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Frage 1282

Lieber Hanspeter
Was macht dich so sicher, dass die Gemeinde/Versammlung
vor der Drangsalszeit entrückt wird?
Mit was für Bibelstellen kann man das untermauern?
 
In IHM
Martin v Kleinhausen

24.01.2004

Lieber Martin

dürfte ich mal ausnahmsweise auch keine Bibelstelle als Beweis anführen?

Im alten Testament und in den Evangelien und in der Offenbarung ab Kp.  4 bis Kp. 18 steht nichts vom Leib Christi. Wäre auch eigenartig,  denn dann wäre die christliche Versammlung, der Leib Christi nicht dem Apostel Paulus und den neutestamentlichen Propheten geoffenbart worden.

IN IHM
Hans Peter


25.01.04

Lieber Hans Peter,

ich kann dich immer weniger verstehen. Du behauptest hier etwas, was längst eigentlich klar widerlegt ist. Du kennst diese Widerlegung. Trotzdem fährst du fort, als hätte dir nie jemand etwas gesagt. Manchmal denke ich, dass dich die Vorentrückungslehre ähnlich  in ein wirres Gedankengebäude verstrickt wie die Charismatik und das klare, direkte Wort wird nicht mehr gefunden. Betrachte doch einmal, was wirklich substanziell von den ganzen Argumenten für die Vorentrückung übrigbleibt, wenn man es so prüft, wie du es in vielen anderen Bereichen hervorragend tust. Letztlich kann ein Calvinist bessere und mehr Bibelstellen für seine Lehre bringen als die Vorentrückungslehre.


Bisher habe ich folgende Punkte einzeln vorgetragen:

 

Zudem habe ich in dem Beitrag 311 zu einer Vielzahl der Argumente für eine Vorentrückung Stellung genommen. Nachfolgend der Abschnitt bezüglich deiner Aussage, die Gemeinde ist in der Offenbarung nicht mehr erwähnt:

Zu 3. Die Gemeinde wird in Off. 4 bis 19 nicht erwähnt

Es ist richtig, dass der Begriff „Gemeinde“ nur in den Sendschreiben bis Kap. 3 vorkommt. Danach wird in der Offenbarung an keiner Stelle mehr der Begriff Gemeinde verwendet. Jedoch werden andere Begriffe gebracht:

Offb 5,8        Und da es das Buch nahm, da fielen die vier Tiere und die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem Lamm und hatten ein jeglicher Harfen und goldene Schalen voll Räuchwerk, das sind die Gebete der Heiligen,

Offb 8,3        Und ein andrer Engel kam und trat an den Altar und hatte ein goldenes Räuchfaß; und ihm ward viel Räuchwerk gegeben, daß er es gäbe zum Gebet aller Heiligen auf den goldenen Altar vor dem Stuhl.

Offb 8,4        Und der Rauch des Räuchwerks vom Gebet der Heiligen ging auf von der Hand des Engels vor Gott.

Offb 11,18        und die Heiden sind zornig geworden, und es ist gekommen dein Zorn und die Zeit der Toten, zu richten und zu geben den Lohn deinen Knechten, den Propheten, und den Heiligen und denen, die deinen Namen fürchten, den Kleinen und Großen, und zu verderben, die die Erde verderbt haben.

Offb 13,7        Und ward ihm gegeben, zu streiten mit den Heiligen und sie zu überwinden; und ward ihm gegeben Macht über alle Geschlechter und Sprachen und Heiden.

Offb 13,10            So jemand in das Gefängnis führt, der wird in das Gefängnis gehen; so jemand mit dem Schwert tötet, der muß mit dem Schwert getötet werden. Hier ist Geduld und Glaube der Heiligen.

Offb 14,12        Hier ist Geduld der Heiligen; hier sind, die da halten die Gebote Gottes und den Glauben an Jesum.

Offb 16,6        denn sie haben das Blut der Heiligen und Propheten vergossen, und Blut hast du ihnen zu trinken gegeben; denn sie sind's wert.

Offb 17,6        Und ich sah das Weib trunken von dem Blut der Heiligen und von dem Blute der Zeugen Jesu. Und ich verwunderte mich sehr, da ich sie sah.

Offb 18,20        Freue dich über sie, Himmel und ihr Heiligen und Apostel und Propheten; denn Gott hat euer Urteil an ihr gerichtet !

Offb 18,24        Und das Blut der Propheten und der Heiligen ist in ihr gefunden worden und all derer, die auf Erden erwürgt sind.

Offb 19,8        Und es ward ihr gegeben, sich anzutun mit reiner und schöner Leinwand. (Die köstliche Leinwand aber ist die Gerechtigkeit der Heiligen.)

Offb 20,6        Selig ist der und heilig, der teilhat an der ersten Auferstehung. Über solche hat der andere Tod keine Macht; sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein und mit ihm regieren tausend Jahre.

