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Frage 130


Lieber Bruder ,

ich würde mal gerne wissen, ob Sie und Ihre Weggefährten nie in Gewissenskonflikte gekommen sind, wenn Sie lieblos und kritiksüchtig die charismatische Bewegung zerfetzen. Haben Sie mal ernsthaft und demütig unseren Herrn Jesus gefragt, ob Sie da Seinem Willen gemäss handeln ?
Ich glaube auch, das vieles in dieser Bewegung im Argen liegt, aber lassen wir uns nicht blenden, wie sieht es bei uns selbst aus ??????
Ich glaube auch, dass wir biblisch ermahnen sollen, aber nicht Geschwister - dann noch öffentlich- verurteilen sollen. Sind wir etwa im Mittelalter ?   Auch ist ein solches Zerfetzen anders denkender Geschwister, die aber wie wir das alleinige Heil in Jesus verkündigen, in web Seiten, wo jeder ungläubige Gottesleugner Zugang hat, eine Sünde.

Auch glaube ich, dass ihre Theologie u.a. von Ihrer Kultur geprägt ist und das macht ihnen die Auseinandersetzung mit Pfingstlern noch schwerer.
Ich selbst verstehe mich als Brückenbauer  (auch wenn da einige aus ihrer Richtung meinen, ich wäre vom 'pfingstlerischen Irrgeist' verführt). Ich habe auch in meinem Dienst sehr viel positives von meinen Brüdern aus der Pfingstbewegung lernen dürfen. Vor allem freut es mich, dass z Bsp in Brasilien die Pfingstbewegung Millionen von Menschen in Reich Gottes verhelfen. Viele Christen in Brasilien sind ex - Katholiken und Spiritisten und dank der Gnade Gottes durch die Pfingstbewegung zum Herrn Jesus bekehrt. Das macht den Papst viel Kummer. Preist den Herrn.

Ihr Matias Heidmann


 

Lieber Mathias

Ich verstehe Ihren Brief vollkommen. Kritik wir kaum mal von jemandem anders als "lieblos" empfunden. Dass die charismatische Bewegung zerfetzt wird, ist kaum möglich. Wir sind in der Endzeit, wo der Satan den Glauben der Heiligen zu zerstören versucht. Also bringt er die Elemente:  Schauen; Gefühl; Sehen; Aktion; Zeichen; Wunder; Taten, usw.  in die Gemeinde. Der Glaube und die Lehre bleiben auf der Strecke. Kennst Du  einen Pfingstler, der noch fähig ist,  an das Wort Gottes wirklich zu Glauben? ich nicht. Ich kenne nur verzweifelte Pfingstler die die Lügengeschichten in der Pfingstlerliteratur in der eigene Gemeinde  und in dem eigene Leben suchen und nichts finden, ausser Gaukelei und kurzlebige Fabeln. Kennst Du einen Pfingstler, der ausser Christus wirklich nichts braucht? ich nicht. Übrigens bin ich bei den Pfingstlern die ich kenne nicht so sicher, ob sie überhaupt den Herrn Jesus Christus des Wortes Gottes kennen.

Kompromisse mit Lehre aus dem Abgrund gibt es nicht. Entweder bei Christo-  in Christo, oder ewiges Verderben.

