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Ausklang 12


12. AUSKLANG

So lehrreich und interessant das Studium prophetischer T hemen auch sein mag, der entscheidende Schlüssel für das Verständnis der gesamten biblischen Prophetie liegt darin, daß wir den jeweiligen Bezug zu der Person unse res Herrn Jesus Christus sehen. Er ist der Anfang und das Ende aller Offenbarung Gottes, und Er ist auch das Alpha und Omega (der erste und letzte Buchstabe) des geschrie benen Wortes Gottes.

Wenn Gott uns Einsicht gibt über den künftigen Verlauf der Ereignisse und Sein Handeln mit dem Bösen, dann soll es uns um so größer werden, daß Sein Sohn Ihn in jeder Einzelheit Seines Lebens verherrlicht hat und auch in Zukunft verherrlichen wird.

Gott hat sehr viel Geduld mit dem ersten Menschen bewiesen und beweist sie auch heute noch. Doch eines Tages wird alles, was an den gefallenen Menschen erinnert, aus dieser Schöpfung entfernt sein.

Seit dem Sündenfall ist es das Bemühen Gottes und Seines Geistes, in denen, die glauben, die Kennzeichen des zweiten Menschen, Seines Sohnes, hervorzubringen. Der Heilige Geist möchte uns auf alle Weise - nicht zu letzt durch das prophetische Wort - den Herrn Jesus vor stellen und vor unseren Augen großmachen. In diesem Sinn hat der Herr an dem letzten Abend vor Seinem Sterben von dem Geist Gottes zu den Jüngern gesprochen: „Er wird mich verherrlichen, denn von dem Meinen wird er empfangen und euch verkündigen“ (Joh 14,16).

 Und so  würde er ihnen auch das Kommende verkündigen (Joh 16,13). Sowohl die Bücher des Alten Testaments als auch die des Neuen Testaments sind, wie wir es in diesem Büchlein versucht haben aufzuzeigen, von prophetischen Aussagen durchzogen. Es liegt an uns, die vielen unterschiedlichen und sich gegenseitig ergänzenden Aussagen harmonisch zusammenzufügen.

 Auch dabei brauchen wir die Leitung des Geistes Gottes.
 Er ist es, der heilige Männer Gottes trieb, diese Dinge niederzuschreiben (1. Pet 1,21), und er ist es auch, der uns diese Weissagungen aufschließen will. Das ist ein Ansporn für uns, das prophetische Wort sorgfältig zu untersuchen.


Und so besitzen wir das prophetische Wort
 befestigt, auf welches zu achten ihr wohl tut,
 als auf eine Lampe, welche an einem dunklen Ort leuchtet,
 bis der Tag anbreche 
und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen
 (2. Pet 1,19). 

Die lange Nacht der Abwesenheit des Herrn Jesus als das Licht der Welt neigt sich ihrem Ende zu. Ist es nicht so, daß die Nacht am dunkelsten und kältesten ist kurz vor Tages anbruch? Wie dankbar dürfen wir sein, daß wir das helle Licht der Lampe des Wortes Gottes haben. Das Wort Gottes, und insbesondere das prophetische Wort, läßt uns die augenblicklichen Entwicklungen im rechten Licht se hen.


 Doch die entscheidende Frage für uns heute ist, ob der Morgenstern bereits aufgegangen ist in unseren Herzen. Viele Jahrhunderte war die Wahrheit von dem Kommen
 des Herrn Jesus als der glänzende Morgenstern (vgl. Offb 22,16) zur Entrückung der Versammlung Gottes vor den Gerichten nicht mehr bekannt. Seit etwas mehr als hundertsechzig Jahren hat Gott wieder Licht über diesen wichtigen Teil des prophetischen Wortes geschenkt, ob wohl diese Wahrheit von vielen Seiten bekämpft wird.

Doch die Frage ist nicht allein, ob wir diese Wahrheit ken nen, sondern ob der Morgenstern in unseren Herzen auf gegangen ist. Erwarten wir den Herrn Jesus mit verlan genden Herzen? Prägt diese Erwartung unsere gesamte Denkweise und Lebensführung? Dahin soll uns das Stu dium der Prophetie des Wortes Gottes führen. Und dann wird der Herr Jesus, den wir täglich erwarten dürfen, mehr und mehr Gestalt in unserem Leben bekommen. So kön nen wir zu Seiner Freude und zur Ehre Gottes dem Ziel entgegengehen bis zu dem Augenblick, wo auch wir den Ruf hören:

KOMM HIER HERAUF!