 

Folgende Briefe enthalten ebenfalls an keiner Stelle den Begriff Gemeinde: Titus, 2. Tim, 1+2. Petrus, 1+2. Johannes, Judas. Trotzdem sind sie an und für die Gemeinde Jesu geschrieben worden. Auch wird ab Kap. 20 auch von den Vertretern der Vorentrückungslehre die Gemeinde wieder in der Offenbarung gesehen, obwohl außer Kap. 1-3 nirgends die Gemeinde wörtlich erwähnt wird. Daher kann aus dem Fehlen dieses Begriffes nichts abgeleitet werden, zumindest nicht eine Entrückung. Diese wird in der Offenbarung in dem Bereich der Kap. 3-5 nicht erwähnt.

 

Wenn du also in der Offenbarung ab Kap. 4 anhand dem Fehlen des Begriffes "Gemeinde" die Gemeinde aus der Offenbarung herausnimmst, kannst du sie auch nicht in der Off. 20 wieder einfügen. Genauso wenig darfst du dann die genannten Briefe an die Gemeinde Jesu adressieren.

 

Daher ist diese Argumentation der Vorentrückungslehre völlig daneben und falsch. Betrachte doch einfach zusätzlich nur folgenden Zusammenhang:

 

Offb 3,3                 So gedenke nun, wie du empfangen und gehört hast, und halte es und tue Buße. So du nicht wirst wachen, werde ich über dich kommen wie ein Dieb, und wirst nicht wissen, welche Stunde ich über dich kommen werde.

Offb 3,4        Aber du hast einige wenige Namen in Sardes, welche ihre Kleider nicht befleckt haben; und sie werden mit mir wandeln in weißen Kleidern, denn sie sind es wert.

Offb 3,5        Wer überwindet, der soll mit weißen Kleidern angetan werden; und ich will seinen Namen nicht tilgen aus dem Buch des Lebens und will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.

 

Offb 16,15        Siehe, ich komme wie ein Dieb. Selig ist, der da wacht und hält seine Kleider, daß er nicht bloß wandle und man nicht seine Schande sehe.

Offb 16,16        Und er hat sie versammelt an einen Ort, der da heißt auf hebräisch Harmagedon.

Offb 16,17        Und der siebente Engel goß aus seine Schale in die Luft; und es ging aus eine Stimme vom Himmel aus dem Stuhl, die sprach: Es ist geschehen.

 

Weitere Stellen mit dem Dieb sind:  Mt. 24, 42-44, 1. Thess. 5,2 2. Petr. 3.10

Alle diese Stellen stehen im Zusammenhang mit der sichtbaren Wiederkunft Jesu. Hier wird aber gerade mit Sardes eine Gemeinde mitten in die Geschehnisse von Harmagedon hineingenommen. Dies nicht nur wegen dem Bezug auf den Dieb, sondern auch die Kleider sind hier ein starkes Indiez.

 

Liebe Grüße

 

M.H.

 

Die Logik der Vorentrückungslehre

Einführung

Die Lehre der Vorentrückung geht geschichtlich vor allem auf J. N. Darby zurück und hat sich über die Brüderbewegung weltweit als herrschende Ansicht zur Entrückung durchgesetzt. Die Entrückung ist das Ereignis, wenn Jesus seine Gemeinde aus noch Lebenden und Verstorbenen zu sich in die Ewigkeit hinweg von der Erde nimmt. Für Jahrhunderte galt die Meinung, dass dieses Ereignis der Entrückung mit der sichtbaren Wiederkunft Jesu einhergeht.  Doch Darby und andere kamen zu der Erkenntnis, dass diese Entrückung vor der großen Trübsal, den letzten 7 Jahren dieses Zeitalters geschehen muss. Zur Abgrenzung wurde diese Lehre daher „Vor- Entrückung“ bezeichnet. Andere Ansichten werden entsprechend der zeitlichen Zuordnung demnach als „Mitten-“ (in der Mitte der Trübsal) oder „Nach- Entrückung“ (nach der Trübsal bei sichtbarer Wiederkunft Jesu) bezeichnet. Letztlich ist der Kern der Unterschiede daher nicht die Art der Entrückung sondern der Zeitpunkt dieses Ereignisses. In dem nun folgenden Beitrag soll die Logik und die Möglichkeit für die Richtigkeit  dieser Ansicht beleuchtet werden.

 

In der Bibel findet man bezüglich der Entrückung 3 umfassende Stellen,

-          die Wiederkunftsreden Jesu (Mt. 24+25, Mk 13, Lk 17+21) in den Evangelien

-          die Aussagen von Paulus (1. Kor. 15, 1+2. Thess.-Brief)

-          die Offenbarung

 

Da bei Stellen aus den Evangelien oft eingewendet wird, dass diese zur Entrückung nichts aussagen, weil hier nur die Juden, nicht aber die Gemeinde angesprochen wird, und die Offenbarung ohnehin in der Auslegung sehr umstritten ist, möchte ich die Diskussion auf einen zentralen Abschnitt im 2. Thess. Kapitel 2 also die Verse 1-9 beschränken. Der Vorteil dieser Stelle liegt darin, dass

-          hier unmissverständlich und ohne Einschränkung die Gemeinde gemeint ist