In IHM

Hans Peter


8.Februar 2001

Lieber Hans Peter,
danke für die prompte Antwort.
Entgegen deiner Erfahrung mit Pfingstlern (und unser Glauben soll ja nicht auf Erfahrungen aufbauen), habe ich sehr  viele aus dieser Bewegung kennengelernt, die den biblischen Frieden und die Erfüllung in Christus gefunden haben und Vorbilder in Glauben und Lehre sind.
Die meisten Pfingstler, denen ich in Südamerika begegnen durfte, bauen auch ihre Lehre nicht auf charismatischer Literatur auf, sondern haben eigentlich als einzige Lektüre ihre Bibel (die sogar noch gemäss den textus receptus uebersetzt ist).
Diese kennen sie Passagenweise auswendig und leben danach. Gerade Predigen pfingstlerischer Vertreter sind gekennzeichnet durch das ständige Nennen von Bibelstellen.
Noch etwas zu meinen Beobachtungen, die ich in Brasilien machen durfte (ich habe dort 18 Jahre gelebt):
Die klassischen Pfingstler, da sie eben nur die Bibel als Glaubensregel akzeptieren, sind Bewegungen wie z Bsp Toronto und anderen 'frommen Exportprodukten' aus den USA ziemlich verschlossen. Und wenn man Gemeindebaukonzepte, wie z.Bsp Willow Creek nicht in der Bibel findet, wird dieses ebenfalls verworfen. Man ist eben biblisch und auch nicht bereit als Pfingstler Dialog mit Katholiken zu führen. Das machen eher die 'traditionellen'  Gemeinden (reformierte i.e. Presbyterianer, Baptisten und, typisch,  die Lutheraner). Die Pfingstler haben durch ihren Einsatz die 'geistliche Diktatur' der kath. Kirche zum Fall gebracht. Auch haben sie, entgegen deiner Behauptung, die Bibel unter das Volk gebracht.
In Hamburg, wo ich zur Zeit lebe, habe ich feststellen müssen, dass allgemein in den Gemeinden (damit meine ich bibeltreue Freikirchen, z. Bsp Baptisten, FEG, Pfingstler, Bibelbaptisten usw...) viele Probleme sind, und diese viel abhängiger von verschiedenen geistlichen Strömungen sind, als das der Fall in den jungen Gemeinden Südamerikas ist.
Die evangelikalen Gemeinden  orientieren sich vielfach an Willow Creek (ein Konzept, dass ich hier nicht kritisieren möchte), das sieht man sehr stark in der FEG oder Baptisten. Die Charismatiker suchen Orientierung in Pensacola oder Toronto. Die Brüder machen Dave Hunt und John MacArthur zu ihren geistlichen Mentoren, oder bauen ihre gesamte Theologie auf der Aufffassung Darbys (Anfang 19 JH)  auf, und haben, auch wenn sie dieses nicht zugeben wollen, extra-biblische 'Offenbarungen', die sie als kanonisch einordnen.
Gerade hier in Deutschland habe ich feststellen müssen das Christen mehr 'fromme' Literatur lesen statt der Bibel, oder durch diese Literatur Zugang zur Bibel finden wollen. Einige Christen lesen eben die Bücher des CLV Verlages, andere die Bücher des Projektion J Verlages (um nur mal zwei entgegengesetzte Verlage zu nennen....).
Kein Wunder, dass es in den Gemeinden so viele kranke, skeptische, zweifelnde und verzweifelnde Christen gibt.
Und die gibt es bei Charismatikern, Anticharismatikern, Nichtcharismatikern.....
Bei den Pfingstlern in Brasilien habe ich lernen dürfen: die einzige Glaubensregel ist die Bibel und Bücher von Menschen sind wenig, wenn überhaupt,  wert (egal ob der Autor Benedikt Peters, Dave Hunt, Benny Hinn oder John Wimber heisst).
Das ist auch das reformatorische Prinzip: sola scriptura.
Der im 16 JH in Bonn wirkenden reformierte Martin Bucer, der die Einheit der bibelgläubigen Christen  wollte (da sich schon sehr früh Calvinisten und Lutheraner gegenseitig angriffen), sagte mal: ''Alle wollen lehren, keiner will lernen''.


Wie sieht es bei uns aus, lieber Bruder Hans Peter?
In Christo,
Dein Matias


Lieber Hans Peter

Ich habe mal bei der Frage 130 reingeschaut. Finde das interessant, was der Bruder sagt, es deckt sich auch mit meinen Erfahrungen. Etliche Pfingstgemeinden haben wirklich eine sehr gute Lehre und Haltung. Vielleicht seid ihr im einen oder anderen Punkt nicht ganz einverstanden, doch müsstet ihr euch dann fragen, ob denn bei euch wirklich alles perfekt ist. Solltet ihr dieser Meinung sein, wird der Herr sicher eine Möglichkeit finden, euch wieder vom hohen Ross herunter zu bringen. Schlimm ist aber, wenn man, wie bei den Pharisäern, die Stimme des Herrn nicht mehr hören kann, sich nicht mehr korrigieren lassen kann, weil man sich schon so in die eigene Lehre versteift hat. Ich hoffe wirklich, dass das bei euch nicht schon passiert ist. Manchmal habe ich ein wenig den Eindruck. Was macht ihr, wenn der Herr einmal etwas macht, dass nicht in eure Lehre passt und ihr es deshalb nicht annehmen könnt? Das beschäftigt mich schon ein wenig, denn das könnte schlimme Folgen haben.

