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Liebe Geschwister, lieber Bruder Wepf !
 
ich habe die meisten Bücher von Arthur Pink überflogen und teilweise ganz gelesen. Ich bin dabei auch zu dem Ergebnis gekommen, dass Pink kein wiedergeborener Christ ist.
Daraufhin bin ich zur Homepage von Betanien (wo die Bücher her sind) und habe mir alles etwas durchgelesen.
Dabei bin ich auch auf die Vorstellung eines Betanien-Forumsmitgliedes Andreas Janssen gestossen, der auf die Frage "Wann und wie er zu Christus gefunden hat" antwortet "Gar nicht" (Zitat siehe unten). Ich bin schon auch viele Jahre Kind Gottes und kenne auch viele andere Geschwister aus anderen Gemeinden, aber so einen Satz habe ich von einem Christen noch nicht gehört oder gelesen.

Das entspricht dem, was ich in den Büchern von Pink gelesen habe. Gott macht nach dieser Lehre die Menschen automatisch zu Christen. Ich habe eigene Erfahrung mit Menschen aus diesen Kreisen, da ich einen refomierten, aber ungläubigen Menschen zur Bekehrung zu Christus aufgefordert hatte und er dies energisch abgelehnt hat. Begründung: Christus hat sich längst schon für ihn entschieden und ihn selbst bekehrt, wenn man sich selbst entscheiden müsste, wäre das eine Art "katholischer Werksgerechtigkeit".  Also der Betroffene geht weiter ohne Christus durch die Welt und meint, er wäre auserwählt. Ich halte das für einen fatalen Irrtum, mitverursacht durch solche Bücher wie von Pink.
 
Bitte versteht mich richtig - ich will mich nicht über den Glauben anderer Menschen beschweren oder gar die Überzeugungen in's Lächerliche ziehen, dazu ist die Sache zu ernst, sondern mir tun die Leute leid ! Ich erwähne das Mail auch nur, weil es ja nicht privat ist, sondern öffentlich im Internet geschrieben steht.
Was mich an dem Beitrag noch erschreckt hat, ist die Tatsache, dass man sich über die Zustände in der Christenheit keine Sorgen machen brauche, weil Gott ja alles so bestimmt hat. Bei Pink ist das auch so: Gott verursacht auch die bösen und schlechten Zustände und die Sünde (wurde hier schon erwähnt - ich kann das bestätigen). So etwas gibt's doch nur im Hinduismus, dass Gott gut und böse zugleich sein kann. Aber eine Lehre der Bibel ist das nicht.


P.Martin/BRD
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ANHANG:


- Name, Wohnort, Alter, Beruf, Familienstand
Mein Name ist Andreas Janssen (daher auch der Nick, den ich schon seit ca. 8 Jahren im Internet benutze). Ich wohne - gezwungenermaßen - in Leimen (meine Frau will hier nicht wegziehen Smile ), bin 40 Jahre alt und arbeite in einer kleinen Softwarefirma.

- Wann und wie hast du zum Glauben an den Herrn Jesus gefunden?
Gar nicht - er hat mich gefunden, mitten auf der Straße, als ich - ein praktizierender Magier - auf dem Weg war, einen neuen Kreis von Magiern aufzubauen. Irgendwie war unser Herr wohl der Meinung, daß er sich meiner erbarmen müsse - und das hat er mir sehr deutlich zu verstehen gegeben Smile

- Welcher örtlichen Gemeinde gehörst du an (mit Dachverband?)
Von meiner theologischen Ausrichtung her habe ich meine Prägung in einer reformierten FEG erhalten (ja, so etwas gibt es wirklich). Da die FEG hier in HD/Leimen jedoch - sagen wir: ein wenig charismatenlastig ist - halte ich mich zu einer kleinen Landeskirchlichen Gemeinschaft.

- Wie würdest du dein Leben als Christ beschreiben?
Diese Frage verstehe ich nicht ganz - daher übergehe ich sie einfach mal.

- Welche biblischen Erkenntnisse und andere Einflüsse haben dich am meisten geprägt?
Biblische Erkenntnisse: Die freie Gnade Gottes, die Berufung der Glaubenden, das TULIP-Prinzip
andere Einflüsse: Neben meiner Ehefrau die Arbeit an meiner
Homepage, insbesondere an den Spurgeon-Texten dort.