-          die wichtigen Stellen zur Entrückung aus 1. Kor. 15 und 1. Thess. ebenfalls von Paulus geschrieben wurden, die Stellen sich also gegenseitig ergänzen können

-          diese Textstelle die Wiederkunft Jesu, die Entrückung, den Mensch der Sünde (= Antichrist) als einzige Stelle zusammen nennen und somit hinsichtlich der Zeitfrage direkte Aussagen möglich sind

Der Abschnitt 2. Thess.-Brief Kapitel 2, V1-9

Betrachten wir also den Abschnitt genauer. (Text nach Schlachter 1951)

2Thes 2,1         Wir bitten euch aber, Brüder, betreffs der Wiederkunft unsres Herrn Jesus Christus und unsrer Vereinigung mit ihm:

2Thes 2,2         Lasset euch nicht so schnell aus der Fassung bringen oder gar in Schrecken jagen, weder durch einen Geist, noch durch eine Rede, noch durch einen angeblich von uns stammenden Brief, als wäre der Tag des Herrn schon da.

2Thes 2,3          Niemand soll euch irreführen in irgendeiner Weise, denn es muß unbedingt zuerst der Abfall kommen und der Mensch der Sünde, der Sohn des Verderbens,

2Thes 2,4         geoffenbart werden, der Widersacher, der sich über alles erhebt, was Gott oder Gegenstand der Verehrung heißt, so daß er sich in den Tempel Gottes setzt und sich selbst als Gott erklärt.

2Thes 2,5         Denket ihr nicht mehr daran, daß ich euch solches sagte, als ich noch bei euch war?

2Thes 2,6         Und nun wisset ihr ja, was noch aufhält, daß er geoffenbart werde zu seiner Zeit.

2Thes 2,7         Denn das Geheimnis der Gesetzlosigkeit ist schon an der Arbeit, nur muß der, welcher jetzt aufhält, erst aus dem Wege geschafft werden;

2Thes 2,8         und dann wird der Gesetzlose geoffenbart werden, welchen der Herr Jesus durch den Geist seines Mundes aufreiben, und den er durch die Erscheinung seiner Wiederkunft vernichten wird,

2Thes 2,9         ihn, dessen Auftreten nach der Wirkung des Satans erfolgt, unter Entfaltung aller betrügerischen Kräfte, Zeichen und Wunder

 

Vers 1:

Hier spricht Paulus von der Wiederkunft Jesu und der unserer Versammlung mit Jesus. Letzteres ist unzweideutig die Entrückung. Es wird aber nicht ausgesagt, ob diese Wiederkunft und Entrückung nur als Ereignisse aufgezählt werden oder ob es sich hier um ein Ereignis handelt. Zudem ist nicht klar, ob diese Wiederkunft Jesu verborgen und der Welt unsichtbar ist oder ob es ein weltweit sichtbares Ereignis darstellt. Um diese verschiedenen Möglichkeiten übersichtlich und verständlich zu machen, sollen diese Zusammenhänge in eine Art Flussdiagramm in der Grafik dargestellt werden.

 

 

In der Grafik beginnt also bereits in V1 die Verzweigung der Auslegung in  4 Möglichkeiten:

1.1   V1 zählt Entrückung und verborgene Wiederkunft Jesu nur auf ohne zeitlichen Zusammenhang

1.2   V1 zählt Entrückung und sichtbare Wiederkunft Jesu nur auf ohne zeitlichen Zusammenhang

1.3   V1 sieht Entrückung und verborgene Wiederkunft Jesu als ein Ereignis

1.4   V1 sieht Entrückung und weltweit sichtbare Wiederkunft Jesu als ein Ereignis

 

Möglichkeit 1.1 scheidet aber sofort wieder aus, da die verborgene Wiederkunft Jesu nach herrschender Lehre nur für die Entrückung der Gemeinde gelten kann und daher die verborgene, stille Wiederkunft Jesu nicht von der Entrückung getrennt werden kann.

Vers 2:

Dieser Vers gibt weitere Bezüge frei. Paulus warnt vor Verführung durch gefälschte Briefe, Botschaften usw. als wäre der Tag des Herrn schon da.  Dieser „Tag des Herrn“ ist ein vieldiskutierter Begriff. In der einen Übersetzung steht „Tag des Herrn“, eine andere nennt diesen Tag „Tag Christi“. Auch in den Grundtexten sind hier die Aussagen nicht einhellig. Auch hier findet man beide Bezeichnungen. Viele Ausleger sehen in dem „Tag des Herrn“ den alttestamentarischen Gerichtstag. Dieser Tag ist der Tag, an dem Israel von den fremden Völkern befreit wird und die Gottesherrschaft über Israel und der Welt beginnt. Daher kann bei dieser Auslegung der „Tag des Herrn“ hier nur die weltweit sichtbare Wiederkunft Jesu bedeuten, nicht aber die verborgende, stille Wiederkunft Jesu.

Sollte aber mit „Tag des Herrn“ unser Herr Jesus Christus gemeint sein, ist dieser Ausdruck „Tag des Herrn“ (Jesu Christi) das selbe wie der „Tag Christi“. Bezüglich diesem Tages gibt auch das Wort klar Auskunft:

Phil 1,6              und weil ich davon überzeugt bin, daß der, welcher in euch ein gutes Werk angefangen hat, es auch vollenden wird bis auf den Tag Jesu Christi.