Einen lieben Gruss

Peter


Lieber Matias,  Lieber Peter

folgendes habe ich soeben beim Essen gelesen:

 Aus Aktuell 1/2000 S 15 Interview mit Dave Hunt übers. Georg  Hagedorn

Aktuell: Was halten sie von den angeblichen Erweckungen mit Heiligungsveranstaltung, Wunderzeichen u.ä.?

Hunt: Wie schon erwähnt, bezieht die Bibel den Begriff "Erweckung" nicht auf die Gemeinde, deshalb setzte sie "Erweckung" auch nicht in direkte Verbindung mit "Zeichen und Wunder+. Vielmehr sagt die Bibel voraus, dass in der Endzeit falsche "Zeichen und Wunder" durch falsche Propheten geschehen werden. Diejenigen, die heute vorgeben, "Zeichen und Wunder" zu tun, sind die falschen Propheten, von denen der HErr Jesus in Mt.24,24 und 7,22-24 warnte. So ist zum Beispiel Benny Hinn einer dieser falschen Propheten (er sagte voraus, dass Gott die Homosexuellen in Amerika bis spätestens 1994 oder 1995 mit Feuer vernichten würde. Er prophezeite einen wirtschaftlichen Zusammenbruch in einen wirtschaftlichen Zusammenbruch in den Verreinigten Staaten in den 90er Jahren, usw. usw.). In seinen Veranstaltungen starben sogar Menschen und ich weiss von keinen belegten organischen Heilungen. Dennoch setzen Menschen Emotionen, Enthusiasmus und scheinbare Wunder und Erweckung gleich, halten überall Ausschau danach und werden so letztendlich verführt, wie Christus es vorausgesagt hat. 

Soweit das Zitat.

 

Ich möchte mich mit 2.Thess 2, 89 - 12 anschliessen. Die Pfingstler mit den ich in Frauenfeld, damals in der SIA (Schweizer Schmirgel und Schleif Industrie AG) zu tun hatte, waren verlogen, sexuell verdorben und haben dem christlichen Zeugnis nur geschadet, was ihrem Herrn nur gefreut haben muss. Ich könnte da mal ein Erlebnisbericht schreiben?  Mir aber hat dies vor 25 Jahren so die Augen für das Wort Gottes geöffnet. Auch habe ich noch nie auch nur irgend etwas in der Pfingst - Bewegung gefunden das mit Gottes Wort übereinstimmt. (Nachtrag  5.03.2001)

So nun muss ich zurück ins Labor.

In IHM

Hans Peter


Lieber Hans Peter

Diese Frage geht natürlich in eine ähnliche Richtung wie die Frage 138. Mit Dave Hunts Kommentar bin ich natürlich ziemlich einverstanden. Er hat diese Problematik recht gut analysiert. Doch aufgepasst! Man darf auf keinen Fall die gängige "Erweckungsbewegung" einfach mit der Pfingstbewegung gleichsetzen. Die sogenannte Erweckungsbewegung samt von mir her gesehen wieder aus der Charismatischen Strömung und breitet sich in ganz unterschiedlichen Gemeinden aus, was ja immer das Ziel der Charismatischen Bewegung ist. Somit werden, neben evangelikalen Gemeinden, sicher auch Pfingstgemeinden davon betroffen.

Dass Du solche Erfahrungen mit Pfingstlern gemacht hast, glaube ich Dir gerne. Es gibt leider auch solche. Doch habe ich solche Erfahrungen auch mit Baptisten und andere Evangelikalen gemacht. Man darf nicht alles in den gleichen Topf werden.

Darf ich einen Vorschlag machen, der vielleicht auch für die Frage 138 gelten sollte? Wir sollten nicht ganze Bewegungen einfach in einen Topf schmeissen, nur weil wir persönlich in der einen oder anderen Gemeinde schlechte Erfahrungen gemacht haben. Wir sollten uns eher darauf konzentrieren, dort, wo wir Irrlehre und falsche Praxis entdecken, diese beim Namen nennen. Damit werden wir spezifisch und vermeiden die Gefahr, unschuldige Gemeinden und Geschwister zu unrecht zu kategorisieren (bzw. zu verurteilen).

