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Frage: 548         1855

Sali HP

1 Tim 2, 8

1Tim 2,8 Ich will nun, daß die Männer an jedem Orte beten, indem sie heilige {O. reine, fromme} Hände aufheben, ohne Zorn und zweifelnde Überlegung.

Heisst das, das wir z. Bsp. bei Lobliedern unsere Hände in die Luft  strecken dürfen, oder ist das nur den Ältesten zu bibl. Zeit gestattet?

Gruss Michael


Lieber Michael

Du schneidest interessantes an.
1. Es steht hier nichts von "singen",  sondern von "beten".
2. Es steht nichts von Ältesten sondern von Männern.
3. Biblische Zeiten gibt es in dem "Sinne" nicht. Die Bibel umfasst alle Zeit sogar die Zeit vor und nach der Zeit...
4. Falls von den Männern nur die Ältesten beten sollten gäbe, es heute kein Männergebet mehr, denn es gibt ja keine Apostel  mehr, die Älteste  einsetzen, weil es keine Apostel mehr gibt.
5.  Mit heilige Händen meint die Schrift den inneren Zustand der Männer,  also heilig, , ohne Zorn und ohne Zweifel. Nirgends wird in der Schrift vorgeschrieben, dass man beim Beten die Hände aufheben soll, kann man ja, dann werden die Gebete akzeptabel kurz vor lauter "krüseln".

Lasst uns heilig nicht nur nach der Stellung sondern auch in unsern Zustand sein.

In IHM
Hans Peter


Sali HP

Was meinst du mit "dann werden die Gebete akzeptabel kurz vor lauter "krüseln""?

Gruss Michael


Lieber Michael

ich kannte mal einen Bruder der brachte es fertig, 3 x länger zu beten als Salomo, ohne etwas dabei zu sagen. Horror für die Geschwister die auch auf den Knien waren...

Gruss

Hans Peter


Hallo zusammen   07.05.02

Hier sind noch einige Gedanken zum Text. Vielleicht gibt es daraus noch weitere Fragen. Schliesslich ist es halt doch ein umstrittenes Thema und hier die biblische Mitte zu bewahren ist schwierig.  Dann mal zum Text. Eines dürfen wir nicht vergessen: Die Anweisung kommt, weil wir zu wenig beten. Es ist ja einfacher etwas zu tun, als zu beten.  Nun zum Vers: "daß die Männer an jedem Ort beten" Also überall sollen die Männer beten. Oder umgekehrt: Begib dich nur an solche Orte, an denen du auch mit gutem Gewissen beten kannst.
Timotheus befand sich in Ephesus. Ephesus war eine heidnische Stadt. Und die Gemeinde stand auch unter dem Einfluss der heidnischen Kultur. Auch wir stehen unter dem Einfluss einer gottfeindlichen Kultur. Und deshalb ist die Beschreibung der Hände Paulus so wichtig:

"Heilige Hände"

Heilige Hände sind unbefleckte Hände. Unbefleckte durch die Sünde. Die Heiligen Hände gibt es nur, wenn wir Jesus Christus als unseren Herrn und Heiland angenommen haben.
In Hebräer 10,14-17 steht geschrieben:
"Denn mit einem Opfer hat er die, die geheiligt werden, für immer vollkommen gemacht.

Das bezeugt uns aber auch der Heilige Geist; denn nachdem er gesagt hat: `Dies ist der Bund, den ich ihnen nach jenen Tagen errichten werde, spricht der Herr, ich werde meine Gesetze in ihre Herzen geben und sie auch in ihre Sinne schreiben; und: `Ihrer Sünden und ihrer Gesetzlosigkeiten werde ich nicht mehr gedenken."

Jesus Christus reinigt die Hände. Seine Vergebung eröffnet die wahre Möglichkeit zum Gebet. Wer Jesus Christus kennt, kann heilige Hände erheben. Aber nur, wer seine Sünden – die da täglich geschehen - Jesus Christus bekennt.  Paulus schreibt hier an uns Männer. Warum wohl? Unsere nichtchristliche Kultur – und die herrscht heute – zieht die Sexualität in den Schmutz. Und Satan zerstört durch sie die Beziehung zu  Gott. Eine echte Nähe zu Gott und auch eine echte tiefe Nähe zum anderen Geschlecht.

Dann weiter:   "indem sie heilige Hände aufheben"

Es wird in diesem Vers auch noch die Art des Gebets beschrieben. Hände  aufheben ist biblisch verankert. Weit verankerter als Hände falten. Nur leider hat uns die jüngere Kirchengeschichte beinahe den Weg verbaut. Es herrscht Mühe die Hände zu heben, wegen den charismatischen Gemeinden. Erhobene Hände waren eine normale Gebetsform im Alten Testament und in der  Urgemeinde.

In Psalm 134, 2 steht geschrieben:

"Erhebt eure Hände im Heiligtum und preist den HERRN!"

Auch in der Urgemeinde war dies normale Praxis. Clemens von Alexandrien war  ein anerkannter Lehrer in der Gemeinde des 2. Jahrhunderts. Im 1. Clemensbrief heisst es:  "Wir wollen vor ihn treten mit geheiligter Seele, indem wir heilige und  reine Hände erheben zu ihm" Gehorsam gegenüber Jesus Christus bedeutet hier nun auch, diese Gebetsform zu akzeptieren. Die Hände beim Gebet hoch zu halten ist nicht falsch! Und man ist deswegen auch kein Pfingstler. Auch ist es nicht falsch die Hände zu  falten.

Und da braucht es Mut zu Korrektur. Mit beidem zu leben.  Erhobene Hände sind nicht falsch! Ansonsten betreiben wir Bibelkritik. Wir streichen das, was uns nicht passt.  Natürlich weiss ich: Es ist nur äussere Form. Es kommt auf das Herz an. Und wenn es so ist, dann sollte ich ja keine Mühe haben. Nun geht der Text nach Ort und Methodik noch weiter; die Gesinnung  beschrieben:

"ohne Zorn und zweifelnde Überlegung"

Beten ist unvereinbar mit „Zorn und Streit“ bzw. „Zweifel“.  Es gibt kein Gott wohlgefälliges Gebet ohne Liebe und Frieden untereinander!  Der Teufel hat keine grosse Angst vor unseren Anstrengungen und  Bekenntnissen. Aber er weiss, dass sein Reich zerstört wird, wenn wir unsereHerzen zu Gott erheben.

Das Neue Testament kennt nur betende Christen.

In JC

Stefan Reutimann