Frage2185

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Hallo HP,

worauf bezieht sich 1. Kor. 14,38 "wer aber das nicht anerkennt, der wird auch nicht anerkannt."?

Meinst Du, dieses "Nicht-anerkannt-werden" kann sich auch auf das juengste Gericht beziehen oder auf Exkommunikation?

Martin/Lycos

Lieber Martin/Lycos,
 
du bist offensichtlich einer dieser modernen Übertragungen aufgesessen. Das Thema von 1. Kor. 14 ist Reden in der richtigen Form. Dabei müssen wir mindestens drei Dinge unterscheiden:
  • Zungenrede
  • prophetische Rede
  • Rede von Frauen in der Gemeinde (Lehre)
Unmittelbar vor dem von dir zitierten Vers geht es um das Verbot der Frauen in der Versammlung/Gemeinde zu lehren. Paulus sagt, dass es für eine Frau schändlich ist so etwas zu tun.
 
Ich zitiere jetzt einmal den Schluß des Kapitels in der ursprünglichen Elberfelder Form (1905) Verse 37 - 40
 
"Wenn jemand dünkt, ein Prophet zu sein oder geistlich, so erkenne er, was ich euch schreibe, dass es ein Gebot des Herrn ist. Wenn aber jemand unwissend ist, so sei er unwissend. Daher, Brüder, eifert danach zu weissagen, und wehret nicht, in Sprachen zu reden. Alles geschehe anständig und in Ordnung."
 
Wie Übersetzer auf die Idee kommen "unwissend" mit "nicht anerkennen" zu übersetzen? keine Ahnung, das wäre vielleicht einmal eine Anfrage bei Bibelgriechisch wert. Tatsächlich geht es aber darum, dass ein Prophet und ein nur geistlich Gesinnter, ohne besondere Begabung, erkennet dass es sich um ein Gebot des Herrn handelt, und dass die Einhaltung dieses Gebotes die Voraussetzung dafür ist, dass alles in der Gemeinde anständig und in Ordnung geschehen kann. Wenn jemand unwissend ist, also nicht erkennt dass es sich um ein Gebot des Herrn handelt, der ist nicht geistlich, geschweige denn ein Prophet. Mit dem hast du überhaupt keine Basis, derjenige ist fleischlich und verstockt.
 
In 1. Kor.11,16 haben wir einen ähnliche Aussage: "Wenn es aber jemand gut dünkt, streitsüchtig zu sein, so haben wir solche Gewohnheiten nicht, noch die Versammlungen Gottes."
 
Deine Frage bezieht sich auf die praktische Konsequenz der Aussage. Nun den Unwissenden und den Streitsüchtigen wird die Versammlung mindestens zum Schweigen bringen müssen. Also kommt es zum Redeverbot in den Gemeindestunden. Wenn er weiter für Unruhe sorgt, dann widersteht er den Geboten des HERRN und der Versammlung Gottes, dann muss man tatsächlich endgültig bezweifeln, ob er wohl überhaupt Glied am Leibe Christi ist. Exkommunikation wäre dann die Folge.
 
Der HERR möge solche Halsstarrigkeit in den Versammlungen/Gemeinden gnädig verhindern, auf der anderen Seite zeigt sich auch heute an dieser simplen Frage, wer geistlich gesinnt ist. Mancher der neue Wege bei der Beteiligung von Frauen geht, sollte seine Haltung da noch einmal überprüfen.
 
herzliche Grüße
 
Ulrich 
 
Beteiligung der Frau in der Versammlung