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Offenbarung Kp 03 nach Charles Andrew leicht geändert.  [CAC] 

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Seite 54
Sardes 
Vers 1-6
    Darin, dass Sich der Herr als Den darstellt, "der
die sieben Geister Gottes hat und die sieben Sterne",
besteht ER  auf der Macht, die Er besitzt ----einer
Macht die das zustande zu bringen vermag, was Gott
wohlgefällt -- , und auch darauf, dass alles Verantwort-
liche und Lichtgebende in den Versammlungen Sein
ist, so dass Er das alleinige Recht hat, Anordnungen
zu treffen und darüber zu verfügen, Ihm ist alles un-
mittelbar unterstellt und verantwortlich.
       Die sieben Geister sehen wir in Kapitel 1.4 vor
seinem Throne, und in Kapitel vier als sieben Feuer-
Fackeln, die vor dem Throne brannten (V 5) Der
Thron stellt Gottes unumschränkte Macht dar deren
Herrlichkeit und Ehre Ihm schliesslich werden wird,
denn Seines Willens wegen bestehen alle Dinge und
sind sie und auch erschaffen worden (Kap 4.11). Und
die "sieben Feuerfackeln brennen vor dem Throne",
reden von einer Macht, die das herbeiführen ver-
mag, dass dem Lichte, und dem heiligen Gericht des
Bösen, und allem, was der Thron erfordert, völlig
entsprochen wird. Aber das wird, die uns Kapitel
5 lehrt, aufgrund der Erlösung zustande kommen,
und wenn das Lamm erscheint, so sehen wir "die
sieben Geister Gottes" als Dessen "sieben Augen…
die gesandt sind über die ganze Erde. (Kap 5.6)
       Dies ist offenbar eine Anspielung auf Sach 3.9
 und 4.10.   Als Sacharja weisssagte, hat Gott

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seiner Vorsehung gemäss eingegriffen und Sein Volk
aus der Babylonischen Gefangenschaft befreit: die
Versammlung in Sardes nun hatte etwas Ähnliches
erfahren: die grobe Verderbnis und der Götzendienst
Thyatiras sind in Sardes nicht mehr zu finden. Das
an sich deutet auf ein Eingreifen von seiten Gottes
hien und darauf, dass Er sie zum mindesten in gewissen
Grade befreit hatte. Doch wenn wir die Propheten
nach der Gefangenschaft, Haggai, Sacharja und Ma-
leachi lesen, die uns mitteilen, was die Zurückgekehr-
ten empfangen und gehört hatten, so finden wir, dass
als ihr Jehova sie zur Treue gegen Sein Haus ermahnte,
dies in Blick auf Christum und seinen Geist, der
unter ihnen bleiben sollte, und im Blick auf die letzte
Herrlichkeit geschah, die jenes Haus fühlen sollte,
(Sach 3.8; + 9; Hag.  2.5+9)   Er wollte, dass sie
über das, was die Vorsehung ihnen gegeben hatte,
hinausgingen: nicht Cyrus (Kores)  Darius, Serub-
babel oder gar der Tempel, den sie wiederaufbauten,
sollte ihre Herzen erfüllen, sondern alles, was am
Tage der Zukunft durch  Christum  und in der Kraft
des Geistes aufgerechnet werden würde. Er hatte vor
Joshua, den Hohenpriester, einen Stein auf dem sieben
Augen waren gelegt; Er wollte ihn im Bilde mit
Christo als der Grundlage beschäftigen, auf der all
Sein Wohlgefallen ruhen konnte, und damit, dass
Christus Der war, den vollkommene Einsicht über
alles, was damit zusammenhingt kennzeichnete. In den
sieben Augen treibt uns vollkommene Erkenntnis darüber
entgegen, wie alles dem Wohlgefallen Gottes gemäss
angeordnet sein müsste, und zwar besonders in Ver-
bindung mit dem Tempel und dem heiligen Dienste

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Sein Wort an Serubabbel war: "Nicht durch Macht
und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist,
spricht Jehova der Heerscharen.   (Sah 4.6)
      Wie weit würden Sie hierdurch geworden sein,
 und wären so vor leblosem Formenwesen und dem
Pharisäertum, dem sie alle bald anheimfielen, bewahrt
worden! Dadurch, dass sie vergassen, daran zu gedenken,
wie sie "empfangen und gehört" hatten, und dies nicht
bewahrten und Busse taten, verloren sie alles Wesent-
liche und verfielen in einen Zustand der Unwachsam-
keit,  so dass auf das Kommen Christi ganz unvor-
vorbereitet waren.    Als dann die Magier von Seiner
Geburt redeten,   ward nicht nur Herodes bestürzt,
sondern auch "ganz Jerusalem mit ihm". Mat. 2.3)
Er kam in Wahrheit über sie wie ein  Dieb, und sie
kannten die Stunde Seiner Ankunft nicht. Die Folge
war ihr Haus wurde Ihnen wüst gelassen und schliess-
lich wird der Zaun völlig über sie kommen. (Mat
23. 38; 1. Thess, 2.16.)
        Es ist sehr ernst zu sehen, wie sich diese Geschichte
in den Versammlungen wiederholt hat. Obwohl Gott
zur Zeit der Reformation eine grosse Befreiung gab
und ein Entrinnen von so mancher Götzendiener und
Verderbtheit, so dass von der Reformationskirchen
gesagt werden kann, dass sie den Namen haben, dass
sie leben, so kennzeichnen sie doch in Wirklichkeit leb-
lose Formen und der fortschreitenden Verfall dessen,
was von Gott war, sogar bis zum Tode. Die
Versammlung in Sardes kennzeichnet der Mangel an
Werken, die vor Gott völlig waren, sodann vergassen
sie, was sie empfanden und gehört hatten, und endlich
waren sie unwachsam im Blick auf die Wiederkunft

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des Herrn. So stellt sich der allgemeine Zustand des
Protestantismus dem Auge des Herrn dar; und wer
könnte nicht sehen, wie war diese Anklage ist? Eine
offene Bibel und viel Wahrheit von Gott --- denn der
Herr redet von dem, was "empfangen und gehört"
worden war --- sicherlich keine geistliche Lebenskraft.
Das ist uns allen eine heilsame Warnung. Nicht was
ich meinem Bekenntnis nach bin unter dem "Namen"
nach, den ich bin bei andern habe, hat Wert, sondern was
ich in geistlicher Lebenskraft bin. Wenn
diese mangelt, so sind die Werke von Gott nicht völlig,
und sogar das, was von dem übrig geblieben war,
was ursprünglich von Gott war, neigt zum Sterben.
    Der Herr stellt Sich dieser Versammlung als Der
dar, "der die sieben Geister Gottes hat". Ihm steht
alle Macht zu Gebote, ein geistliches Ergebnis zustande
zu bringen; und Er vollbringt das auf Erden, wenn
Gerechtigkeit sie bedecken wird und der Wille Gottes
auf Erden an wie im Himmel geschieht, Christus voll-
bringt es in der Kraft der sieben Geister Gottes. Doch
die ganze Macht, die eher am Tage der Zukunft aus-
übt, und die solche Erfolge in der Öffentlichkeit in der
ganzen Welt zeitigen wird, steht ihm heute zu Gebote,
und Er übt sie Seiner Heiligen halber aus obschon in
verborgener Weise, so dass der Glaube allein sie er-
kennen kann.   Damit, dass sich der Herr Sardes als
Der darstellt, der die sieben Geister Gottes hat, wollte
Er ihnen zu verstehen geben dass in Ihm eine Fülle
von Macht und Einsicht war, das aufzurichten, was
wirklich zum Wohlgefallen Gottes war. Wenn die
Reformatoren des 16. Jahrhunderts dies
beachtet hätten, so wären sie davor bewahrt geblieben,

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Von den Mächtigen dieser Welt Unterstützung und Schutz
zu erwarten; die Folge war, dass die Mächtigen dieser
Welt die Obergewalt über die Kirche erlangten. Das
ist beinahe ebenso beklagenswert, als wenn die Kirche
sich der Obergewalt über die Mächte dieser Welt anmasst.
        Die Worte nun, dass der Herr "die sieben Sterne"
 hat, erinnern uns daran, dass nur ER allein berechtigt
ist, alles verantwortliche und Lichtgebende in den
Versammlungen anzuordnen und zu leiten. Wenn
das klar erkannt worden wäre, so hätte ich nie geschehen
können, dass Könige und Machthaber den Dienst in der
Kirche bestimmten, oder dass sich Gemeinden, sogar
solche von Gläubigen, ihre eigenen Hirten (Pastoren) ...
und "Lehrer" wählten. Die Personalgaben nach Epheser 4
 wurden vom aufgefahrenen Haupt dem Leib gegeben. 
Die offenbarende Gaben 1. Kor 12 wurden den
Versammlungen angeordnet bis das Vollkommene,
(Das Wort Gottes) geschrieben war. 
Die Dienstgaben (Römer 12) bleiben, bis ER den
Leib holt)
Die Fähigkeit, aufzuerbauen., muss von Gott gegeben
sein, Und wenn solche da sind, so ist es das Vorrecht
der Versammlung, sie anzuerkennen und Nutzen daraus
zu ziehen.  Doch wo menschliche Ordnung die Ober-
hand hat, da kann es geschehen, dass viele göttliche
gaben (Römer 12) vorhanden sind, die nicht zur Geltung gelangen
können, weil ihnen die bestehende Ordnung die Gele-
genheit zu ihrer Ausübung versagt. Was die Men-
schen Ordnungen nennen, ist im göttlichen Sinne oft
Verwirrung, weil es weder die Unumschränktheit des
Herrn anerkennt, noch die Wirksamkeit des ein und
desselben Geistes ist, der einem jeden insbesondere
austeilt, wie ER will (1. Kor, 12.11) oder auch die
Ordnung der Versammlung Gottes ist, wie wir sie in
der Heiligen Schrift finden.

