Frage 2242

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Lieber Bruder Hans-Peter,

sei im Namen unseres Herrn Jesus herzlich gegrüßt.
Vielen Dank für die Übermittlung der Anfrage. Zwischenzeitlich habe ich von einem Bruder ebenfalls einige Ausdrucke aus dem Forum erhalten, die sich mit mir oder meinen Lehrmeinungen befassen.
Ich will versuchen kurz auf die Anfrage einzugehen und vielleicht noch etwas Grundsätzliches anzufügen:

1)  Frage 347 musste ich erst im Forum suchen. Es handelt sich nicht um einen Artikel oder Beitrag von mir für das Forum, sondern um ein älteres achtseitiges Manuskript, das wohl jemand anderes eingesandt hat.
2) Es war mir in keinster Weise bewußt, dass hier eine Antwort erwartet wird.
3) Zu den Fragen aus dem Manuskript bezüglich des Petrusbriefes:

a) Ich finde in der Heiligen Schrift keine ausdrückliche Unterscheidung innerhalb der Lehrbriefe zwischen "Judenchristen"
und "Heidenchristen. Eph 2,11ff; ist eindeutig: aus Juden und Heiden wird "ein" Leib gebildet. Dies ist die neue
Heilskörperschaft des Leibes Jesu Christi. Eintritt erfolgt jeweils durch die Wiedergeburt.
b) Nach meinem Verständnis sind die Petrusbrief, der Judasbrief und der Hebräer-, bzw. der Galaterbrief nicht spezifische
Briefe an das irdische Volk Gottes, d.h. auch ungläubige Juden. Diesen Gedanken finde ich nicht in den Briefen und auch
nicht im Gesamtzusammenhang der Schrift. Im Gegenteil, es sind Brief an Wiedergeborene, allerdings geschrieben aus
jüdischem Hintergrund. Auch die Unterscheidung in diesen Briefen zwischen "Bekennern" und "Gläubigen" finde ich nicht
genannt, sondern diese Definition ist lediglich abgeleitet.

1) 1Petr 1,3; "wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung" = also geht der Brief an wiedergeborene Gotteskinder
2) 2Petr 1,f; "welche den gleichen kostbaren Glauben wie wir empfangen haben..." = also sind die Empfänger "Gläubige"
3) Judas 1,1; "durch in Gott, dem Vater geheiligt" = also echte wiedergeborene geheiligte Gläubige
4) Jakobus 1,2+19; "meine Brüder....", "meine geliebten Brüder" = hier haben wir es mit "Brüdern", d.h. Gläubigen zu tun
5) Hebr 3,1; "ihr heiligen Brüder".. auch hier haben wir es mit "Brüdern" zu tun, mit Wiedergeborenen. Ein bekennender
Jude ist kein "heiliger Bruder"
6) Gal 1,2+11; "an alle Gemeinden"; "ich tue euch kund, Brüder..", uach hier finden wir echte Brüder, d.h. Gläubige

c) Der Hebräerbrief richtet sich nach seinen eigenen Aussagen nicht an ungläubige Juden, wie z.B. auch Hebr 3,12, Hebr
12,4; (=Söhne); Hebr 13,1; "brüderliche Liebe"; Hebr 13,24; "alle Heiligen".

d) Das bekannte "geschmeckt" aus Hebr 6,4; wird in Hebr 2,9; in gleicher Weise und mit dem selben griechischen Wort benutzt

Nun wird aber wohl niemand wagen zu sagen, dass unser Herr Jesus nicht wirklich den Tod für uns geschmeckt hätte!

Soviel als sachliche Entgegnung zu dem Beitrag.