- Worüber machst du dir bezüglich der heutigen Christenheit oder der heutigen Welt am meisten Sorgen und worüber freust du dich am meisten?
Sorgen mache ich mir keine - ich weiß, daß Gott alles in den Händen hält und nichts ohne seinen Willen geschieht. Und das ist auch der Grund meiner Freude.

Fragen, Anregungen, Kommentare?

 

Lieber P.Martin,
 
ich glaube, das "gar nicht" von Andreas Janssen bewertest Du hoch.
Das "gar nicht" kann man auch so interpretieren, daß er vor seiner Bekehrung Gott nicht gesucht hat. Vielleicht wollte er das nur pointiert zum Ausdruck bringen
 
Der Aussage "daß Gott alles in den Händen hält und nichts ohne seinen Willen geschieht", den Sinn zu unterstellen, "daß Gott alles so bestimmt hat" geht meiner Meinung nach ebenfalls zu weit.
Ebenso könnte der Satz bedeuten, daß alles, was geschieht, Gott vorher schon weiß und auch zuläßt.
 
Ich schreibe das nicht, weil ich A. Janssens calvinistische Überzeugung verteidigen will, sondern weil ich nicht möchte, daß den Verteidigern dieser Lehre Gelegenheit gegeben wird, dem Bibelkreis.ch
unsachliche Polemik und aus dem Zusammenhang gerissene Zitate zu unterstellen.
 
Martin.gmx.de

 

Lieber Martin.gmx.de,
 
>ich glaube, das "gar nicht" von Andreas Janssen bewertest Du hoch.
Mich hat's einfach deswegen erschreckt, da ich, wie oben gesagt, eigene Praxiserfahrungen mit Tulip gemacht habe. Ich kenne ja etwas über die Bücher Pinks und anders woher die Tuliplehre, zu der sich auch A.Janssen ausdrücklich bekennt. Mir ging's ja auch nicht darum, Reformierte in die Pfanne zu hauen, aber es ist einfach zu gefährlich, das unkommentiert zu lassen, da Tulip nicht dem "normalen" Evangelium der Schrift entspricht.
Vielleicht sollten wir auch A.Janssen aus dem Spiel lassen und die Angelegenheit allgemein bereden, obwohl ja sein Beitrag quasi weltweit einsehbar und veröffentlicht wurde und ich von daher kein Problem hatte das auch hier einmal zu zitieren.
 
Also allgemein gilt folgendes (das kann man dann auch die Einzelfälle, wenn man will auch auf die Aussagen von A.Janssen beziehen):
 
Als Grundlage einige Schriftstellen:
* Johannes 1,12 Allen aber, die ihn aufnahmen, denen gab er das Anrecht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben
* Apg 3,19 So tut nun Buße und bekehret euch, daß eure Sünden ausgetilgt werden
* Apg 26,20 auch den Heiden, sie sollten Buße tun und sich zu Gott bekehren, indem sie Werke tun, die der Buße würdig sind.
* Offb 22,17 Und wen da dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst!
* Apg 16:30-31 Und er führte sie heraus und sprach: Ihr Herren, was muß ich tun, um gerettet zu werden? 31 Sie aber sprachen: Glaube an den Herrn Jesus, so wirst du gerettet werden, du und dein Haus!
Apg 17:30 Nun hat zwar Gott die Zeiten der Unwissenheit übersehen, jetzt aber gebietet er allen Menschen allenthalben, Buße zu tun,

Man wird nach Joh 1,12 nicht zum Christ, wenn man kognitiv glaubt, dass Christus am Kreuz für einen gestorben ist, aber den Herrn nicht persönlich annimmt, es ist also eine Entscheidung, eine (Re)Aktion absolut nötig. Genausowenig kommt man an's Ziel, wenn man nur glaubt, dass das Flugzeug an einen bestimmten Ort hinfliegt, wenn man nicht einsteigt und selbst mitfliegt.

Mit purem Kopfglauben ohne Lebensentscheidung und Bekehrung zu Christus, indem man die Sünden bekennt, sich IHM zuwendet und ihn persönlich aufnimmt wird sicher man kein Christ. Rettender Glaube zeigt sich - nicht wie Pink schreibt - in einer Entscheidung und in der Hinwendung zu Christus.