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Die Folgen menschlicher Bestimmungen und An-
ordnungen in Dingen, die allein vom Herrn richtig
bestimmt und angeordnet werden können, machen sich
allenthalben bemerkbar. Wo solche Zustände andauern,
ist es uns vermeintlich, in leblose Formen zu fallen, und
dann wird sogar das, was noch von dem vorhanden ist,
was ursprünglich von Gott war, schwächer und
schwächer und ist am Sterben.    Nimmt es angesichts
solcher Zustand wunder, dass nur noch dem Namen nach
Leben vorhanden ist?  und dass ich allenthalben Unwach-
samkeit dem Kommen des Herrn gegenüber vorfindet?
    Nur unter der unmittelbaren Oberhoheit und
Leitungen Christi als Herrn wird man der Verantwort-
lichkeit Seiner Gedanken gemäss entsprechen können
und wird auch seinen Dienst in wahrer Einheitlichkeit
und Einstimmigkeit vor sich gehen können. "Es sind
Verschiedenheiten von Diensten und derselbe Herr".
(1. Kor.  12.5) Der fleischliche Sinn würde Paulus
und Apollos als zwei betrachten und eine Wahl
 zwischen ihnen treffen; der eine würde sagen: "Ich
bin des Paulus; der andere aber: ich bin des Apollos";
doch der Apostel besteht darauf: "Der aber pflanzt und
der begiesst sind eins. (1. Kor 3.4 + 8) Jeder
dient, "wieder der Herr einem jedem gegeben hat" (1. Kor.
3.5 ), und  unter seiner Verwaltung trägt er zum
ganzen bei, nach dem Masse dass ihm die göttliche Un-
umschränktheit zu geteilt hat. Jeder hat seine eigene
Gabe und seinen eigenen Dienst vom Herrn, doch er
hat im Einklang mit all dem anderen Dienste, der
unter demselben Herrn ausgeübt wird, zu dienen.
Demnach gibt es im Dienste des Herrn persönliche
Verantwortlichkeit, aber ohne jede Unabhängigkeit.

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   Jeder Stern hat an seinem Orte eine örtliche Ver-
antwortlichkeit; doch es kann keine örtliche Unabhän-
gigkeit geben, wenn derselbe Herr die sieben Sterne
hat.  Es gibt keinen Grundsatz, der, an einem Orte
richtig angewandt, nicht an jedem anderen Ort richtig
sein würde; somit muss die örtliche Verantwortlichkeit
im Blick auf die ganze Welt durchgeführt werden.
Alles, was "der Versammlung Gottes, die in Korinth
ist zur Pflicht gemacht wird, war auch für alle
bindend, "die an jedem Orte den Namen unsers
Herrn Jesus Christus anrufen. (1.Kor 1.2). Wie
weit erstreckt sich also alles, was scheinbar nur örtlich
geordnet wird! Wahre Begriffe von der Versamm-
lung und die damit verbundenen Übungen können sich
nie auf das Örtliche beschränken, Sie haben es immer
mit der Gesamtheit aller Heiligen auf der ganzen
Erde zu tun.
    Wenn wir den Herrn als Den anerkennen, der
die sieben Sterne hat, so würde jeder Verantwortliche
in der rechten Beziehung und Abhängigkeit von Ihm
kommen und blossen menschlichen Anordnungen und
Einrichtungen bewahrt werden. Und jeder von Ein-
zelnen oder von der Gesamtheit der Heiligen ausge-
übte Dienst in Verbindung mit der örtlichen Verant-
wortlichkeit der Versammlung als solcher, würde im
Einklang mit allen anderen Diensten unter demselben
Herrn in der ganzen Welt ausgeübt werden. Wie
geeignet ist dies, uns von jeder persönlichen oder
kirchlichen Unabhängigkeit zu befreien! Und das
würden auch alle beengten Einflüsse ausschliessen, die
mit bloss Örtlichen, Nationalen oder Sektiererischem
zusammenhängen.

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 wie begünstigt wir auch in geistlicher Hinsicht sein
mögen, wir haben auf der Hut zu sein, dass nichts bei
uns eine Form wird oder verflacht, diese Neigung ist
immer vorhanden, und man hat dagegen wachsam zu
sein.  Der Herr sagt: ich habe deine Werke nicht
völlig [vollkommen] erfunden von meinem Gott.
Nichts als Vollkommenheit wird weder ihn noch die
 Befriedigung im Leben, und denen sein Werk am
Herz Anliegen. Deshalb betete Epaphras für die Ko-
losser, damit sie vollkommen und völlig überzeugt in
allem stehen möchten, was Gottes Wille war. (Kol.4
12). Und Paulus betete für die Philipper, dass sie
vollkommen gemacht seien, was die Frucht der Ge-
rechtigkeit anlangt, die durch Jesu Christum ist, zur
Herrlichkeit und zum Preise Gottes. (Phil. 1.11).
Wenn wir es an Entschiedenheit, Wachsamkeit oder
Gebet fehlen lassen, so werden unsere Werke nicht voll-
kommen vor Gott sein. Viele von uns haben einen
Anfang gemacht, aber die geistlichen Übungen waren
nicht hinreichend gründlich, sie zur Vollkommenheit zu
bringen. Darin besteht eine grosse Gefahr, denn wenn
wir in einer Sache nicht nach Vollkommenheit streben,
so kommen wir überhaupt von ihr ab.
    Die Versammlung in Sardes war doch Unvoll-
kommenheit gekennzeichnet, sie besass ein gewisses Mass
Licht und ein gewisses Mass göttlicher Befreiung, aber
in Bezug auf Christum oder den Geist und die Ver-
sammlung wurde nichts vor Gott zu Reife gebracht.
Vielleicht können auch wir in gleicher Weise fehlen!
Der Herr hatte Sardes viel Kostbares gegeben. Zur
Zeit der Reformation und danach gab es viel Licht,
aber es wurde grösstenteils bei den Versuche verloren

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es der Welt anzupassen, und dadurch, dass man welt-
liche Verbindungen einging und so sich so gleichsam  in
der Welt niederliess. "Den Namen, dass du lebst und
bist tot", besagt soviel wie für lebendig gehalten zu
werden, ohne jedoch geistliche Lebenskraft zu besitzen.
Jeder Versammlung sagt der Herr: "ich kenne deine
Werke; Er kennt unsere Worte, und welche Lehren
wir festhalten, doch hauptsächlich achtet Er auf das,
was uns festhält:  Er will sehen, wie es in unserem
Wandeln zum Vorschein kommen; Ihm ist daran gelegen,
welche Folgen das uns gegebene Licht hervorbringt.
     Satan bemüht sich immer, dem Volk Gottes eine
Falle zu stellen und es in weltliche Verbindung hin-
einzuziehen. Wenn sich die Heiligen mit der Welt ver-
mischen, so heiligen die Welt nicht, sondern beflecken
ihre eigenen Kleider.   Die Folge weltlicher Verbin-
dungen ist, dass das Bekenntnis Christi aufgegeben
wird, denn das will man in der Welt nicht dulden.
Ein echter Bekenner Christi muss ein abgesandter Mann
sein: er glaubt an Den, der die Welt verworfen hat,
er wacht über seine Wiederkunft halber und in der
Zwischenzeit bekennt er Ihn. Seine Werke seine
Wachsamkeit und sein Bekenntnis gehen aus seiner
Liebe zu Christus hervor, und Christo wird einen
solchen vor seinem Vater und vor den Engeln seines
Vaters bekennen. Gegenwärtig mag er zu leiden und
Schmach zu tragen haben, aber er bescheidet sich damit,
vor dem Herrn zu wandeln; und im Verborgenen Seine
Anerkennung zu haben, doch bald wird es ihm an
öffentliche Anerkennung nicht fehlen. Du brauchst
dich nicht zu fürchten, dass irgendetwas in deinem Leben
vor der Öffentlichkeit oder in deinem verborgenen

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 Leben, was Gott gefallen hat, übersehen werden wird.
Nichts, was von Gott ist, kann je verloren gehen, es
ist seinem Wesen nach ewig; deshalb heisst es "wer
aber den Willen Gottes tut bleibt in Ewigkeit.
(1. Joh 2.17)
    Aber du hast einige Namen in Sardes, die ihre
Kleider nicht besudelt haben; und sie werden mit mir
einhergehen in weissen Kleidern, denn sie sind es wert"
"Einige Namen" gesagt, dass der Herr jeden per-
sönlich mit Namen kennt. Inmitten des allgemeinen
Verfalls und ja Unwachsamkeit haben sie in ihren
Verbindungen Reinheit bewahrt, d.h. wirkliche Ab-
sonderung in Herz und Wandel von der Welt. Sie
werden in Weiss mit Ihm wandeln, denn sie sind es
wert.  Wie gesegnet ist es, schon jetzt Christo gemäss
zu wandeln, so dass mit ihm in Weiss zu wandeln, nur
die Fortsetzung eines solchen des Wandels an einem
Schauplatz unbefleckte Reinheit ist!
     Der Lohn des Überwinders in Sardes ist ein
dreifacher. Die "weissen Kleider" sind eine angemes-
sene Anerkennung der Art seines Wandels hienieden.
Da ihm Unweltförmigkeit und die sittlichen Züge
Christi kennzeichneten, widerfuhr im Schmach hie-
nieden, denn sein Wandel und Benehmen verurteilte
die leblosen und unwachsamen Bekenner um ihn her
und erregte daher deren Feindschaft; doch sein Lohn
ist "mit weissen Kleidern bekleidet zu werden. Der
"weisse Stein" von Kapitel 2.17  ist keine öffentliche,
sondern eine persönliche Anerkennung,  die weissen
Kleider dagegen eine öffentliche in ihnen bringt der
Herr die Anerkennung solcher  zum Ausdruck, die ihre
Kleider nicht befleckt haben".