Vielleicht hilft es manchem Bruder, wenn ich noch etwas näheres einige Hintergründe erläutere:

a) Ich selber habe echte Heilsgewissheit und lebe in keinster Weise in einer Qual usw.
b) auch bin ich kein Calvinist und auch kein Arminianer
c) nach Abwägen aller Bibelstellen - und ich denke, dass jeder Gläubige wohl sieht, dass die Bibel für beide Seiten, d.h. die
Bewahrung des Heils und auch die bedingte Verlierbarkeit des Heils, Bibelstellen aufzeigt - kam ich zum Schluß, dass ich
trotz der freudigen Tatsache der Heilsgewissheit und der Bewahrung Gottes, den Teil, den die Bibel hier als Warnung vor
Abfall und Sünde aufzeigt, nicht verschweigen darf. Hier folge ich meinem Gewissen. Das hat aber gar nichts mit
Werksgerechtigkeit usw. zu tun. Diese lehne ich völlig ab - genauso wie die Lehre, dass ein Gläubiger in dauernder Angst
und Ungewissheit leben soll. Wir haben z.B. mit solchen Kreisen, die dies lehren, den Kontakt abgebrochen
d) im Kampf mit der Pfingstbewegung habe ich aber gelernt, keine vorgefertigten Meinungen zu übernehmen - auch nicht von
mir lieben Brüdern, oder Bewegungen - sondern allein nach bisher vorliegenden Schrifterkenntnis zu gehen. Ich bin mir aber
bewußt, dass wir alles "Jünger" Jesu, d.h. Lernende sind
e) wenn es in der Vergangenheit vereinzelt vorgekommen ist, dass ich in dieser Frage "scharf" geschossen habe, so hatte dies
meist den Hintergrund, dass ich - weil ich die Verlierbarkeit als Möglichkeit vertrat - bitterböse bekämpft, beschimpft
oder aber ausgeschaltet wurde. Ich räume ein, dass ich hier vielleicht manchmal im Fleisch über das Ziel hinausgeschossen
bin. Dies tut mir dann von Herzen leid und ich bin dann auch geleitet gewesen über den "Ton" Buße zu tun
f) allerdings ist meine Hauptbotschaft ja nicht diese Frage, sondern die Erlösung durch Jesu Blut, im Sinne von Eph 1,7;
Hebr 10,19ff; Hebr 10,10+14; Röm 3,23-25; Kol 1,20; Offb 12,10f; usw.

Ich möchte aber vielleicht doch noch etwas zu manchen Bemerkungen im Forum sagen:

Ich halte es für bedenklich, wenn gemutmasst wird, dass ich die o.g.
Lehrmeinung vertreten würde, "weil ich mich nicht von der Pfingstgeistbewegung gelöst hätte. Ich kann nur bezeugen, dass meine Buße und Abkehr von der Pfingstbewegung radikal und konsequent war. Die Praxis hat dies wohl auch bestätigt. Auch Ausdrücke wie "theologischer Schwachsinn"  finde ich unter Gläubigen nicht angebracht.
Es sollte unter Brüder doch möglich sein, unterschiedliche Lehrmeinungen brüderlich zu diskutieren, ohne gleich in Polemik zu verfallen. Auch bitte ich zu bedenken, dass es in der Christenheit wohl beide Lehrmeinungen bei vielen ernstzunehmenden Gläubigen gibt.
Ich denke, dass es gerade in der Endzeit wichtig ist, brüderlich zusammenzustehen und den Abfall der Gläubigen durch Zeitgeist, Kompromisse, Unterbetonung des Opfers und Blutes Jesu, mangelnde Absonderung, Weltgeist, usw. zu bekämpfen.

In diesem Sinne verbleibe ich im Herrn Jesu verbunden

Dein

Karl-Hermann Kauffmann

PS: ich überlasse es Dir, ob Du die Antwort weitergeben willst

 

Lieber Karl Herrmann Kauffmann,
 
danke für deine umfangreiche Stellungsnahme. Du stellst in sehr ausführlicher Form Stellen dar zu denen es zu allen Zeiten unterschiedliche Lehrauffassungen gegeben hat. In den meisten Fällen hat man diese, ähnlich wie bei der Frage Glaubenstaufe oder Haushaltstaufe, nebeneinander stehen lassen.
 
