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Die Sündenvergebung

 

1.Was macht der HERR mit vorsätzlichen, jedoch bereuten Sünden?

2.Was macht der HERR mit Sünden, die Folgen haben?

 

1.Es kann sein, dass wir arglos im Geschäft an der Arbeit sind oder im Haushalt beschäftigt sind, und da kommt jemand und neckt uns bis uns ein böses Wort herausfährt. Vielleicht kommt noch dazu, dass die „Nervensäge“ ein Bruder oder eine Schwester im HERRN ist. Und als gute Christen erinnern wir uns sofort an die Stelle in Matthäusevangelium: 5,22 Ich aber sage euch, daß jeder, der seinem Bruder zürnt, dem Gericht verfallen sein wird; wer aber zu seinem Bruder sagt: Raka! dem Hohen Rat verfallen sein wird; wer aber sagt: Du Narr! der Hölle des Feuers verfallen sein wird. Oder wir denken an die Bibelstelle in der es heisst, du sollest deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

 

Vielleicht waren wir in einer ganz anderen Situation. Wir haben uns bewusst einer Notlüge bedient und wir müssen bekennen, dass unser Ja ein Nein war oder unser Nein ein Ja.

 

Nun stehen wir da und wissen, dass wir gegen den HERRN gesündigt haben. Ganz bestimmt war jeder von uns in einer ähnlichen Situation. Machen wir uns da nichts vor. Sogar der gute König David nahm sich willentlich die Frau seines Nächsten und brachte dazu deren Ehemann um.

Vielleicht kommt nun der Satan noch und spricht: Du hast nun vorsätzlich gesündigt, dafür gibt es keine Vergebung!

 

Wir fühlten uns schon schlecht genug vorher, dem HERRN gegenüber, wegen unserer bewusst begangenen Sünde, aber nach solchen Einflüsterungen ist es vielleicht um uns geschehen. Wir fühlen uns nun vielleicht nicht mehr würdig im Reiche Gottes mitzuarbeiten, geschweige denn noch vor den HERRN zu treten. Unser Wachstum im HERRN kommt zum Stillstand und unser Vorangehen ist gestoppt. Von einem Leben im Sieg ist keine Rede mehr. 

 

Die Frage ist nun: Müssen wir in diesem elenden Zustand verharren, obwohl wir bussfertig wären?

 

Die Antwort lautet klar und deutlich: Nein! Christus hat auch für diese Sünden gelitten und bezahlt! Schon im Alten Testament wird mehrfach darauf hingewiesen, z. B.:

3. Mose 5,20

Und der HERR redete zu Mose:

21 Wenn jemand sündigt und Untreue gegen den HERRN begeht, daß er seinem Nächsten ein anvertrautes Gut ableugnet oder ein Darlehn oder etwas Geraubtes, oder er hat von seinem Nächsten etwas erpreßt,

22 oder er hat Verlorenes gefunden und leugnet es ab, und er schwört falsch oder irgend etwas von allem, was ein Mensch tun mag, sich darin zu versündigen:

23 dann soll es geschehen, wenn er gesündigt hat und schuldig geworden ist, daß er zurückerstatte das Geraubte, das er geraubt, oder das Erpreßte, das er erpreßt hat, oder das Anvertraute, das ihm anvertraut worden ist, oder das Verlorene, das er gefunden hat,

24 oder <etwas> von all dem, worüber er falsch geschworen hat; und er soll es erstatten nach seiner <vollen> Summe und ein Fünftel davon noch hinzufügen. Wem es gehört, dem soll er es geben am Tag seines Schuldopfers.

25 Und dem HERRN soll er sein Schuldopfer bringen: einen Widder ohne Fehler vom Kleinvieh, nach deiner Schätzung, als Schuldopfer zum Priester.