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        Dann heisst es: ich werde seinen Namen nicht
auslöschen aus dem Buch des Lebens. Das Buch
des Lebens ist ein altes Buch, denn ihm waren
Namen geschrieben "von Gründung der Welt an"
(Offenbarung 13, 8; 17,8 es steht ganz klar mit Gottes
Vorsatz und Ratschluss in Verbindung. Doch die
Durchführung eines Vorsatzes wurde nur durch geeig-
nete sittliche Zustände ermöglicht und im Blick hierauf
verband man von alters her von Gedanken der Aus-
bildung mit Gottes Buch. Moses sprach in einem
denkwürdigen  Augenblick:  "Und nun wenn du ihre
Sünden vergeben wolltest… wenn aber nicht, so
lösche mich doch aus deinem Buche das du geschrieben
hast. Und Jehova sprach zu Mose: Wer gegen mich
gesündigt hat, den werde ich aus meinem Buchd aus-
löschen. (2. Mose 32.32 + 33)   Und den Psalm 69.28
heisst es:  Lasse sie ausgelöscht werden aus dem Buch
des Lebens und nicht eingeschrieben mit den Gerech-
ten. Es ist die Urkunde über die, die zum Leben
eingeschrieben sind: (Jes 4.3), aber es besteht die
erste Möglichkeit, dass das jetzt eingetragenen Namen
wiederausgelöscht werden können. Wenn es sich
aber ist das kein Leben einem Menschen ist, so
kann sein Name aus der Liste gestrichen werden. Ja
gerade der Umstand dass es das Buch des Lebens
ist deutet darauf hin dass denen, deren  Name es
enthält,  Leben eigen sein muss.  Wenn es sich zeigt .
dass einige kein Leben kennzeichnet, so können deren
Namen ausgelöscht werden, da sie kein Recht haben
in der Liste zu bleiben.
      Schliesslich heisst es: "ich… werde seinen Namen
bekennen vor meinem Vater und von seinen Engeln"

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Es ist zu beachten, dass hier nicht steht, dass der Herr
seinen Namen vor der Welt erkennen will, die viel-
leicht nicht viel von ihm kannte, sondern von Seinem
Vater, der alles verborgene gesehen hat (Matth 6
6)  und vor den Engeln seines Vaters, die alle seine
Wege beobachtete hatten, und die sogar auf solche Ein-
zelheiten achteten, ob ein Weib soweit in der Wahr-
heit über das Haupt stand, dass sie ihr Haupt, wenn sie
betete, bedeckte . (1. Kor 11.10) Wie reffend redet
das von der geistlichen Lebenskraft und der inneren
Lauterkeit, die den Überwinder kennzeichnen!
         Möchte keiner von uns die ernsten Mahnungen
die in den Worten des Herrn an Sardes enthalten
sind, achtlos an sich vorüber gehen lassen und die
Kennzeichen des dortigen Überwinders entbehren!

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Philadelphia
Vers 7-13
    kein Teil der Heiligen Schrift könnte allen, die
den Herrn Jesus Christum lieben und sein Werk
in der gegenwärtigen Zeit auf dem Herzen tragen,
ermutigender und anregender sein als das Schreiben
an den Engel der Versammlung in Philadelphia. Es
zeigt uns, dass der Herr am Schluss der Geschichte der
Kirche auf Erden etwas ganz und gar von der Ver-
derbtheit des Papsttums und den leblosen Formen-
wesen des Protestantismus Verschiedenes vor Sich zu
haben beabsichtigt, etwas, dassie in auffallendem Gegen-
satz zu dem lauwarmen und anmassend denn Zustande
Laodicäas steht.
      In Thyatira haben wir einen Überrest, in Sardes
einige Treue, und sogar in Laodicäa war die Möglich

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keit vorhanden, dass einige des Herrn Stimme hörten
 und ihm die Tür auftaten. In Sardes sahen wir
die Anzeichen einer Neubelebung, diese steht im Zu-
sammenhang mit der Bewegung, die wir unter dem
Namen Reformation kennen. Philadelphia jedoch
redete von einer weiteren Neubelebung, in der nicht
nur grosse Missbräuche abgeschafft worden, sondern bei
der man zu den ursprünglichen geistlichen Wesenszügen
der Versammlung zurückkehrte; denn das Wort Christi
zu bewahren und seinen Namen nicht zu verleugnen,
Seine Liebe zu kennen und das Wort seines Aus-
harrens zu bewahren, heisst wirklich, die geistlichen
Wesenszüge besitzen, die die Versammlung am Anfang
kennzeichneten. Und diese Wesenszüge sehen wir hier
aufrechterhalten in der "Bruderliebe" --- dem das
bedeutet der Name Philadelphia und der Herr
erkennt sie an.
     Dass in den letzten 100 Jahren bedeutende
geistliche Bewegungen stattfanden wird niemand in
Abrede stellen, dessen Augen und Ohren dem offen
standen, was der Geist redete und der Herr tat. Diese
Bewegung hatten die Erzeugung solcher Zustände
zum Ziele, wie wir sie in Philadelphia sehen. Ich
masse mir nicht an zu sagen, wie weit dieses Ziel er-
reicht ist, und in wie viele Heiligen --- wahrscheinlich
bis jetzt allenthalben nur teilweise; --- doch ich zweifle
nicht daran, dass der Herr in Tausenden von Herzen
in dieser Richtung wirkt. Wenn das im gegenwärtigen
Augenblick Sein Tun besonders kennzeichnet, so sollte
jedes Herz, dass ihn liebt, dies ernstlich beachten und
es sich angelegen sein lassen. Keiner von uns möchte
sicherlich auch nur eines der besonderen Vorrechte der

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grossen geistlichen Wiederbelebung missen, auf die
Philadelphia hinweist! Wir haben oft von Evange-
liumsbewegungen gehört, doch was uns in Philadel-
phia entgegentritt ist- die Frucht dessen, was man eine
Kirchenbewegung nennen könnte. Wenn wir nun die
Wesenszüge dieser Versammlungs- oder Kirchenbe-
wegung betrachten, die sich hier unseren Blicken da-
bieten, so erkennen wir, inwieweit --- oder vielleicht
auch wenig! ----diese Wiederbelebung unsere
Herzen in göttlicher Kraft erreicht hat.
        Wir haben schon gesehen, wie wichtig es ist zu
beachten, in welcher Eigenschaft sich der Herr Jesus
jeder Versammlung darstellt, denn wenn wir das geist-
liche erfassen, so befähigt es uns, ein Überwinder zu
sein. Philadelphia stellt Er sich aus "der Heilige",
der Wahrhaftige dar, "der den Schlüssel des David"
hat. Darin sehen wir, was er persönlich ist, und was
Er für die Versammlung tut. Christum als den Hei-
ligen und Wahrhaftigen vor uns zu haben, macht uns
von jeder Verderbnis und allen Formenwesen frei.
Dann ist man mit einer Person beschäftigt die einer
ganz anderen Ordnung angehört als der Mensch, der
solches zulässt -- mit Einem, der jede Spur von Be-
fflecken gänzlich fernsteht, nämlich dem Heiligen Gottes.
      Er kannte keine Sünde, und doch wurde er für uns
zur Sünde gemacht auf dass Gott in Seiner Heilig-
keit verherrlicht würde; und auferstanden und aufge-
fahren ist ER nun "der Heilige"--- kein sittlicher
Makel kann je an ihm gefunden werden. Er war
persönlich immer ohne Flecken, aber als "der Heilige"
hat ER Sich der Frage des sündigen Zustandes des
Menschen nach Adam angenommen und diesen Zustand