Ganz am Schluss deines langen Beitrags gehst du dann kurz auf den von mir benutzten Begriff "theologischer Schwachsinn" ein.
 
Selbstverständlich würde ich diese Behauptung gegen einen Bruder sehr gerne öffentlich zurücknehmen. Ich will nicht als Richter und dann auch noch mit einem unumstößlichen Urteil auftreten.
 
Du gehst aber leider gar nicht auf den eigentlichen Auslöser der Diskussion ein. Wenn du die Dinge genau liest, eigentlich bin ich davon überzeugt, dass du dass getan hast, dann ist mein "Kraftausdruck" zu einem Zeitpunkt gefallen, als die von dir umfangreich behandelte Frage 347 noch gar nicht das Thema meiner Ausführungen war.
 
Den Kraftausdruck habe ich benutzt, weil du in deinen Vorträgen folgendes machst:
  • Du löst die Formel "wahrhaftiger Gott und wahrhaftiger Mensch auf". Die Erklärungen die du dann bringst sind in Übereinstimmung mit Hebr. 4,15. Man fragt sich, warum du den Ausflug nach Phil. 2 machst, der ist eigentlich gar nicht nötig.
  • Nachdem der HERR nur noch "Menschen ähnlich" ist, erklärst du dann, der Herr habe den menschlichen Körper angezogen.
  • Im letzten Schritt gehst du dann hin und willst belegen, dass der HERR am Kreuz vom Vater und vom Heiligen Geist verlassen worden sei!
Wenn man deiner Logik konsequent folgt, dann ist im Gericht eines heiligen und gerechten Gottes nicht einmal mehr ein Mensch. Da am Kreuz hängt dann nur noch der "Anzug" (Körper).
 
Karl Herrmann, deine Überlegungen führen dazu, dass wir gar kein Opfer mehr haben. Ich behaupte hier nicht, dass das deine Absicht war oder ist. Ich bin davon überzeugt, dass sich nie jemand hinsetzte und bewusst eine Irrlehre entwickelt hat. Alles, was du über Hebr. 4,15 oder von mir aus über deine Übersetzung von Philipper 2 hinaus bringst ist extrem gefährlich. Du hast keine Schriftstellen sondern nur Ableitungen für deine Thesen.
 
Wir kennen uns persönlich nicht! Ich wünsche dir, dass der HERR dir die Gnade schenkt einzugestehen dass du über das Ziel hinausgeschossen bist. Du räumst in deinen Ausführungen immer wieder ein, "Ich räume ein, dass ich hier vielleicht manchmal im Fleisch über das Ziel hinausgeschossen bin. Dies tut mir dann von Herzen leid und ich bin dann auch geleitet gewesen über den "Ton" Buße zu tun" Hier geht es leider nicht nur um Töne und Klänge, hier hast du den Grund für eine unbiblische Lehre gelegt, die man nicht einfach wie die Frage 347 oder die Auseinandersetzung Haushaltstaufe vs. Glaubenstaufe nebeneinander stehen lassen kann.
 
herzliche Grüße
 
Ulrich
 
Lieber Bruder Ulrich,   02.06.05

ich habe das Thema bereits klargestellt. Der Beitrag ist im Forum eingestellt. Aus diesem Grund bin ich nicht mehr auf das Thema eingegangen.

