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Frage: 1486

Liebe Hanspeter
 
Der Film "Die Passion Christi" wird vom Mitternachtsruf gut geheissen. Was Meinst Du, zu diesem Artikel von Norbert Lieht? Im pdf auf Seite 10, und im Heft auf Seite 12. Dieses darfst Du gerne ins Forum tun. Mich interessiert was andere Leser zu diesem Artikel meinen, weil, diese Zeitschrift wird von sehr vielen Menschen gelesen.
 
In Jesus verbunden Heidi

Berean Call Mai


30.05.04

Hallo Heidi

Aus dem Artikel:
All das Geplänkel wie...:
<<Tatsache ist, dass der Film, trotz aller christlicher und weltlicher Kritik, läuft, und zwar wie!<<
<<Wieder andere warnten davor, in den Film zu gehen und manche fanden, dass die Darstellung Jesu nicht der Ehrfurcht des Christentums entspräche. Wieder einmal zeigte sich, wie sehr sich die Geister scheiden, wenn es auch nur annähernd um Jesus geht.<<

... ist völlige Nebensache und nicht der Rede wert. Es geht um die Jesus, wer wie was wo warum dieser Film wie auch immer ist völlig Nebensache!


<<Hier stellt sich die Frage, ob wir als Christen die Gelegenheit nicht einfach nutzen sollten. Schliesslich haben wir nicht die Aufgabe, die Menschen vom Evangelium fern zu halten, sondern sie damit zu konfrontieren.<<

Zuerst eines: Wir haben einen Missionsauftrag! Doch jetzt kommt das ABER! Heute ist es "in" nach jeder sich bietenden Methode zu greifen, mit der man evangelisieren kann!
Hauptsache man muss selbst nicht mehr viel tun, Hauptsache es gefällt mir, den Leuten, der Gesellschaft!
Aber! Ist das die Frage? Es ist das Gleiche wie bei Willow Creek: Rennen einem die Leute die Bude ein, das ist schon alles richtig... Oder? Hier sind es halt statt der vielen Kirchenbesucher viel Kinobesucher...
Fordert uns die Bibel auf, nach jeder sich bietenden Methode zu greifen, mit der man evangelisieren kann...? Oder nicht? Wenn die Bude voll ist, ist das dann ein Zeichen für gute Evangelisation..? Machten die ersten Christen Pantomime, nur weil es der Welt gefallen hätte (damals war die Blütezeit der Pantomime, die ersten Christen hätten sicher damit viele Ungläubige erreicht)? Könnte man sich vorstellen, dass ein Paulus ein bisschen mit fremden Göttern spielte (wie etwas der Film mit der fremden Lehre der kath. Kirche...), weil  er so besser, wirkungsvoller, einfacher evangelisieren könnte...?
Es wird gar nicht mehr gefragt, was der HERR dazu sagt, was die Bibel dazu sagt! Das darf man auch nicht, das behindert nur beim Missionsauftrag!
Doch haben wir die Aufgabe, ist es unsere erste Pflicht zu evangelisieren, ganz gleich wie..?
Es kommt überhaupt nicht darauf an, ob es den Christen oder ob es der Welt, der Gesellschaft, den Ungläubigen gefällt, es KOMMT ALLEINE DARAUF AN, OB ES GOTT GEFÄLLT, OB ES NACH SEINEM WILLEN IST!


Weiter im Artikel:
<<Der Film stellt meines Erachtens das Evangelium ins Zentrum, trotz einiger katholischer Bezüge oder Dinge, die so nicht direkt in der Bibel stehen.<<

So, jetzt ist es also gut, wenn Jesus zwar im Zentrum steht, aber es noch anderes, satanisches Beiwerk gibt, wie etwa kath. Bezüge? Lehrt uns das die Bibel? Sagt Paulus etwa: "Lasst und evangelisieren. Das Zentrum ist Gott, hat es noch satanische Lehren dabei, dann macht das nichts! Hauptsache Jesus!"


<<Diese aber tun dem Evangeliumszusammenhang keinen Abbruch.<<

Viel Jesus, viel Bibel, viel Evangelium und ein wenig kath. Lehren, das ist schon gut...! Wie war das mit dem Sauerteig..?


<<Die Worte des Schauspielers Jim Caviezel geben zumeist die Worte der Evangelien wieder, und die einzelnen Szenen zeigen den biblischen Zusammenhang auf.<<

"..geben zumeist die Worte"! Anscheinend reicht nun nur noch ein "zumeist" als nur ein "...geben nur die Worte". Auch da wieder, viel Jesus und ein Schuss Mensch und böse Lehre! Lehrt uns das die Bibel?