26 Und der Priester soll Sühnung für ihn erwirken vor dem HERRN, und es wird ihm vergeben werden wegen irgend etwas von allem, was er getan hat, darin schuldig zu werden. (rev. Elberfelder Bibel)

 

Wie ist diese alttestamentliche Stelle zu verstehen? Jesus spricht: Denn wenn ihr Moses glaubtet, so würdet ihr mir glauben, denn er hat von mir geschrieben (Joh 5,46 Elberfelder Bibel). Die fleckenlosen Stellvertreter, die anstelle des Sünders sterben müssen, sind Sinnbilder Christi (Hebr. 10,1). Christus ist auch an unserer Statt gestorben. Ein Lamm ohne Fehler und Flecken.

 

Wir sehen nun: Der HERR hat vorgesorgt, wir müssen deshalb nicht verzagen, es gab bereits im AT ein Opfer für solche Sünden. In einer solchen Situation gibt es also einen Ausweg: Sofort zum HERRN rennen, die Sünden bekennen, auch wenn sie vorsätzlich waren, und er wird uns vergeben!

 

Nun ist der Weg wieder frei, um ungehindert vorangehen zu können. Die Gemeinschaft ist wieder hergestellt. Lobet den HERRN!

 

Zu beachten: Für vorsätzliche, unbereute Sünden gibt es kein Opfer und somit auch keine Vergebung. Gott ist kein Allversöhner! Siehe auch Hebr. 10, 26-31.

 

 

Sünden mit Folgen 

2.Durch seinen Tod am Kreuz von Golgatha gab Jesus Christus den Menschen, die an ihn glauben (Rö 10:9 u.a.), einen Ausweg aus ihrer hoffnungslosen Situation, die zwischen Gott und dem Menschen entstanden ist. Durch seinen Tod am Kreuz hat er die Rechtsforderung Gottes an den Menschen erfüllt. Deshalb kann Jesus Christus jedem Menschen Frieden mit Gott anbieten. Alle Christen kennen daher den schönen und befreienden Vers in der Bibel, indem Jesus sagt: Kommet her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben (Mt 11:28 Elberfelder Bibel). Christus vergibt jedem bussfertigem Sünder seine Übertretungen. Daher liess Gott auch den Vers im Johannesbrief niederschreiben, indem wir auch äusserst befreiende Worte finden: Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit (1.Joh 1,9).

 

Der HERR, JESUS CHRISTUS, reinigt uns von aller Ungerechtigkeit. Er deckt unsere Sünden nicht einfach nur zu, nein, er hat die Macht, Sünden gänzlich und für immer verschwinden zu lassen. Im Alten Testament opferte man Tiere wegen der Sünden, deren Blut vermochte die Übertretungen jedoch nicht verschwinden zu lassen, ihr Blut vermochte lediglich, die Sünden zuzudecken. Aber in jenen Opfern (Tieropfer im AT) ist alljährlich ein Erinnern an die Sünden; denn unmöglich kann Blut von Stieren und Böcken Sünden hinwegnehmen (Heb 10:3,4). Deshalb gab sich der HERR um unseretwillen dahin, und er schaffte damit einen vollkommenen Ausweg für den Menschen, wie es auch der Apostel Paulus in Apg 13 predigt: 38 So sei es euch nun kund, Brüder, daß durch diesen euch Vergebung der Sünden verkündigt wird; 39 und von allem, wovon ihr im Gesetz Moses' nicht gerechtfertigt werden konntet, wird in diesem jeder Glaubende gerechtfertigt (Elberfelder Bibel).

 

Nun sagen wir vielleicht: „Das ist ja alles schön und sehr befreiend, doch was macht der HERR, wenn wir durch spezielle Sünden Verbindungen eingehen oder Vorgänge in Gang bringen, die wir nicht mehr auflösen bzw. stoppen können? Da bindet vielleicht jemand Geld oder sonstiger Besitz, der nicht gebunden sein sollte, durch Verträge, die nicht aufgelöst werden können, oder jemand geht eine aussereheliche Beziehung ein und zeugt dabei ein Kind, oder jemand meint eine Person wegen familiären Erwartungen heiraten zu müssen, die er bzw. sie gar nicht liebt.