Phil 1,10            damit ihr zu prüfen vermöget, worauf es ankommt, so daß ihr lauter und unanstößig seid auf den Tag Jesu Christi,

Phil 2,16            indem ihr das Wort des Lebens darbietet, mir zum Ruhm auf den Tag Christi, daß ich nicht vergeblich gelaufen bin, noch vergeblich gearbeitet habe.

Da dieser „Tag Christi“ mit unserer Vollendung zu tun hat, die Gemeinde als Summe der Gläubigen in der Entrückung vollendet wird, kann dieser „Tag Christi“ als der Tag angesehen werden, an dem Christus seine Gemeinde in der Entrückung vollendet. Wiederum unklar ist aber, ob diese Tag der Entrückung das sichtbare Wiederkommen Jesu für die Welt oder die verborgene Wiederkunft für die Gemeinde darstellt. Folglich handelt es sich daher bei diesem Tag des Herrn bzw. Tag Christi entweder um-

2.1   die sichtbare Wiederkunft Jesu für alle Menschen auf dieser Erde (=altt. Gerichtstag)

2.2   die Wiederkunft Jesu zur Entrückung (als verborgene Wiederkunft)

2.3   die Wiederkunft Jesu zur Entrückung (als weltweit sichtbare Wiederkunft)

 

Wegen der bereits in V1 gefundenen Bezüge ergeben sich folgende Verbindungsmöglichkeiten von V1 zu V2 bzw. Ergebnisse:

Wer in V1 die Entrückung und die weltweit sichtbare Wiederkunft Jesu trennt, kann folglich in V2 den „Tag des Herrn“ als alttestamentarischen Gerichtstag sehen. 

ð      Kombination 1.2 => 2.1

Setzt man an, dass in V1 von einer verborgenen Wiederkunft Jesu als Ereignis der Entrückung die Rede ist, kann man hier beide Möglichkeiten in Betracht ziehen, nämlich dass dieser Tag des Herrn völlig unabhängig vom Tag der Entrückung ist bzw. dass dieser Tag der Tag Christi und damit der Tag der Entrückung ist.

ð      Kombination 1.3 => 2.1

ð      Kombination 1.3 => 2.2

Wer in V1 die Entrückung als Ereignis bei der sichtbaren Wiederkunft Jesu sieht, kann folglich nur zu nachfolgender Anordnung kommen

ð      Kombination 1.4 => 2.3

Verse 3+4

Das vielleicht markanteste Wort aus den Versen 3+4 ist das Wörtchen „zuerst“.

2Thes 2,3         Niemand soll euch irreführen in irgendeiner Weise, denn es muß unbedingt zuerst der Abfall kommen und der Mensch der Sünde, der Sohn des Verderbens,

 

Indem Paulus die vorher genannten Verführungen hier zusammenfasst in „Niemand soll euch irreführen“ ist das nachfolgende analog V2 auf den Tag des Herrn /Tag Christi bezogen. Bevor dieser genannte Tag eintreten kann, müssen unbedingt vorher Dinge geschehen. Diese Dinge sind absolute Vorausbedingungen auf diesen Tag und können nicht als bedingungslose Aufzählung oder Reihung ausgelegt werden. Bevor also dieser Tag anbricht:

3.1     geschieht der Abfall

3.2     muss der Sohn des Verderbens offenbar werden

3.3     muss der Mensch der Sünde sich in den Tempel setzen und als Gott ausgeben, sich über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt überheben.

In unserer Grafik ist diese Vorausbedingung entsprechend einzutragen und gilt für alle 3 vorgenannten Möglichkeiten (Punkt 2.1 bis 2.3)

Verse 5-7

Für viele Ausleger steht fest, dass dieser „der“, der das Verderben aufhält, der Heilige Geist und die Gemeinde ist. Daher wird singulär aus diesem Vers der zwingende Beweis der Vorentrückung abgeleitet. Jedoch steht in diesem Vers nichts über den Heiligen Geist. Es ist nur von einem unbekannten „Aufhalter“ die Rede, der aber an keiner Stelle genauer erläutert oder beschrieben wird. Da Spekulationen nicht dem rechten  biblischen Umgang entsprechen, können diese Verse zur Frage des Zeitpunkts und der Bezüge wenig beitragen.

Vers 8

In diesem Vers werden 3 Dinge genannt:

-          die Erscheinung der Wiederkunft Jesu

-          die Offenbarung des Gesetzlosen (=Antichristen)

-          die Vernichtung des Gesetzlosen durch die Erscheinung der Wiederkunft Jesu

 

Ist nun die Wiederkunft Jesu und die Erscheinung der Wiederkunft Jesu das selbe oder 2 verschiedene Dinge? Hier hilft es, sich die anderen analogen Nennungen der Bibel anzusehen:

2Kor 12,1          Es ist mir freilich das Rühmen nichts nütze; doch will ich auf die Erscheinungen und Offenbarungen des Herrn zu sprechen kommen.