Seite 68

durch Sein Opfern in Seinem Tode beseitigt. Als ER
den Platz des befleckten und sündigen Menschen vor
Gott an unserer Stadt einnahmen, wurde er verlassen,
weil Gott heilig war, und in seinem Tode fand die
Geschichte jenes Menschen vor Gott ein Ende. Alles,
was den Menschen im Fleische einen Platz gibt, sogar
in seiner besten und anziehensten Gestalt, ist der gött-
lichen Heiligkeit zuwider. Die Frömmigkeitkeit des
Fleisches gilt oft für Heiligkeit, doch es ist etwas ganz
anderes, in Christus Jesus, dem auferstandenen und
himmlischen Menschen, zu sein, und wenn Er uns zur
Heiligkeit geworden ist. (1. Kor 1.30) Jedes wahre
Verlangen unter Christen nach Heiligkeit oder ver-
mehrter Ergebenheit ist eine Übung, die der Geist
Gottes hervorgebracht hat, aber die Bewegung, die
wir heutzutage in diese Richtung wahrnehmen, bleiben
oft weit hinter den Gedanken Gottes zurück. Man
kann heute sogenannte (Heiligkeit aus Glauben) haben
und doch mit vielem gehen, was der Wahrheit ent-
gegen ist und in Wirklichkeit den Menschen im Fleische
einen Platz gibt. Doch Gott will, dass wir jenen
Menschen im Tode Christi verurteilt und dem Gericht
hinweg getan sehen, und dass ein auferstandener und
verherrlicht Mensch "der Heilige" ist, und dass wir
in IHM sind und Seinen Geist haben, um so in den
sittlichen Wesenszügen einen neuen und himmlischen
Menschen Ordnung hienieden zum Vorschein zu kom-
men. Das lässt uns gänzlich von uns selbst und befreit
uns davon, uns selbst zum Mittelpunkt zu machen, und
verbindet uns in Herz und sind mit Christo im
Himmel. Dann fangen wir an zu verstehen, dass die
Heiligen "ein Leib in Christo sind, um Christum hie

Seite  69

nieden zum Ausdruck zu bringen, (Röm 12.5)  Wie
könnten wir im Lichte dieser Tatsache mit irgendeiner
religiösen Ordnung oder Einrichtungen, die an dem
Menschen im Fleisch an einem Platz gibt, vorangehen?
Wenn wir unsre Wesensart von Christo empfangen?
und in Ihm, also Ihnen in der göttlichen Natur, gebildet
werden, so gelangen wir zur Heiligkeit durch
Liebe. Und wenn die Heiligen das erfassen und in
Bruderliebe betätigen, so sind vor den Augen des
Herrn das da, was die ursprünglichen Züge der Ver-
sammlung trägt; dann ist etwas vorhanden, was die
wahre Eigenart die Versammlung besitzt.
     Weiter ist Christus auch "der Wahrhaftige".
Die Versammlungen haben sich als unwahrhaftig
erwiesen, sie haben die Ihnen als goldene Leuchter zu-
kommende Eigenschaft, hienieden im Zeugnis zu
scheinen, nicht gewartet; sie sind nicht einmal in dem
wahrhaftig gewesen war sie zu seinen bekannten. Doch
Christus ist in der Wahrhaftige. In welcher Eigenschaft,
welchem Amte oder Dienste ER  auch dastand, was ER
auch war, da oder sagte, sei es vor Gott oder den
Menschen, das ist Er  auch in des Wortes vollster und
wahrer  Bedeutung. Er ist das wahre Licht, das wahre
Brot, der wahre Weinstock, der wahre Gott (1. Joh
5. 25) und der wahre  Zeuge.  (Offb.  3.14) ER ist die
völliege Verkörperung, der völlige Ausdruck jeder Seg-
nung, sei es als Offenbarung oder darin, dass Er  dieser
Offenbarung als Mensch entsprach. In welcher
Eigenschaft wir auch an Ihn denken -- und auf wie
zahllose Art  kann sich die Liebe, Weisheit, Gnade und
Macht die im eigen sind kundtun! ----, Er ist der
völlige Ausdruck dieser Eigenschaft

Seite 70

    Alle Segensgedanken Gottes treten uns in IHM
entgegen; wir brauchen durchaus nichts ausserhalb von
Christo zu suchen.  Er ist uns Weisheit von Gott
geworden und Gerechtigkeit und Heiligkeit und Erlö-
sung (1. Kor 1.30) Alles ist in Ihm ohne Makel
und Abnahme zu sehen; Er ist "der Wahrhaftige".
Und nach seinem Tode und seiner Verherrlichung
haben wir Seinen Geist, so dass wir bewusst das, was
in Ihm wahr (oder wahrhaftig) ist, kennen und
geniessen können, um hienieden in sittlicher Überein-
stimmung mit Ihm zu sein, und damit uns dies in den
Beziehungen kennzeichne, in denen wir als solche, die
die Brüder lieben, stehen.
    "Der den Schlüssel des David hat der da
öffnet, und niemand wird schliessen, und schliesst und
niemand wird öffnen".   Dies ist offenbar eine An-
spielung auf Jesaja 22.22 wo unter Bilde Scheb-
nas und Eliakim Gottes äusserste Verwerfung des
Menschen nach dem Fleische dargestellt wird, sowie
auch Sein Tun alles Herrliche mit Christo zu ver-
binden. Was Schebna anlangt so bestand dessen
ganzen Tätigkeit im Haus darin, daselbst ein Grab zu
haben  --- ein Zeichen davon, dass er unter dem Tode
war. Gott liess ihm sagen; Siehe Jehova wird dich
weithin wegschleudern mit Manneswurf und dich
gänzlich bedecken. Dich fest zusammenrollend wird er
dich wie einen Ball wegschleudern in ein geräumiges
Land.  Dort sollst du sterben, und dort hin sollen deine
Prachtwagen kommen, du Schande des Hauses deines
Herrn! (Jes 22.17+18) Es könnte kein treffen-
deres Bild gänzlicher Verwerfungen geben.  Doch dann
haben wir einen, den Jehova Seinen Knecht nennt

Seite 71

(Vers 20), auf dessen Schulter der Schlüssel des Hauses
David ruht und der öffnet und schliesst, so dass nie-
mand sein Tun rückgängig machen kann. Er ist
seines Vaters Hause zum Throne der Ehre und
trägt  "die gesamte Herrlichkeit" und die "Gefässe"
jenes Hauses.  Doch sogar Er muss dem Fleische nach
abgehauen werden, wie es in Vers 25 angedeutet
wird, damit Er dann alles dauern als der Aufer-
standene und Himmlische besitze.
      Zu den Philadelphia sprach Er:  "siehe, ich habe eine
geöffnete Tür vor dir gegeben, die niemand zu
schliessen vermag; denn du hast eine kleine Kraft und
hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht
verleugnet. Die "Werke" Philadelphias tragen ein
sehr kostbares Kennzeichen: Sie stehen alle unmittelbar
in Beziehung zu Christo. Sie bestehen darin, dass sie
sein Wort und das Wort seines Ausharren (V.10)
bewahrt seinen Namen nicht verleugnet haben.
Dass sie alles dieses bewahrt hatten, war ein Zeichen
von Kraft.  Es war keine Kraft, die in der Welt von
sich reden macht, der Herr nennt sie eine kleine Kraft;
doch es ist eine Kraft die ihm hingebender Liebe zu dem
ausgeübt wird, was unendlich erhaben und kostbar ist,
d.h. zu dem, was das ganze Versammlungszeugnis
ausmacht.
      Sein Wort ist der Ausdruck dessen, was Er ist,
und darin ist der Vater geoffenbart.  Er kam in die
Welt, Gott kundzutun zu tun, und kein anderer als der einge-
borene Sohn im Schosse des Vaters vermochte das.
Sein "Name" deutet darauf hin, dass ER persönlich
abwesend ist; Er ist nicht mehr hier, sondern ist ein
verherrlicht der Mensch im Himmel. Jene Personen hin-

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gebend zu lieben, sowie auch die Offenbarung Gottes
in IHM und all die kostbaren und heiligen Wesenszüge
jenes holdseligen Menschen umfasst alles --- d.h.
in Wirklichkeit Den  zu erkennen, der von Anfang ist,
und darüber hinaus gibt es nichts: Das ist die Freude
der "Vater" in der Familie Gottes. (1. Joh 2.13
und 14) obgleich Er nicht mehr persönlich in hienieden
ist, so ist er doch in der Bekenntnisse Seines Na-
mens durch die einander lieben.   Die Probe
auf alles in Wort, Tat oder Geist ist: Kommt Christus
darin zum Ausdruck? Ist die Liebe, die uns als Brüder
miteinander verbindet, die nämliche Liebe, zu der Er
am Anfang die Anregung gab?  Ein neues Gebot
gebe ich euch: dass ihr einander liebet, auf dass, gleich-
wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebet."
(Joh 13.34)   Alles, was dem entgegen ist, ist eine
Verleugnung seines Namens. Unsere Selbstsucht,
unsre sektiererische Engherzigkeit verleugnen jenen Na-
men, sie ist kein Bekenntnis des Abwesenden und kein
Einstehen für Ihn im Zeugnis hienieden, sie ist der
Heiligen unwürdig. Wir sollten miteinander in der
Bruderliebe wandeln und seinen Namen bekennen,
und so diesen Namen doch die heilige Lieben, in der
wir miteinander wandeln, kundwerden lassen. Darin
besteht die wahre Wesensart der Versammlung und
das Versammlungszeugnis.
    Dann konnte Er sagen: "Weil du das Wort
meines Ausharrens bewahrt hast".  In diesem Worte
liegt die ganze Geschichte seiner Verwerfung durch
die Welt. Seine Rechte sind ihm hienieden alle ab-
gesprochen werden. Und nun sitzt Er zur Rechten Gottes,
bis seine Feinde zum Schemel  Seiner Füssen gemacht