 

Kann der HERR bei solchen Sünden noch helfen, oder ist die Beziehung zum HERRN nun für den Rest unseres Lebens getrübt? Gilt in dieser Situation auch noch: Kommet her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben?

 

Der HERR kann helfen! Jer 32:27  Siehe, ich, der HERR, bin ein Gott alles Fleisches; sollte mir etwas unmöglich sein? 1. Mo 18: 14  Sollte dem HERRN etwas unmöglich sein? (Luther Bibel)

 

Der König David befand sich in einer folgenschweren Sünde, als er mit der Frau Urias ins Bett stieg und Uria umbringen liess. David konnte das Unheil nicht wieder gutmachen, denn Uria war tot und seine Frau, Batseba, war durch ihn (David) schwanger. Wie kann so ein Vergehen vor Gott aus der Welt geschafft werden? David konnte doch unmöglich Uria aus den Toten erwecken und das gezeugte Kind, ohne eine erneute Sünde zu begehen (Mord), verschwinden lassen?

Wie reagierte der HERR in jener Situation?

 

Gott wusste natürlich schon damals, dass sein lieber Sohn für die Menschen eine Erlösung schaffen wird. Deshalb war Gott, rechtlich gesehen, in der Lage, den Menschen, die reumütig Sündenvergebung verlangten, die Sünden zu vergeben und zwar von Anfang (Adam und Eva) an. Deshalb sandte Gott den Propheten Nathan zum König David um Reue für die Schandtaten beim König zu wecken. Nachdem der König den Ernst der Lage erkannt hatte, reute es ihn tatsächlich: 2. Sam 12:13  Da sprach David zu Nathan: Ich habe gesündigt wider den HERRN. Auf dieses Wort hin konnte Gott dem David durch den Propheten wunderbares ausrichten lassen: 13b Nathan sprach zu David: So hat auch der HERR deine Sünde weggenommen; du wirst nicht sterben (Lut).

Wenn Gott spricht: Deine Sünden sind vergeben, dann sind sie vergeben. David war in einer neuen Ausgangslage. Die Beziehung zum HERRN war nun wieder ungetrübt. Er konnte in einer unbelasteten Beziehung mit Gott leben. Das zeigt Gott, indem er dem Paar später wieder einen Sohn schenkt und ihn vor den Augen seiner Widersacher Liebling des HERRN nennt: 2. Sam 12: 24  Und da David sein Weib Batseba getröstet hatte, ging er zu ihr hinein und schlief bei ihr. Und sie gebar ihm einen Sohn, den hieß er Salomo. Und der HERR liebte ihn. 25  Und er tat ihn unter die Hand Nathans, des Propheten; der hieß ihn Jedidja (Liebling des HERRN), um des HERRN willen. Auch nahm der HERR dieses Kind, das aus einer anfänglich verbotenen Beziehung stammte und setzte es zum Thronfolger ein und setzte somit Salomo unter die Vorfahren Christi (Mt 1:6).

 

Auf die Tat Davids folgte zwar eine harte Züchtigung. Durch die Züchtigung lernt der Mensch den richtigen Weg, den er wandeln soll. Durch das Tragen der Züchtigung tragen wir nicht unsere Schulden ab. Der Mensch kann sich nicht selber auslösen (Psalm 49:8,9 Rev. Elb. Bibel). Christus hat uns, die wir an ihn glauben, ausgelöst. Deshalb können wir uns in jeder Lebenslage an ihn wenden, denn er spricht: Kommet her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben. Wir können nach dem Sündenbekenntnis unbelastet, mit einer neuen Ausgangslage und einer intakten Beziehung mit Gott, weitergehen.

Tobias Frei