Ich wiederhole nur kurz:

a) unser Herr Jesus ist mit Gott, dem Vater, völlig deckungsgleich = gr.

isos, Phil 2,5ff;

b) unser Herr Jesus ist mit uns Menschen völlig deckungsgleich, mit einer

Ausnahme: Er hatte keine Sündennatur = gr. homoios

1Tim 2,5;

Die "Formel" "wahrer Mensch und wahrer Gott" habe ich nur aufgelöst, damit niemand irrtümlich denken sollte, dass unser Herr Jesus eine Sündennatur hätte. ER ist "Gott geoffenbart im Fleisch" 1Tim 3,16; und ein wirklicher Mensch mit Fleisch und Blut gewesen. Warum dies der Fall ist und warum es unabdingbar für die Erlösung nötig war, habe ich eingehend auf vielen Kassetten dargelegt.

Ich hoffe, dass damit alles klargestellt ist.

Im Herrn Jesus verbunden

Dein

Karl-Hermann

Lieber Karl Hermann,  02.06.05
 
es hilft mir, und wahrscheinlich den allermeisten hier in diesem Forum wenig, wenn du uns Nachhilfe in Griechisch erteilst, dass kann ich einfach nicht. Ich habe 1975 im Bergbau Elektriker gelernt und durfte dann 1983 noch meine Prüfung als Speditionskaufmann ablegen. So gelehrt wie du bin ich einfach nicht.
 
Was ich aber sehr genau merke, ist was jemand sagt und schreibt. In deinem Fall bin ich dankbar, dass ich knapp 10 Jahre für ein Unternehmen in Augsburg arbeiten durfte, sonste könnte ich als Preusse den Schwaben leicht falsch verstehen.
 
In deinem letzten Beitrag zu 2242 sagst du: "Die "Formel" "wahrer Mensch und wahrer Gott" habe ich nur aufgelöst". Bei deiner Betrachtung zu Phil. 2,5-8 sagst du aber eindeutig und deutlich die Formel sei falsch! Im Zweifelsfall wird dir Hans Peter sicherlich deinen eigenen Vortrag als mp3 Datei zustellen. Ich kenne deine e-mail nicht, sonst hätte ich es schon selbst gemacht.
 
Weiterhin vermeidest du sorgfältig jede Einlassung zu deinen Äußerungen das der HERR vom Vater und vom Heiligen Geist verlassen, bzw. getrennt wurde.
 
Nur mit dem Einwerfen von ein paar Brocken Griechisch kannst du dich hier nicht aus der Verantwortung "schleichen". Ich denke, hier warten viele auf eine schriftgemäße Begründung deiner Ausführungen. Wenn du mit deinen Ausführungen Recht hast, dann müssen einige hier auf dem Bibelkreis ihre Position und ihre Überzeugung neu überdenken.
 
Ich finde es im Übrigen mehr als bemerkenswert, dass es in der Ausarbeitung "die-textvarianten-im-neuen-testament" von Dieter Zimmer, Friedhofstraße 6, D-57234 Wilnsdorf, Karl-Hermann Kaufmann, Juliusstraße 3, D-72461 Albstadt und Rudolf Ebertshäuser, Ostertagstraße 13, D-71229 Leonberg, genau zu der fraglichen Stelle in Philipper 2,8 KEINE Anmerkung gibt. Zu Dritt scheint ihr mit den Übersetzungen, so wie du sie kritisierst, durchaus einverstanden zu sein. Nach deinem Vortrag hätte ich zu Phil. 2,8 zumindest eine Anmerkung erwartet. Oder habt ihr die einfach vergessen?
 
Karl Hermann, du musst doch einsehen, dass wir alle einen Anspruch auf Klarstellung haben. Warum wird deine so heftig als falsch bezeichnete Übersetzung in Phil. 2,8 in eurem gemeinsamen Werk gar nicht erwähnt?
 
Du wirst hier mehr bringen müssen als deine bisherigen Ausflüchte!
 
wirklich gespannt auf deine weiteren Erläuterungen grüße ich dich
 
Ulrich
Lieber Karl Hermann,  02.06.05

Ich danke Dir für Deine Antworten. Ich werde zu einigen von Dir angeführten Punkte in den nächsten Tagen in separaten Threads antworten.

in IHM
Hans Peter

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