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 werden.  ER  wartet mit Ausharren, um Seine Rechte
und Herrlichkeit an einem anderen Tage zu bekommen
und Seine Heiligen in Philadelphia sind dadurch
gekennzeichnet, dass sie das Zeugnis Seines Aus-
hangs bewahren. Sie wolle nicht als Könige da
herrschen wo Er verachtet und verworfen ist. Sie 
übererlassen die Politik der Welt, denen, die der Welt
angehören und warten auf Den der den ganzen gegen-
wärtigen politischen Weltaufbau durch seine Macht
und auch die Aufrichtung Seines Reiches zu seiner Zeit
hinwegtun wird.   Sie erkennen die bestehenden obrig-
keitlichen Gewalten an als von Gott verordnet an und
unterwerfen sich ihnen, aber Sie können keinen Teil an
der Herrschaft nehmen, wo Christus verworfen ist, noch
zur Förderung dessen beitragen, was sich auf dem Ge-
danken aufbaut, dass das Christentum einen ange-
sehenen Platz in der Welt hat; als Mitgenosse der
Verwerfung Christi erwarten Sie hier, an einem
Platz der Schmach zu sein, und werden der kommenden
Stunde der Versuchung entrinnen.    Die Welt hofft,
dass es besser werden, Staatsmänner mühen sich ja ab,
eine Besserung der Lage herbeizuführen; doch die
Heiligen wissen, dass eine Stunde nie da gewesener
Versuchen und Drangsal "über den ganzen Erd-
kreis kommen wird, um die zu versuchen die auf der
Erde wohnen". Der Herr hat sehr deutlich davon
gesprochen.   Die auf der Erde wohnen, werden durch
schreckliche Erfahrungen die Unbeständigkeit von  allem
hienieden zu lernen haben: Alles, worauf sie ihr
Vertrauen setzen, wird über den Haufen geworfen.
Die Ereignisse der letzten Jahre haben gezeigt, wie wenig
wir auf die Beständigkeit der Verhältnisse hienieden

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vertrauen können, Was wird nun erst in dem schnell
herannahenden Augenblicke geschehen, wenn die Stunde
der Versuchung wirklich kommt und die Macht des
Bösen völlig zum Ausdruck gelangt? Die Versamm-
lung wird von "der Stunde der Versuchung" eigentlich
"aus der Stunde der Versuchung heraus" bewahrt
werden, denn sie wird von vor der grossen Drangsal ent-
rückt um dem Herrn in der Luft zu begegnen (1. Thess.
4.17)   Gegenwärtig aber werden die Heiligen, die
das Wort des Ausharrens Christi bewahren, in
Absonderung von dem Aufbau und der Unbeständig-
keit der politischen Welt bewahrt werden. Ihr Ver-
trauen inmitten von Kriegen Umstürzen und gehen auf-
geregtemn Trotz selbstsüchtiger und ehrgeiziger Men-
schen ist auf Gott; ihre Hoffnung im Blick auf die
Verhältnisse hienieden ist die Erscheinung Christi.
       "Siehe, ich habe eine geöffnete Tür von dir
gegeben, die niemand zuschliessen vermag. Solche,
die das Kennzeichen Philadelphia tragen, werden in
ihrem Dienst oder Zeugnis nicht aufgehalten werden,
 obschon sie weder menschlichen Einfluss ausüben,
noch menschliche Unterstützung haben und auch keine mensch-
liche Körperschafft bilden, um sich einen Erfolg zu
sichern.  Auf die Synagoge Satans wird hier ganz
offenbar als auf den grossen Widersacher dieser Ver-
sammlung hingewiesen, wie es auch bei der Versamm-
lung zu Smyrna geschehen war. Sie besteht aus
denen, die in irdisch religiöser Hinsicht grosse Ansprüche
geltend machen, und, und eine obrigkeitliche Gewalt auf
altes Herkommen gründen, die sie durch Verfügungen
über äussere Form ausüben. Der Herr sagt, sie
lügen. Die Schärfe seiner Worte sollte wohlerwogen

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werden; eine nähere Auslegung derselben ist über-
flüssig. Alle diese werden dahin gebracht werden, vor
den Füssen derer zu huldigen, die sie verachtet und
denen sie widerstanden haben, deren Pfad sie aber
kein Ziel zu setzen vermochten sie werden erkennen,
dass ich dich geliebt habe. Es ist das liebliche Teil
und die Freude der Versammlung, von Christo geliebt
zu sein. Er hat die Versammlung geliebt und sich
selbst für sie hingegeben.., auf dass er sie heiligte,
sie reinigend doch die Waschung mit Wasser durch
das Wort, auf dass er die Versammlung sich selbst
verherrlicht darstellt, nicht Flecken oder Runzel oder
etwas dergleichen habend, sondern dass sie heilig und
tadellos sei. (Eph. 5. 25-27.)
       "Ich komme bald".   (V.11) Viele fragen da:
Wie kann das "bald" sein, wenn nahezu 2000 Jahre
verstrichen sind, ohne dass Er gekommen ist? Solche
verstehen die Sprache der Liebe nicht. Für Ihn war
es "bald" --- Seine Liebe hatte das immer vor sich;
und Er wollte, dass Sein Kommen auch den Herzen
der Heilige nahe vorkomme. [1. Mose 29. 20] Er
wollte nicht haben, dass wir, wie die vor alters, lange
Zeitabschnitte prophetischer Tage oder gar Jahre bis
zu  Sseiner Wiederkunft zählten,  sondern dass sie
unsere Herzen immer als nachher bevorstehen erschien.
       Die "Krone" macht die Auszeichnung und Herr-
lichkeit derer aus, die Christum und Seine Gedanken
über die Versammlung innig lieben. Es ist ein unauf-
hörliches Bemühen vorhanden, sie zu nehmen, und
deshalb ist es nötig, festzuhalten. Religiöse Schriften
üben oft eine sehr heimtückische und verführerische
Wirkung aus, und viel erleiden dadurch mehr Ver-

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lust als sie sich beim Lesen derselben bewusst werden.
Atme die Lebensluft der Schrift, und nähre dich von
geistlichem Dienste. Ich erinnere mich, dass ich, als
ich neubekehrt war, zu dem Entschlusse kam, das
Beste was ich erhalten konnte zu
lesen und ich empfehle das jungen Gläubigen als
einen guten Grundsatz
      Sogar in Philadelphia gibt es einen ÜberWinder.
Welche Eigenart eine Versammlung auch kennzeichne
Überwinden ist immer persönlich,  das erfordert die
persönliche Tatkraft geistlicher Zuneigungen.  Es
würde ein grosses Vorrecht sein, mit Heiligen zu
wandeln, die in Wahrheit die Wesensart Philadel-
phia besässen, aber dann sollten wir beachten, dass
jeder, der diese Wesensart hat, persönlich ein Über-
winder ist. Wie geistlich die, mit denen ich wandle,
auch sein mögen, ich kann nur die Anerkennung und
den Lohn des Herrn haben, wenn ich selbst eine Über-
winder bin. Es erfordert Einzelüberwinden, um die
kostbaren Dinge, von denen wir gesprochen haben,
gemeinsam in der Bruderliebe fest-
zuhalten ---  und das ist Philadelphia. Es
handelt ---   sich da um einen Zustand, der nur in
der Kraft geistlichen zu Neigungen, den Christus
alles ist, aufrecht zu erhalten werden kann, und in
dem die Versammlung und alles, was zu ihr in
Beziehung steht, geliebt wird, weil er den Gegen-
stand der Liebe Christi ist, und wo alles das in der
Bruderliebe aufrechterhalten wird. Für uns alle
d.h. für alle Heiligen, ist es eine Übung, wie weit wir
diese Wesensart besitzen. Zum mindesten sollten jedoch
unser Verlangen dahin gehen durch diese kostbare


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 Äusserungen unseres Herrn gebildet zu werden, und wir
 können beten, dass es uns immer mehr kennzeichne,
wenn wir mit unseren Brüdern in Wahrheit und Liebe
 zu wandeln suchen.
      Der Lohn des  Überwinders in dieser Versammlung
 ist sehr kostbar:  Wer überwindet, den werde ich zu
einer Säule  machen in dem Tempel meines Gottes,
und er wird nie mehr hinausgehen; und ich werde auf
ihn schreiben den Namen meines Gottes und den
Namen der Stadt meines Gottes des neuen Jeru-
salem, das aus dem Himmel hernieder von
meinem Gott, und meinem neuen Namen" Beachten
wir die viermalige Bezugnahme auf Seinen Gott.
Der gesalbte und verherrlichte  Mensch ist es, der da
redet von dem geschrieben steht: "des Christus Haupt
aber Gott  ( 1. Kor 11.3 )  Seine Freude wird es
sein, denn Überwinder, ähnlich den Säulen Jakin und
Boas im Tempel Salomos (1. Kor 7.21; 2. Chron.
3. 17), zu einem bedeutenden und bleiben Schmucke
in dem  himmlischen Heiligtum zu machen, wo heilige
Einsicht in die Gedanken Gottes ist und alles von
Herrlichkeit redet. (Psalm 29.9) Dies ist es, was  der
Überwinder in sittlicher Hinsicht gegenwärtig ist;  er
hat seine Stärke   [Boas] darin gefunden, dass Gott
ihn in Christo befestigt und ihn gesalbt hat, und so kenn-
zeichnen in geistliche Einsicht und Festigkeit
[Jakin]l. Er steht fast in jedem heiligen Tempel, wo
alles kund wird, was das Wort Geheimnis umfasst,
das der Apostel Paulus in seinem Dienste in so man-
nigfachen Beziehungen gebraucht und ihm eigentlich
ist.  Er wird seinen dauernden Platz in jenem Hei-
ligtum haben  war strahlende Scharen immer und ewig