Ich war mit der Argumentation konfrontiert, dass Reformierte nicht Jesus annehmen wollten, da dies eigene Werke des Menschen sind und somit Werksgerechtigkeit.
Ich kann nicht sagen, dass dann die Menschen zu Christen werden, wenn sie Jesus nicht annehmen brauchen, dies angeblich Werksgerechtigkeit ist, sondern von Gott selbst bekehrt wurden. Das Gegenteil ist der Fall: Bekehrung heißt ja: ich kann aufgrund eigener Werke nicht vor Gott bestehen und nehme die Gnade in Christo an, aber das muss der Einzelne wollen: man kann nicht eine Bekehrung ablehnen (wie ich es gehört habe): ich _wurde_ gewollt, für mich _wurde_ entschieden, und "ich entscheide mich nicht, weil Christus sich für mich entschieden hat". Sicher hat sich Christus für uns Menschen - jeden von uns - entschieden, aber wenn ich nicht einer von denen bin, "der da will" (Offb), dann nützt es mir nichts. Christus wollte auch das Heil für Jerusalem, aber er muss zu den Bewohnern sagen: "Ihr habt nicht gewollt".
Natürlich ist es Unsinn, wenn man a la Tulip interpretiert: "ihr habt nicht wollen _können_, da ihr nicht erwählt ward". Sicher kann der Mensch wollen, ich kann von mir nur sagen (das ist nun sicher kein Grund zum Rühmen, wie auch unterstellt wird): ich _wollte_ - und zwar mit vollem Bewußtsein - zu Christus kommen - schon auch als ich noch nicht bekehrt war. Der Herr hat mir das Heil nicht aufgezwungen, sondern durch den Heiligen Geist überführt und überzeugt.

Aber trotzdem noch zu A.. Janssen:
>war unser Herr wohl der Meinung, daß er sich meiner erbarmen müsse - und das hat er mir sehr deutlich zu verstehen gegeben

Der Herr erbarmt sich doch nicht nur über einzelne Menschen, wie Janssen allein (Selektionsgedanke bei Tulip) - dass der Herr sich etwa auch über mich (und alle anderen) erbarmt, wenn ich Buße tun würde und Christus annehme, wußte ich ja schon BEVOR ich gläubig wurde.
Das pure Wissen allein rettet nicht, der Schritt zu Jesus muss sein. Wenn ich den nicht vollziehe oder das höre oder lese, dass dieser Schritt nicht vollzogen wird oder gar als katholische Werksgerechtigkeit bezeichnet wird, dann haben wir toten Kopfglauben, der nicht rettet. Das Erbarmen Gottes ist m.E. kein Exklusivrecht einzelner, die meinen sie sind erwählt, brauchen sich nicht bekehren (sondern wurden bekehrt), sondern ist für alle und jeden, der dem Evangelium gehorcht.

>Der Aussage "daß Gott alles in den Händen hält und nichts ohne seinen Willen geschieht", den Sinn zu unterstellen, "daß Gott alles so bestimmt hat" geht meiner >Meinung nach ebenfalls zu weit.
>Ebenso könnte der Satz bedeuten, daß alles, was geschieht, Gott vorher schon weiß und auch zuläßt.

Gut, ich will auch niemand Unrecht tun und etwas hineininterpretieren. Aber Tulip-Leute (z.B. Pink) lehren eben, dass Gott auch das Böse, die Sünde und alles was geschieht aktiv will und nicht nur "vorhersieht". Ich sehe es ja so wie Du, aber diese Sicht wird nicht im Calvinismus allgemein so vertreten, wie Du und ich das eben sehen.
Pink u.v.a. Calvinisten schreiben ja: Gott bestimmt alles und daher auch die Sünden der Menschen - dann braucht man auch den Abfall etc. nicht zu bedauern, weil Gott ja alles und auch das eben aktiv will und vorherbestimmt hat. Das ist das Problem an der Sache und das andere ist, dass durch Tulip Leute sich für Christen halten, die es nicht sind.

>unsachliche Polemik und aus dem Zusammenhang gerissene Zitate zu unterstellen
Das soll natürlich nicht sein - daher hatte ich auch alles mit angegeben.

Aber Danke für die Korrektur !
 
P.Martin/BRD

 

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