir Sein Lammessinn.