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teil an dem enthüllten Geheimnis haben. 
         "Und ich werde auf ihn schreiben". Wir sind
gewohnt an Christum als in Apostel ---den grossen
Redenden   -- zu denken, doch Er ist auch der grosse
Schreiber.  Die Heiligen sind jetzt schon der Brief
Christi, und Er schreibt auf die fleischernen Tafeln
ihres Herzens dem Grundsatz nach, was Er auf den
Überwinder schreibt.  "Den Namen meines Gottes",
und wir können mit Ehrerbietung sagen, dass dies so,
wie Christus, sein geliebter Sohn, Ihn kennt, durch
die kundige Hand jenes Hochgelobten in die Herzen
der Heiligen geschrieben wird. Was Christus redet
ist die Offenbarung, die den Menschen gebracht wird,
doch was Er schreibt, ist das, was diese den Menschen
gegebene Offenbarung in den menschlichen Herzen u
nter der erfolgreichen Tätigkeit seiner Hand her-
vorbringt.   Es wird geschrieben, damit es von allen
Menschen "gekannt und gelesen" werde (2. Kor 3.2)
und damit die Heiligen mit der wahren Erkenntnis
Gottes in ihrem Herzen vor den Menschen dastehen,
denn in das Herz ist sie ihnen von Christo geschrieben
worden, und auf diese Weise werden Sie die Tafeln
des Zeugnisses hienieden.     Den Namen Seines
Gottes wird Christus auf den Überwinder in seinem
verherrlichten Zustande schreiben. Er wird öffentlich
in dem Überwinder jene Eindrücke von seinem Gott
entfalten, die ER, als der grosse Schreiber, so gern
den Herzen Seiner Heiligen auf eine lebendige und
unauslöschliche Weise aufdrückt
     "Und den Namen der Stadt meines Gottes, des
neuen Jerusalems, das aus den Himmeln hernieder 

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kommt von meinem Gott.   Der in der Weise, wie
der Sohn Ihn kennt, geoffenbarte Gott muss gleichsam
die erste Zeile des göttlichen Schreibens ausmachen,
sie hat den ersten Platz und ist grundlegender Natur;
doch die zweite Zeile, wo ich so sagen darf, betrifft
die Versammlung. Wie gern schreibt Christus jetzt in
die Herzen seiner Heiligen, was die Versammlung
als die Stadt seines Gottes sein wird, als das neue
und heilige und himmlische Gefäss, worin die Herr-
lichkeit seines Gottes entfaltet werden wird!  Jene
Stadt wird das reine und durchsichtige Heiligung
göttlicher Herrlichkeit in der zukünftigen Welt und in
alle Ewigkeit sein. Christo wird auf den Überwinder
ihren Namen schreiben; der Ruhm und die Herrlich-
keit der Stadt Gottes wird in einer besonderen und
einzigartigen Weise auf ihn zu lesen sein. Es ist eine
wunderbare Stunde schon jetzt durch die Hand Christi
einen Eindruck davon zu bekommen was die Ver-
sammlung in ihrer göttlichen und himmlischen Würde
und Herrlichkeit ist. Und denken wir nicht, dass es
Christo eine besondere Befriedigung bereitet, heute
Überwiegend zu finden, auf deren Herzen Er schreiben
kann, was die Versammlung als die Stadt Seines
Gottes ist?  Wo so viele, sogar wahre Gläubigen,
überhaupt kaum an die Versammlung denken, und so
viele in der Christenheit den Begriff der Kirche mit
einem grossen verderblichen Bekenntnis verbinden, dass
in Gottes Augen Babylon ist: welch eine Freude
muss es da für Christum sein, das zu schreiben, was die
Versammlung ihrer wahren Wesensart und Herrlich
keit nach als die Stadt Seines Gottes ist! Und welch
eine Ehre ist es für den Überwindung, dass Christus

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dieses auf jeden schreibt! Die Pracht alles dessen, was
Gott ist, strahlt in der Versammlung der Vorsätze Seiner
Liebe in jeder Stadt hervor, auf die Abraham
wartete, und in der jedes geistliche Verlangen, das
durch Gottes Wirksamkeit in den Geistern der
Gerechten aller Zeitalter der Vergangenheit hervor
gebracht wurde, gestillt werden wird. Sie werden
alles das, wonach sie verlangten, in jeder Stadt finden,
und obschon die keinen Teil von ihr bilden, werden
sie ihre Glückseligkeit in Verbindung mit ihr finden,
"da Gott für uns etwas Besseres vorgesehen hat, auf
dass sie nicht ohne uns vollkommen gemacht werden".
(Hebr.11.40) 
     Diese Stadt wird aus dem Himmel hernieder-
kommen, die Herrlichkeit Gottes habend, um das
Bindeglied zwischen Himmel und Erde in der
zukünftigen Welt zu sein, wie aus Offenbarung 21
hervorgeht; und was sie in der Entfaltung der Herr-
lichkeit sein wird, ist das, was in sittlicher Hinsicht
jetzt ist. Für den Glauben, das Herz und die geist-
liche Einsicht der Heiligen ist das nichts lediglich
Zukünftiges, denn es heisst, "ihr seid gekommen
.... zur Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen
Jerusalem. (Hebräer 12.22) Wenn das bei uns der
Fall ist so haben wir für immer der verderbten Stadt
den Rücken zurückgekehrt die hienieden von sich reden
macht der Stadt, die durch die Herrlichkeit des Men-
schen gekennzeichnet wird nämlich Babylon.
      Und meinem neuen Namen. Christus hat einen
Namen gnadenreicher Macht in Beziehung zu dem
was alt ist; zum Beispiel: "du sollst seinen Namen Jesus
heissen; denn er wird sein Volk erretten von ihren

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 Sünden" (Mat 1.21) «diesen hat Gott durch seine
 Rechte zum Führer und Heiland erhöht, und Israel
Busse und Vergebung der Sünden zu geben». (Ap. 5
31.)  Er kann all der Not des gefallen und sündigen
Menschen in göttlicher Weise abhelfen; und es ist
Seine Herrlichkeit, das zu tun; aber das ist es nicht,
was auf den Überwinder geschrieben wird, sondern
Sein neuer Name, d.h. die Herrlichkeit, die Ihm
in Verbindung mit dem, was neu ist, angehört!
Dieses Buch redet vom "neuen Jerusalem", von
"einem neuen Himmel und einer neuen Erde" und von
dem, dass alles neu gemacht wird. Sünde und Tod
kamen in diese Welt und machten alles alt, doch Jesus
hat einen neuen Namen in Verbindung mit dem, was
gänzlich und ewig neu ist. Schon haben wir eine
Schar Brüder nach seiner eignen Ordnung und viele
Söhne für Gott, und Er wird der Mittelpunkt und die
Sonne eines Weltalls des Segens sein, wo nie eine
Spur des Bösen hingelangen kann. Es ist ja Seine
besondere Herrlichkeit der Vollführer all der ewigen
Vorsätze der Liebe des Vaters zu sein. Und wenn
jede Spur dessen, was durch das Eindringen der
Sünde alt geworden, hinweg getan ist, so wird das
Neue, das seinen Ursprung dem Vorsatze Gottes vor
Grundlegung der Welt verdankt, bleiben. Und alles,
was Christus in Beziehung zu dem ist, was ewiglich
sein wird, tritt uns Seinem neuen Namen ent-
gegen, und das wird auf den Überwinder geschrieben
werden, so dass es in ihm klar und deutlich gelesen
werden kann.
      Das Sendschreiben an den Engel der Versamm-
lung in Philadelphia zeigt, dass der Herr eine beson-
 
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 dere Neubelegung am Ende der Geschichte der Ver-
sammlung auf Erden vor Sich hat, Schon in Sardes
hatten wir eine gewisse Neubelebung doch in Phila-
delphia geht sie viel weiter, und sie verleiht denen, die
durch des Herrn Gnade "eine kleine Kraft" haben, die
kostbaren geistliche Züge wieder, die die Versamm-
lung am Anfang kennzeichneten. Wir haben da nicht
nur persönliche Treue, sondern weit mehr, näm-
lich eine Verbundensein miteinander in
der Bruderliebe. Und ich glaube, die Gnade
des Herrn ist im gegenwärtigen Augenblick wirksam,
dieses zustande zu bringen; es ist der grösste Trost, die
grösste Ermutigung daran zu denken.
      Alle Heiligen sollten es ernstlich erwägen, dass die
 Zeit gekommen ist, wo die Bewegungen, die daher Herr
hervorruft, und das Reden des Geistes darauf hin-
zielen, die Wesensart Philadelphia hervorzubringen.