Zudem muss man aufpassen, dass man nicht insofern ungerecht wird, indem man immer eine Art Gemeinde kritisiert, die eigenen jedoch verschont. So können wir sehr wohl die Pfingstgemeinden bis zum Geht-Nicht-Mehr analysieren, doch die Mängel in den evangelikalen Gemeinden (und es sind sehr viele!) werden kaum einmal erwähnt oder heruntergespielt, dabei sind sie mindestens so gravierend. Ich sehe z.B. auf unserer HP haufenweise Warnungen vor Charismatischen und Pfingstgemeinden, doch kaum einmal Hinweise auf die Gefahren gesetzlicher Strömungen. Ist das Gerecht? Ist das Eine wirklich schlimmer als das Andere? Wie sieht das der Herr Jesus? Einer der härtesten Strafpredigten in der Schrift sind die Weherufe gegen die Pharisäer (Mtth. 23).

Einen ganz lieben Grüsse

P.K.



das Problem kommt daher, dass viele, die Verheissungen an Israel, Israel wegnehmen,  und  meinen,  dass wir irgendwie im tausendjährigen Reich sind,  wo wir notabene nie hinkommen, und schon ist der Salat perfekt.  Bitte denk auch daran, dass längst nicht alles was auf    veröffentlicht ist, biblisch sauber begründet ist.  Vieles  lade ich einfach drauf, um den Wiedergeborenen  die Augen zu öffnen. Aber selbst in der Apostelgeschichte finden wir,  inspiriert  durch den Geist Gottes,  Dinge, die daher behauptet werden,  aber eben nicht biblische Lehre ist,  sondern Nebeneinführung des Gesetzes. Gottes Geist hat dies absichtlich in der Apostelgeschichte aufgenommen, damit wir sehen , wie der Feind arbeitet.   Sätze wie Apg 21.20 sollten uns eigentlich warnen und sensibilisieren,  dass längst nicht alles was aus einer "christlichen Ecke" kommt, auch  christlich ist.  Oder auch  dass "G...."  von Jakobus mit den notwendigen Stücken (Apg 15. 28+29) Er kannte halt Galater 1 + 2  noch nicht... , da nützt es auch nichts, wenn er eine Floskel, "Denn es hat uns und dem Heiligen Geist  gut geschienen".... (Für was so der Heilige Geist alles herhalten muss) , anbringt.  Alles was ich bis jetzt z.B. von Pfingstlich x  Charismatischer Seite her untersucht habe,  kam alles Vater der Pfingstbewegung, und das ist der Erfinder und  der Begründer der Lüge! Er ist auch der geniale Verdreher der Heilszeiten,  predigt gerne die Bergpredigt für Christen,  das "Vaterunser" usw.. (Neuerdings als letzter himmelschreiender Gag das "Gebet des Jabez". Warum auch nicht? alles was wie ein Mantra daherkommt, zeigt doch die Gesinnung dieser Nichtwiedergeborenen,  auf Selbsterlösungstrip  ausgehenden Verlorenen, die Gott aber nicht suchen, sondern sich.
 Jeder Pfingstler ist natürlich ein potentieller Verführer,  mögen sie noch so lieb sein. Diejenigen die aber die Gottheit des Herrn Jesus Christus nicht leugnen grüsse ich trotzdem und lasse ihnen auch unzensiert Spielraum auf . Schon einige haben sich in den letzten 4 Jahren deswegen bekehrt. (Haben ihre eigenen Zeilen gelesen und gemerkt wer hinter ihnen war!)    Da kann nur Gott helfen, aber am Schluss,  beim grossen Abfall,  der bereits angefangen hat werden alle nicht wiedergeborene Evangelikalen entweder Pfingstler oder Katholisch werden, was eh auf das selbe herausläuft. (Spielt dann keine Rolle ob sie in der Brüderbewegung sind, aber  keine "Brüder"  sind".  (Meine  Erfahrung mit einem deutschen Bruder vor einigen Tagen, der mir so erzählte was in der deutschen "Brüderbewegung"  so alles läuft)   Man glaubt dem Worte Gottes nicht,  deswegen haben beide Verführer Gruppen
 (Pf x Kath) neue Prophezeiungen von Unten.

JC
Hans Peter