Phil 2,8              und in seiner äußern Erscheinung wie ein Mensch erfunden, sich selbst erniedrigte und gehorsam wurde bis zum Tod, ja bis zum Kreuzestod.

2Thes 2,8         und dann wird der Gesetzlose geoffenbart werden, welchen der Herr Jesus durch den Geist seines Mundes aufreiben, und den er durch die Erscheinung seiner Wiederkunft vernichten wird,

1Tim 6,14          daß du das Gebot unbefleckt und untadelig bewahrest bis zur Erscheinung unsres Herrn Jesus Christus,

2Tim 1,10          jetzt aber geoffenbart worden ist durch die Erscheinung unsres Retters Jesus Christus, der dem Tode die Macht genommen, aber Leben und Unvergänglichkeit ans Licht gebracht hat durch das Evangelium,

2Tim 4,1            Ich beschwöre dich vor Gott und Christus Jesus, der Lebendige und Tote richten wird bei seiner Erscheinung und bei seinem Reich:

2Tim 4,8            hinfort liegt für mich die Krone der Gerechtigkeit bereit, welche mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tage zuerkennen wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung liebgewonnen haben.

Tit 2,13             in Erwartung der seligen Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unsres Retters Jesus Christus,

 

Aus diesen Versen leitet sich zwingend ab, die Erscheinung als Wiederkunft Jesu zu sehen. Diese Wiederkunft muss die Wiederkunft zur Heimholung der Gemeinde sein, da dieses Ereignis die Auferstehung der Gläubigen beinhaltet. Dies wird in den Stellen in den Briefen an Timotheus und Titus eindeutig belegt.

Folglich verbindet V8 die Wiederkunft Jesu zur Entrückung mit dem Ende des Gesetzlosen, gemeinhin auch Antichrist benannt.

Dennoch könnte jemand es anders zu sehen versuchen und annehmen, dass die Erscheinung der Wiederkunft Jesu etwas anders ist als die Wiederkunft Jesu in V1. Daher ist auch diese Ansicht in den Kombinationen zu berücksichtigen. Daher gibt es für jede Ansicht 2.1 bis 2.3 durch diesen V8 nochmals einen Bezug auf die Art der Wiederkunft Jesu.

 

8.1 Erscheinung der Wiederkunft = sichtbare Wiederkunft Jesu mit Entrückung

8.2 Erscheinung der Wiederkunft = sichtbare Wiederkunft Jesu ohne Entrückung

 

Im Ergebnis ist die Lehre der Vorentrückung nur dann zu halten, wenn tatsächlich der Tag der Entrückung getrennt ist von der sichtbaren Wiederkunft Jesu. Somit ist das Schema für diesen kurzen Textabschnitt fast fertig und es kann die Auswertung und Bewertung durchgeführt werden.

Die Bewertung der Kombinationen

Kombination 1.2+2.1+8.2

Entsprechend dieser Ansicht spricht Paulus in V1 von Wiederkunft Jesu und Entrückung als getrennten Ereignissen, und ab V2 behandelt er nur den Tag des Herrn, der alttestamentarisch als Gerichtstag gesehen wird. Bevor nun dieser Tag kommt, tritt der Antichrist auf. Dieser wird am Gerichtstag, der Erscheinung der Wiederkunft des Herrn Jesus vernichtet.

Nach dieser Ansicht wäre es möglich, die Entrückung vor der Trübsal anzusetzen, weil außer der Nennung in V1 keinerlei Bezug mehr zur Entrückung der Gemeinde aufgebaut wird. Diese Kombination bringt aber etliches an Problemen:

1.       der Text aus 2. Thess. als auch alle anderen Stellen der paulinischen Briefe geben keinen Anhaltspunkt auf 2 getrennte, voneinander verschiedenen Wiederkünfte Jesu, dieses Wort erscheint nur im Einzahl.  Daher ist diese Aufteilung in 2 Ereignisse (verborgene und weltweit sichtbare Wiederkunft Jesu) eine in den Text hineingelegte Annahme, die sich nicht aus diesem Text erschließe und daher sehr kritisch beurteilt werden muss.

2.       in 1.Thess. 4,15 werden die Entrückung und die Wiederkunft Jesu untrennbar zu einem Ereignis verbunden:

 

1Thes 4,15       Denn das sagen wir euch in einem Worte des Herrn, daß wir, die wir leben und bis zur Wiederkunft des Herrn übrigbleiben, den Entschlafenen nicht zuvorkommen werden;

 

Die im Vers 1 gemachte zeitliche Trennung dieser 2 Ereignisse ist nicht vom Wort sondern nur als theoretische Möglichkeit zu betrachten, die aber durch die genannte Stelle eindeutig verneint wird. Die Wiederkunft Jesu und die Entrückung sind zwingend ein Ereignis und nicht voneinander zu trennen. Von daher ist jetzt schon die Argumentationslinie 1.2 nicht haltbar.