Am Tage so grosser Schwachheit würde es den Heili-
gen übel anstehen, sich anzumassen, diese Wesensart
zu besitzen; wir täte besser daran, die Entscheidung
hierüber dem zu überlassen, der das sagt: "Ich kenne
deine Werke".   Doch wenn wir zugeben, dass es eine
solche Entwicklungsstufe in der Geschichte der Kirche
gibt, mit dir Philadelphia sie darstellt, die nach der von
Sardes eintritt und bis zur Entrückung nährt so
sollten es unsere ernstes Gebet und unser Herzensent
schluss sein dem zu entsprechen, was dieser Versamm-
lung gesagt wird.
    Wenn der Herr eine Bewegung hervorruft, dies
in Seiner Gnade zustande zu bringen, so können wir
gewiss sein, dass Er dies aus Liebe zu allen Seinen
Heiligen tut, und er möchte, dass alle das, was Er

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darin tut schätzen und diese Bewegung Folge leisten.
Aller  Heiligen sollten darauf achten dass sie nicht in
Sardes zurückbleiben , wenn der Herr sie nach Phila-
delphia führen will; denn wenn wir nicht in mit IHM
gehen so kann ich leicht gesehen, dass wir der letzten
schrecklichen Entwicklungsstufe anheimfallen, die uns
in Laodicäa entgegentritt  Dort finden wir Lauheit
und Anmassung, aber keinen Platz für Christum sie
sind nahe  daran, aus einem Munde ausgespieen zu
werden.

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Laodicäa
Vers 14-22
Christus ist in Philadelphia alles, aber er hat keine
Städte in lau die Laodicäa   Wie Er Sich Selbst darstellt,
ist Philadelphia eine Ermutigung und ein Ansporn,
Laodicäa dagegen ein Vorwurf. Philadelphia ist die
Frucht eines geistlichen Dienstes, die Folge davon,
dass Christus durch Selbstgericht und Übung einsich-
tiger Liebe gestaltet worden ist.   Dadurch kommen wir
zur Erkenntnis Christi in Seiner Beziehung zur
Versammlung zu allen Dingen, und der Ver-
sammlung in ihrer Beziehung zu Christoph. Doch
Laodicäa ist durch Gleichgültigkeit gegen Christum und
Selbstgenugsamkeit gekennzeichnet. Hier haben wir
den Endzustand der Geschichte der Kirche vor uns,
dessen Merkmale heute allenthalben wahrzunehmen
sind.  Es ist sonach sehr wichtig, Christum in dem
Lichte zu erfassen, wohin er sich dieser Versammlung
darstellt. Er ist das, was der Geist gegenwärtig dem
christlichen Bekenntnis in ganz besonderer Weise vor
Augen stellen möchte.

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    Er ist "der Amen" --- die Aufrechterhaltung und
Bestätigung jedes göttlichen Gedankens und Vor-
satzes. Er kann keine weitere Entwicklung, keinen
Fortschritt über Christum hinaus geben; Er ist Gottes
letztes Wort. Die ganze Fülle der Gottheit wohnt in
IHM leibhaftig, und die Heiligen sind vollkommen
gemacht in Ihm.  (Kol 2.9 +10) Wir müssen
beachten, dass der Kolosser Brief "auch in der Versamm-
lung der Laodicäer gelesen werden sollte, Kol 4.16)
Wenn dieser Brief damals in die Seelen der Hei-
ligen aufgenommen worden wäre, so würden sie vor
dem Zustand, in den Laodicäa fiel, bewahrt worden
sein und auch wir würden, wenn wir ihn beherzigen,
davor bewahrt werden.   Jeder verfärbte Einfluss
wird dadurch als solcher nachgewiesen und blossgestellt,
dass er "nicht nach Christo" ist. (Kol 2.8). Und in
dem neuen Menschen ist "Christus alles und Ihnen allen".
(Kol. 3.11) Jedes Abweichen ist in Wirklichkeit ein
Sichabwenden von Christo. Wenn wir einmal die
Grundsätze der Welt --- Gesetzlichkeit Philosophie
und so weiter -- zu lassen, so macht uns der Feind glauben,
dass wir noch weit mehr als Christum bekommen
haben; es ist dann eine bittere Erfahrung, zu lernen,
dass wir um wertloser Dinge wählen in Wahrheit
Christum aufgegeben haben. Dem "Amen"
etwas hinzuzufügen heisst Ihn tatsächlich verlieren.
      Wir stehen jetzt in der Zeit des Zeugnisses, und
alles was Gott bezeugt, ist in Christo verkörpert.
Ein auferstandener und verherrlichter Mensch ist "der
treue und wahrhaftige Zeuge". Die Tatsache, dass Er
im Himmel ist, bezeugt, dass er hienieden starb, und
Sein Tod zeugt vom gänzlichen Zusammenbruch des

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Menschen nach dem Fleische, und seiner Beiseite-
setzung im Gericht, doch die Tatsache, dass Er starb,
ist das vollkommene und gesegnetes Zeugnis der Liebe
Gottes.

Liebe, übers dunkle Tal des Todes
Gossest du so süssen Wohlgeruch! --
Der Erlösung Herrlichkeit erstrahlte,
wo geherrscht der Sünde Todesfluch!
      Zu Gottes Wonne befindet sich der Mensch nun
Seinem ewigen Vorsatz gemäss, in der Gegenwart
Gottes. Was Gott für den Menschen hat, und das
vole Mass Seiner Gnade Ihm gegenüber wird uns
in einem verherrlicht den Menschen im Himmel darge-
stellt. Er wird als frohe Botschaft gepredigt; Er ist
der Treue und wahrhaftige Zeuge über das, was in
dem Herzen und den Gedanken Gottes ist. Gott will
dass wir von dem gänzlichen Zusammenbruch und der
Verdammnis die in Adam ist, zu der Glückseligkeit
und Annahme hinübergehen, die in dem verherrlichten
Menschen ist!  Jedes wahre Zeugnis, sei es das des
Einzelnen oder das der Versammlung, bringt das
zum Ausdruck, was Er ist.  Die Kirche hätte treu und
wahrhaftig gewesen sein sollen als eine Fortsetzung
Christi im Zeugnis --- sie hat gänzlich versagt, aber
Christus bleibt treu, und der Dienst Christi bringt
Herzen zu Ihm, dem wahrhaftigen Zeugen Gottes,
zurück, dem Zeugen von alledem, was vor Gott Wert.
hat.  Das sollte im Zeugnis bewahrt werden, und
eine Versammlung, die das nicht tut, wird der gänz-
lichen Verwerfung nicht entrinnen und als etwas

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Ekelerregendes aus Sinem Munde ausgespien
werden.
      Er ist "der Anfang der Schöpfung Gottes". Der
ganze Gesichtskreis der Seele verändert sich, wenn sie
Christum als den Anfang der Schöpfung Gottes
erkennt. Christus ist nicht etwa erst nach dem Falle
des Menschen, also nachträglich, gleichsam als Heil-
mittel für den Fehlschlag eingeführt worden, sondern
ER ist der Ausgangspunkt für alles was Gott
jeher  getan hat oder auch tun wird. ER war der
Anfang der Schöpfung von 1 Mose 1 -- Der, dem
alles sein Dasein verdankte, und es trat ins Sein,
damit es  der  Schauplatz Seiner Herrlichkeit werde.
Was auch immer in Gottes Wegen aufkam ----die
Verheissung, das Opfer, die Auferstehung, die Ver-
waltung, das Reich in Israel oder als Geheimnis, die
Körperschaft der Erretteten der Gnadenzeit,-
die zukünftige Welt, zur Entfaltung gelangende
ewige Vorsätze ---, Christus war "Der Anfang" von
allem; und wir verstehen keines von alledem,  bis wir
das gesehen haben wenn er der Anfang der
Schöpfung Gottes" ist, so begreift, das in sich, dass
alles was folgt, von Ihm sein Gepränge  empfängt.
Und schliesslich wird alles aus der Schöpfung Gottes
verschwinden, was seine Wesensart nicht IHM ent-
nimmt.   Der Kolosser- Brief stellt Ihn in Beziehung
zum "Leib der Versammlung", als der "Anfang" dar,
als den Erstgeborene aus den Toten, d.h., als Den,
der in allen Dingen den Vorrang hat. (Kol 1.18.)
Wie angemessen ist diese Darstellung Christi einer
Versammlung wie Laodicäa gegenüber die IHM
keinen Platz gibt!
      Ein lauwarmer Zustand ist dem Herrn abscheulich