<<Man muss sich damit abfinden, dass die Tortur, die darin gezeigt wird, zumeist den Aussagen der Evangelien und der biblischen Kommentare entspricht.<<

Auch da wieder, ein "zumeist" reicht aus. Es geht anscheinend nicht mehr um die reine Lehre.


<<Der Jesus-Darsteller steht selbst nicht im Zentrum, sondern man sieht durch ihn tatsächlich auf die Leiden Jesu.<<

Ja das stimmt, das Leiden ist im Zentrum, ein sehr brutaler Film. Von einem lieben Bruder wurde ich auf etwas hingewiesen. Er fragte: "Warum wohl lässt uns die Bibel im unklaren über die Leiden Jesu? Sie hätte doch spielend ein Evangelium füllen können nur mit der Zeit wo Jesus in den Stunden am Kreuz hing? Sie hätte sein Leiden in allen Details schildern können? Warum macht sie es aber nicht? Hast du dich das schon gefragt"?
Auch könnte man sich fragen, warum die Bibel nichts über die Zeit der Tage zwischen Tod und Auferstehung berichtet! Wäre sicher interessant und lehrreich. Und sicher auch eine gute Abschreckung für die Ungläubigen, sprich eine gute Evangelisations-Methode!

Der Artikel zeigt den Vorgang, der sich in den letzten 10 Jahren in den Gemeinden ereignet hat. Man will evangelisieren. Die reine Lehre ist nicht mehr wichtig. Sie steht vielleicht (noch) im Zentrum. Aber es darf auch "gewürzt" sein mit anderen Lehren und weltlichem Zeugs...
Wenn das in dieser Geschwindigkeit so weitergeht, dann kann man (einmal provokativ und mutig gesagt) in 10 Jahren mit Sexbildern (mit nackten Männern und Frauen drauf) die unten noch von einem Bibelspruch geziert werde, auf Evanelisations-Tour gehen...

Die Bibelstelle Phil. 1,15ff rechtfertigt wohl kaum die Evangelisation mit "allen" Mitteln!

Gruss
Michael / CH


Lieber Hans Peter,  31.05.04
 
Um das, was ich an dem Film für verkehrt halte, in einem Satz zu sagen:
 
"The passion of Christ" verherrlicht NICHT Christus, sondern genau das, was der Titel andeutet: DIE LEIDEN Christi!
(wessen Lieblingsstrategie heißt: "möglichst knapp an der Wahrheit vorbei"?)
 
 
Daß darin auch die Absicht des Produzenten Mel Gibson lag, geht u.a. auch aus einem Interview mit ihm hervor, das ich im You! Magazin, einem katholischen Jugendmagazin gefunden habe.
 
da liest man u.a.:
 
>>>> Warum hast du dich entschlossen diesen Film zu machen?
 
Ich musste diesen Film einfach machen. Es war mir unmöglich ihn nicht zu machen.
Vor zirka 13 Jahren hatte ich eine schwierige Zeit in meinem Leben und das Betrachtung über die Leiden Christi, über seine Passion, hat mir geholfen diese Zeit durchzustehen. Das Leben ist hart und wir tragen alle Verletzungen – ich war da keine Ausnahme. Ich bin zu den Wunden Christi gegangen, damit meine eigenen Wunden geheilt würden. Durch Lesen, Studieren, Betrachten und Beten begann ich zu verstehen, was er wirklich durchgemacht hat. Ich begann zu begreifen wie noch niemals zuvor, obwohl ich die Geschichte sicherlich schon viele Male gehört hatte. Es war wie eine Geburt: Die Geschichte, die Art und Weise, wie ich Jesu Leiden sah, berührte mich innerlich und begann zu wachsen, bis es schließlich den Punkt erreichte, an dem ich die Geschichte einfach erzählen, sie loswerden musste.<<<<

>>>> Was würdest du als persönlichen Erfolg werten, jetzt mal vom
wirtschaftlichen Aspekt abgesehen?
 