3.       Die „Erscheinung der Wiederkunft“ wird in den Briefen an Titus und Timotheus eindeutig als Wiederkunft Jesu zur Vollendung und daher Entrückung der Gemeinde bezeichnet. Wenn diese „Erscheinung der Wiederkunft“ die Entrückung und gleichzeitig aus V8 das Ende des Antichristen bildet, ist eine Vorentrückung praktisch unmöglich.

Kombination 1.3+2.1+8.2

Diese Kombination unterscheidet sich von der vorherigen nur darin, dass hier die Aussage aus V1 als zeitlich ein Ereignis gesehen wird. Nach dieser Ansicht redet Paulus in V1 von der Entrückung und stillen Wiederkunft Jesu als einem Ereignis, in V2 bis V8 spricht er aber von einem völlig anderem Ereignis, der sichtbaren Wiederkunft Jesu zum Gericht. Es wird also auch hier der Begriff „Wiederkunft“ in V1 mit völlig anderem Inhalt als in V8 gefüllt. Dies ist weder aus dem Text herauszulesen noch im Sinnzusammenhang des Abschnitt abzuleiten. Der Abschnitt dieses Briefes ist von Paulus durch den Satz:   „betreffs der Wiederkunft unsres Herrn Jesus Christus und unsrer Vereinigung mit ihm:“mit dem Thema Entrückung und Wiederkunft Jesu überschreiben. Gleich der Stelle aus 1. Thess. 4,15 ist diese Wiederkunft die Wiederkunft zur Entrückung der Gemeinde. Es würde daher völlig am Text vorbeigehen, nur diesen 1. Vers auf die Entrückung und Wiederkunft Jesu zur Entrückung auszulegen, ab V2 aber nur von dem Gerichtstag bei der sichtbaren Wiederkunft Jesu zu reden. Man beachte in diesem Zusammenhang auch die Aussagen aus dem 1. Kapitel des 2. Thess.-Briefes.

Restliche Kombinationen

Sobald statt dem Tag des Herrn entsprechend den verschiedenen Grundtextvarianten „Tag Christi“ gelesen wird (dies ist der Tag der Wiederkunft Jesu zur Entrückung), kommt man zwangsläufig dazu, die Wiederkunft Jesu zur Entrückung und die Vernichtung des Antichristen als ein Ereignis zu sehen. Andere Kombinationen (z.B. 8.2 mit 2.2) scheiden aus, da wegen dem „zuerst“ aus V3 immer die Vernichtung des Antichristen diesem Ereignis vorausgehen muss und somit eine Vorentrückung unmöglich wird.

Ergebnis

Betrachtet man allein die Argumentationsauswertung ist es offensichtlich, dass rein statistisch die Richtigkeit der Vorentrückungslehre bei max. 25% liegt, da aus 4 bis zum Ende durchstrukturierten Ketten nur eine die Vorentrückungslehre zulässt. Beachtet man aber, dass gerade hier direkte Widersprüche und Auslegungsprobleme zu anderen Stellen vorliegen (die allesamt von Paulus stammen und teils direkt im Kontext der Entrückungsfrage liegen), ist die wirkliche Wahrscheinlichkeit für die Richtigkeit der Vorentrückungslehre aus diesem Text deutlich geringer anzusetzen.

Würde man keine Ahnung von einer stillen Wiederkunft Jesu haben (die so an keiner Stelle der Bibel beschrieben ist, die Stellen im 1. Kor.15 und 1. Thess. lassen ehr auf laute Umstände schließen) würde man gedanklich nicht einmal die Variante 1.2 und 8.2 konstruieren. Betreffs der Frage der „Logik der Vorentrückungslehre“ ist das Ergebnis ernüchternd:

Der Abschnitt aus 2. Thess. 2,1-8 lässt eine Vorentrückung nur durch die Hinzunahme von externen Ansichten zu, rein nach logischen Folgerungen verneint er aber die Vorentrückungslehre entschieden.

 

Die Frage des Zeitpunkts der Entrückung ist mit dieser Feststellung natürlich noch nicht beantwortet und es sind auch noch weitere Textstellen zu beachten. Dies kann hier kaum erfolgen, da der Platzbedarf nicht unerheblich ist. Doch sollte dieser kurze Abriss anregen, Stellen genauer und vor allem konsequent in alle denkbaren Richtungen und Möglichkeiten zu untersuchen und sich nicht auf gängige Dogmen zu verlassen. 


 25.01.2004

 Lieber Martin

dies ist ein Forum. In dem Forum lasse ich selbstverständlich auch Beiträge einfliessen, die nicht meiner persönlichen Auffassung entsprechen, sofern sie nicht irgendwie das Heil in Christo unterwandern. Ich lasse auch Charismatiker + Pfingstler zu Wort kommen, wenn sie nicht unterschwellig lehren, dass man um errettet zu werden, in Zungen sprechen müsse und andere Irrlehren verbreiten. Satanistenlehre wie die Allversöhnung wird angesprochen, aber ich lasse Allversöhner nach einer gewissen Zeit der Ermahnung nicht länger  als Plattform missbrauchen.