Eigentlich will ich nur einen Schulterklopf von dem Mann da oben, das ist alles. Ich
glaube, dass ich die Geschichte so getreu und authentisch wie möglich erzählt habe, dass ich mich voll und ganz an die Evangelien gehalten habe und das meine Arbeit gut genug ist, um dem Allmächtigen zu gefallen. Und wie ich schon sagte, wenn auch nur ein paar Leute etwas Gutes daraus lernen, dann habe ich mein Ziel erreicht. Ich glaube, dass das eine ziemlich große Sache ist, wenn man das Herz eines Menschen ändern kann. Natürlich weiß ich nicht ob der Film das zustande bringt. Vielleicht. Ich bin mir nicht sicher. Man ist sich über seine eigene Arbeit niemals sicher.<<<<
 
>>>>Was willst du, dass die Menschen von diesem Film mitnehmen?
 
Ich hoffe, dass er die Menschen zum Nachdenken
anregt. Ich hoffe, dass er sie dazu bringt zu reflektieren. Der Film handelt von Glauben, Hoffnung, Liebe und Vergebung. Wenn er diese Dinge in den Menschen aufwühlt, dann ist er ein Erfolg. Ich hoffe, dass er Menschen dazu bringt, Fragen zu stellen und vielleicht sogar, dass sie dadurch Lust bekommen auch „das Buch“ zum Film zu lesen.<<<<
 
>>>> Lateinamerika und spanisch-sprechende Menschen haben im
Allgemeinen eine noch tiefere Beziehung zum Christentum. Was sind deine Erwartungen für den Film, speziell dieses Publikum betreffend?
 
Ich hoffe, dass es ihren Glauben stärken und vertiefen wird. Vielleicht wird er
teilweise die Geheimnisse erklären. Das Leiden an sich ist ja ein Geheimnis. Damit kämpfe ich selbst. Liebe durch Leiden. Es ist ein Geheimnis. Schwer zu erklären. Ich glaube, wir bekommen eine vage Vorstellung davon in diesem Film. In der Welt gibt es ja genügend Leid. Jeder Mensch muss irgendwann Leiden ertragen. Ob man daraus etwas lernt oder nicht, liegt an uns selbst. Aber es gibt etwas Positives im Leiden, man kann aus dem Leiden etwas Gutes gewinnen. Nicht dass ich deshalb so gerne leiden würde. Aber würde ich es gerne tun, dann wäre es nichts wert.<<<<
 
 
 
Wer etwas vom katholischen Verständnis des Themas "Leiden" wissen möchte, dem sei das apostolische Schreiben "Salvifici Doloris" von Johannes Paul II. anempfohlen:
http://www.vatican.va/roman_curia/pontifical_councils/hlthwork/documents/hf_jp-ii_apl_11021984_salvifici-doloris_ge.html
 
dort kann man u.a. folgendes lesen:
 
>>>>Mit diesen und ähnlichen Worten sprechen die Zeugen des Neuen Bundes von der Größe der Erlösung, die durch das Leiden Christi vollbracht wurde. Der Erlöser hat an Stelle des Menschen und für den Menschen gelitten. Jeder Mensch hat auf seine Weise teil an der Erlösung. Jeder ist auch zur Teilhabe an jenem Leiden aufgerufen, durch das die Erlösung vollzogen wurde. Er ist zur Teilhabe an jenem Leiden gerufen, durch das zugleich jedes menschliche Leiden erlöst worden ist. Indem er die Erlösung durch das Leiden bewirkte, hat Christus gleichzeitig das menschliche Leiden auf die Ebene der Erlösung gehoben. Darum kann auch jeder Mensch durch sein Leiden am erlösenden Leiden Christi teilhaben.<<<<
 
>>>>Gerade die Kirche, die unaufhörlich aus den unbegrenzten Quellen der Erlösung schöpft und diese in das Leben der Menschheit einführt, ist die Dimension, in der das erlösende Leiden Christi ständig vom Leiden des Menschen ergänzt werden kann. Darin wird auch die gottmenschliche Natur der Kirche deutlich. Das Leiden scheint in gewisser Weise an den Merkmalen dieser Natur Anteil zu haben. Deshalb besitzt es auch in den Augen der Kirche einen besonderen Wert. Es ist ein Gut, vor dem sich die Kirche voll Verehrung, in der ganzen Tiefe ihres Glaubens an die Erlösung, verneigt. Sie verneigt sich zugleich in der ganzen Tiefe jenes Glaubens, mit dem sie in sich selbst das unaussprechliche Geheimnis des Leibes Christi umfängt.<<<<
 
 
 
Martin/BRD /S/r

 

Zum Mitternachtsruf allgemein:
frage293.htm

..\Werner Titze\prwo.htm
frage274.htm

frage911.htm

frage308.htm

frage1236.htm

Forum941.htm

frage838.htm

frage847.htm

frage1390.htm

frage1184.htm

frage862.htm