 -- So ist doch Deine Ansicht, dass die Entrückung während oder nach der Drangsalzeit geschieht, nicht eine Irrlehre, sie ist einfach eine falsche Lehre. Aber da habe ich doch kein Problem damit, habe selber von Deinen Beiträgen nur gelernt. Ich wollte Dir ja mal 10 Fragen  stellen, die die Fehler Deiner Posttribulationistischen Ansicht aufdecken. Aber Du wolltest glaub ich, nicht. Ich kann`s ja mal nachholen auf 1283, das Recht nehme ich mir dann einfach..

 

Dann noch zu Deinem Artikel : Die Logik der Vorentrückungslehre" Du erwähnst Stellen, die die Bruder nie so im Zusammenhang zur Entrückung bringen würden.  Da ist bereits ein Ansatz zur falschen Schlussfolgerung drin. Ich meine die von Dir erwähnte Schriftstelle: 


   ""
die Wiederkunftsreden Jesu (Mt. 24+25, Mk 13, Lk 17+21) in den Evangelien""
Der Herr Jesus spricht natürlich in den Evangelien nie von der Entrückung. Israel wird nämlich nicht entrückt....

in IHM
Hans Peter

 


25.01.2004

Lieber Hans Peter,
du sagst:
Dann noch zu Deinem Artikel : Die Logik der Vorentrückungslehre" Du erwähnst Stellen, die die Bruder nie so im Zusammenhang zur Entrückung bringen würden.  Da ist bereits ein Ansatz zur falschen Schlussfolgerung drin. Ich meine die von Dir erwähnte Schriftstelle: 


   "" die Wiederkunftsreden Jesu (Mt. 24+25, Mk 13, Lk 17+21) in den Evangelien""
Der Herr Jesus spricht natürlich in den Evangelien nie von der Entrückung. Israel wird nämlich nicht entrückt....

Vielleicht hättest du diesen Artikel etwas weiter lesen müssen, da deine angeführte Kritik in dem direkt folgenden Absatz aufgegriffen wird:

"Da bei Stellen aus den Evangelien oft eingewendet wird, dass diese zur Entrückung nichts aussagen, weil hier nur die Juden, nicht aber die Gemeinde angesprochen wird, und die Offenbarung ohnehin in der Auslegung sehr umstritten ist,..."

Dieser von dir gerügte Abschnitt steht ohne Erklärung und Auslegung in der Einleitung zu diesem Abschnitt und dient nur als Hinführung. Es ist doch unbestritten, dass die Stellen in den Evangelien eine andere Aussage als die Stellen bei Paulus oder der Offenbarung haben. Mehr aber auch nicht weniger soll diese Einleitung aussagen. Dein Satz ist daher eine unzulässige Unterstellung und irreführende Kritik, da sie an der Aussage des Artikel "Die Logik der Vorentrückung" völlig vorbei geht. Qualitativ ist es so wie der Pfingstler M. Bleile es in der Kritik zum Artikel Zungenrede tat. Er kritisierte, dass Liebe keine Geistesgabe sei, das andere im Text, was seine pfingstlerische Position völlig widerlegt, ließ er unbeantwortet, trotz Nachfrage.

Der Stelle aus 2. Thess. 2,1-9 hast du dich ebenfalls nicht gestellt. Hier greifen die Teilungs- und Haushaltungslehren nicht, da hier alles aus einem Guß von Paulus für eine heidenchristliche Gemeinde geschrieben wurde. Ich sage nicht, dass diese Stelle die Frage nach der Entrückung endgültig klärt, aber sie macht eine Vorentrückung relativ unwahrscheinlich.

Nimm deine Bücher und Predigten. Prüfe, ob sie den Ausdruck "Tag des Herrn" wirklich schriftgemäß und nicht verdreht einseitig auslegen, prüfe, ob alle Verse der Reihe nach und mit sinngleichen Begriffen ausgelegt werden.  Bis heute habe ich noch immer keine zusammenhängende Auslegung dieses Abschnittes mit Bekräftigung der Vorentrückungslehre gefunden.

Wie kann man von Charismatikern, Calvinisten und Allversöhnern Umdenken und Prüfen erwarten, wenn man seine eigene Positionen genauso dogmatisch und kritiklos vertritt?

 Liebe Grüße

M.H.


Lieber Hans Peter,   

die Frage nach der Entrückung ist natürlich keine Heilsnotwendige Frage, aber sie ist dennoch wichtig. Bisher war mir die Vorentrückungslehre klar die richtige Lehre ,aber seit ich die Bücher von D. Martin Loyd Jones darüber gelesen habe, bin ich sehr nachdenklich geworden. Da ich als Bibellehrer und Pastor diese Vorentrückungslehre auch seit Jahren öffentlich vertrete, bin ich natürlich in Schwierigkeiten. Die hervorragende Bibelarbeit von D. Martin Loyd Jones im 4. Band "GOTT und seine Gemeinde" sollte gelesen und geprüft werden. Er geht sehr ausführlich auf die Vorentrückungslehre ein, die von einem katholischen Jesuitenpater entworfen wurde und erst 1830 u.a. von Darby übernommen wurde. Bis dahin war in der Christenheit klar, daß Entrückung und Wiederkunft Jesu zusammenfallen ,so Loyd Jones, und das Buch der Offenbarung wurde völlig anders verstanden.

Ich wäre dankbar, wenn sich an dieser Frage interessierte Brüder mit diesen Aussagen beschäftigen könnten und hierzu Stellung nehmen würden. Herzliche Grüße Detlef Hach.


8.2.06   (Wegen kurzfristigem Spitalaufenthalt erst heute aufs Forum gelegt.)   4.2.04  --> 8.2.04

Lieber Detlef

Ich habe mir schon lange gewöhnt vor "grossen" Namen nicht mehr Respekt zu haben wie vor dem Worte Gottes. Die Vorentrückungslehre ist übrigens im Vorsatz Gottes einem Mann namens  Paulus geoffenbart worden.

Du zitierst  " Bis dahin war in der Christenheit klar, daß Entrückung und Wiederkunft Jesu zusammenfallen"   An diesem Unsinnsatz wird klar, dass mir egal ist was die "Christenheit" meint denn solchen Ping - Pong Unsinn findet man nicht im Worte Gottes und nur dies ist für mich entscheidend.

Ansonsten verweise ich gerne auf: -->  Die Entrückung   wk   1088


Lieber Hans Peter,    9.2.04

sicherlich nützt es wenig zu sagen, bis 1830 gab es die Vorentrückungslehre in der Gemeinde nicht, da nur das Wort Gottes Gültigkeit besitzt. Doch wird gerade bezüglich der Charismatik analog argumentiert. Warum kritisiert man einerseits die Charismatik mit dem Vorwurf, die Geistesgaben gibt es seit der Urgemeinde nicht mehr, wenn anderseits hier gerade das Gegenteil behautept wird. Ich will hier nicht dem charismatischen Unsinn das Wort reden, ich möchte aber darauf aufmerksam machen, dass wir immer und stets sorgfältig und überlegt argumentieren müssen. Vor allem darf dies nicht beliebig erfolgen.

Ich halte es im übrigen für ein sehr starkes Indiez einer Irrlehre, wenn diese vorher eben nirgends gelehrt wurde. Daran kann man die Mehrzahl der Irrlehren erkennen, indem man nachschaut, seit wann deren Erkenntnis verbreitet werden.

Im übrigen verweist Detlef Hach hier nicht auf einen Namen (diesen zu nennen als Quelle ist unerläßlich), sondern fordert geradezu auf, sich verantwortlich um eine Prüfung der Argumente zu bemühen. Was ist daran zu kritisieren? Und, ist nicht Darby ein viel öfters genannter Name und wäre es richtig jedesmal dies analog zu kommentieren?

Noch ein Wort zu Paulus: Paulus lehrte weder Vor-, Nach- oder Mittenentrückung. Er benutzte keinen dieser Begriffe. Selbst die Entrückung ist ein nicht so in der Bibel vorhandener Begriff. Wir können nur sagen, dass Paulus die Entrückung und die Wiederkunft Jesu als ein Ereignis sah (1.

Thess. 4,15, 2. Thess. 2,1). Bezüglich der Wiederkunft Jesu hat Paulus an keiner Stelle 2 verschiedene Arten der Wiederkunft gelehrt. Im Grundtext wird hier auch nirgens ein Plural verwendet. Den Beweis einer stillen Entrückung kann man anhand der Beschreibung der Ereignisse der Entrückung bei Paulus nicht führen (Laute bis lauteste Begleitumstände, sofern man nicht alles vergeistigt). Die Erkenntnis einer stillen Wiederkunft zur Entrückung und einer lauten Wiederkunft zur Errettung Israels ist tatsächlich erst zur Zeit der Reformation (Ignazius von Loyola!) und zur Zeit Darby´s aufgekommen.

Es geht also fehl, hier Paulus eine neue Erkenntnis unterzuschieben.

Liebe Grüße

M.H.


Lieber Martin

eventuell ist es nur ein Verschrieb von Dir betreffend:  Reformation (Ignazius von Loyola!) , aber betreffend der Anhänger der Reformation wundert mich schon lange gar nicht mehr.. Ansonsten ist mein Erkenntnisstand aus der Bibel klar und oft auf zu Tage gekommen.

in IHM
Hans Peter

Ansonsten verweise ich gerne auf: -->  Die Entrückung   wk   1088


Lieber Hans Peter,     09.02.04

ich habe keinen Schreibfehler in meinem Beitrag. Ignazius von Loyola hat den Gedanken der Vorentrückung verwendet, um zu beweisen, dass der Papst nicht der Antichrist sein kann, da bei der vorherigen Entrückung entweder der Papst oder die Lutheraner entrückt sein müssten.

Die genaue Quellenangabe will ich aber noch ausfindig machen (ist länger her, seit ich das erfahren habe).

 

Liebe Grüße

M.H.


09.02.04
Lieber Martin
Ich glaube das war ein anderer Jesuit, einer der die Bibel gelesen  und nicht Scheiterhaufen angezündet hat.

Liebe Grüsse

HP


Löschung auf Grund des Schreibers  am 25.05.04