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in kennzeichnet weder die Kälte derer, die sich
überhaupt nicht zu ihm bekennen, noch die Wärme
der Herzen, die in wahrhaft lieben und die ein-
ander lieben mit Inbrunst aus reinem Herzen.
(1. Pet.1.22.) Es ist ein Zustand, der ein ruhm-
rediges Bekenntnis mit wirklicher Gleichgültigkeit
gegen Christen verbindet, und wohin sich rein gar
nichts, was göttlichen oder geistlichen Wert hat, vor-
findet. Lauheit ist ein besonderer Zug der Endzeit
der Kirchengeschichte, und das ist eine Gefahr, wo-
gegen wir immer wachen und beten müssen. Wir
sollten das erkennen und richten, was in uns laodicä-
ischem Ursprungs ist. Es ist möglich, Einsicht in die
Schrift zu haben und ein gut Teil äusserer Untadelig-
keit, ohne die Wärme geistlichen Verlangens und
geistlicher Zuneigung, die dem Herrn wohlgefällt.
Vielleicht ist niemand von uns so "warm", wies er es
sein  möchte, und wir täten gut daran, zu flehen, wie
wir es zu weilen tun:
   
Entzünd in uns Herr doch ein heilges Verlangen,
Wie in Deinem Volk  vor alters es war,
Sie  schmeckten  Deinen Lieben, ihr Herz stand in
Flammen,
Und harten auf Dich, Dich zu schaun immerdar

Weil du sagst: kommt: Ich bin reich und ich bin reich
geworden und bedarf nichts, und weisst nicht das du
der Elende der Jämmerliche und arm und blind
und bloss bist. Sie redet von sich, und nicht von
Christo -- ein sicheres Zeichen geistlichen Verfalls;
und sie erhebt Anspruch darauf, reich zu sein, Reich-
tum erworben zu haben, so dass sie sich selbst genug


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sein kann. Das ist ihr eigenes Urteil über ihren
Besitz und die Hilfsquellen, doch es ist ein ganz und
gar verkehrtes. Was die verstandesmässige Bildung
ihrer Diender anlangt oder ihre Fähigkeit, zu entschei-
den, welcher Teil der Schrift von Gott eingegeben
ist oder nicht, oder ob überhaupt nichts in ihr von
IHM herrhrt - in alledem mag sie reich sein!  Sie
mag auch reich sein, was die künstlerische Schönheit
ihrer Bauten anlangt, in denen sie ihre Gemeinden
versammeln, und in der Zugkraft ihrer Gottesdienste
und der Fähigkeit, den Menschen was zu bieten, was
ihrem natürlichen Geschmack entspricht und ihr den
Einfluss über sie sichert: was aber besitzt sie in geist-
licher Hinsicht? -- Gemessen mit jedem Massstabe
von geistlichem Werte, ist sie "der Elende und der
Jämmerliche und arm und blind und bloss".  So
lautet das Urteil des Herrn über diese Versammlung:
sie hat Christum nicht, Er ist draussen.
       Doch Er gibt ihr einen Rat und sagt: "Ich rate
Dir, Gold von mir  zu kaufen, geläutert im Feuer,  auf
dass du reich werdest" . Von Ihn zu kaufen, ist eine
persönliche Angelegenheit mit Christo. Was wahren
Wert hat, muss durch Übung erworben und bewahrt
werden, es kommt von Christo allein. Gold ... ge-
läutert im Feuer.," weist auf alles das hin was von
Gott in Christo ist und den Menschen dadurch zugäng-
lich gemacht wurde, dass die Sünde in de Leiden und
dem Tod Christi gerichtet worden ist. Das ist wahrer
Reichtum und eine gute Grundlage zum Rühmen.
(Siehe 1. Kor. 1.30 + 31) Paulus in Philipper 3 
ist z.B.: ein solcher der sein Herz darauf gerichtet
hatte, Gold…, geläutert im Feuer, zu kaufen. Er

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hatte sich von allem getrennt dem er einst vertraute.
und dessen er sich dem Fleisch nach rühmte und
begründet dies mit den Worten: "auf dass ich
Christum gewinne und in ihm erfunden werde, nicht
habend meine Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz, sondern
die durch den Glauben an Christus ist -- die Gerech-
tigkeit aus Gott durch den Glauben. (Phil 3.8+9)
    Weisse Kleider, auf dass du bekleidet werdest, und
die Schande deiner Blösse nicht offenbar werde, reden
von den sittlichen Wesenszügen Christi, mit denen die
Heiligen angetan sein sollen.   Die rumredigen An-
massungen des Fleisches sind in geistlicher Hinsicht
nur "Blösse" und "Schande". Wenn aber die Frucht
des Geistes Christi vorhanden ist, so werden Lust,
Hochmut und Selbstgenugsamkeit gerichtet, und Eigen-
schaften, wie Gehorsam, Sanftmut, Niedriggesinnt-
heit Freundlichkeit und Langmut, werden offenbar.
Das sind weisse Kleider, sie sind die südlichen Züge
des himmlischen Menschen, wie sie in den Umständen
der Heiligen auf Erden zum Vorschein kommen.
Kleider sind das, worin wir vor andern erscheinen,
sie sind die Frucht dessen, dass Christus in den
Heiligen ist.
    Ferner ist eine geistliche Auffassungsgabe von
grosse Notwendigkeit; deshalb rät der Herr Lao-
dicea, "Augensalbe" zu kaufen, "deine Augen zu
salben, auf dass du sehend mögest " Ananias wurde zu
Saulus gesandt, damit der "wieder sehen und mit
Heiligem Geist erfüllt" werden. (Ap. 9.17) Er sollte
hinfort alles auf eine ganz neue Weise sehen, sollte
es so sehen wie ist der Heilige Geist zieht.    In Lao-
dicäa rühmt man sich der Fähigkeit des menschlichen

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 Verstandes, man masste sich an etwas beurteilen zu
können, und rühmte sich dessen, aber den Heiligen Geist
liest man ganz ausser Acht; doch ohne den Geist gibt
es kein geistliches Verständnis. Johannes sagt den
Kindlein der Familie Gottes: "ihr habt dies Salbung
von dem Heiligen und wisset alles. Und ihr, die
Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in
euch, und ihr bedürftet nicht, dass euch jemand belehre,
sondern wie dieselbe Salbung euch über alles belehrt
und wahr ist und keine Lüge ist, und wie sie euch
belehrt hat, so werdet ihr in ihm bleiben.  (1. Joh.
2.20 + 29)
       Es ist sehr auffallend, dass der Herr zu einer
solchen Versammlung wie Laodicäa von Seiner Liebe
redet: "Ich überführe und züchtige, so viele ich liebe.
Sei nun eifrig und tue Busse! Er redet immer noch
als ein Liebender, aber es ist eine Liebe, die nichts
erfreuliches sieht: die Verhältnisse liegen so das ich
Seine Liebe nur in Zurechtweisen und Zucht kund-
tun kann. Er ist ein ähnlicher Weise über die Ver-
sammlung in letzten Zustande ihre Verfehlungen be-
sorgt, wie da Er über Jerusalem in dessen letzten
Tagen klagt. (Mat 23.37 + 38) Glückselig die
die sich Seinen Tadel und seine Zucht zu Herzen
nehmen! Inmitten des Rühmens und der Selbst-
genugsamkeit machen sich dann die Entdeckung, dass
alles das in Wahrheit Elend, Jämmerliche Armut
Blindheit und Nacktheit ist. Geistesschulung, moderne
Anschauung mit ihrem schamlosen  Unglauben, dass man
das Christentum auf eine Stufe mit den menschlichen
Ideen über Fortschritt und Weltverbesserung stellt-
alles das ist in der Tat jämmerliches und trostloses

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Zeug für ein Gewissen dass durch den Tadel  und die
Zucht göttlicher Liebe gelernt hat, dass sich der Mensch
nach dem Fleische in einem Zustand der äussersten sittlichen
Verfalls befindet --  oder auch für ein Herz, dass einen
noch so schwachen Eindruck von Christo als dem
"Amen" dem treuen und wahrhaftigen Zeugen, dem
"Anfang der Schöpfung Gottes" bekommen hat. Alles
das ist wertlos, weil es nicht Christus ist und IHN
ausschliesst. In Laodicäa ist die Tür nicht gegen die
Philosophie und den eitlen Betrug nach der Lehre
der Menschen geschlossen, sowie gegen die Elemente
der Welt (Kol 2.8) sondern gegen Christum: Er
ist draussen.
     Doch wie lieblich ist das für das Herz, das Christum
schätzen gelernt hat Ihn sagen zu hören: Siehe, ich
steh an der Tür und klopfe an; wenn jemand meine
Stimme hört und die Tür auftut, zu dem werde ich
eingehen und mit ihm zu Abend essen und er mit mir!
Eine Sache Stellung und Haltung nimmt der Herr
heute in einem Bekenntnis gegenüber ein, dass durch die
Prahlereien des Menschen im Fleische gekennzeichnet
ist.  Er bleibt Seiner Ihm eigenen Liebe treu, Er
überführt und züchtigt auf mancherlei Art; Er klopft
nicht nur ein- oder zweimal und zieht sich dann
zurück, sondern Er steht an der Tür und verharrt am
Klopfen, und wir das tun bis zu dem Augenblicke,
wo die hin Hinwegnahme der Heiligen Seine äusserste
Verwerfung Laodicäas in sich begreift.
     Indem wird die Gelegenheit geboten, das Klopfen
des Herrn und seine Stimme zu hören.   Wo geist-
liches Leben vorhanden ist, wird dementsprechend wer-
den, dann wird sie Seine Überführung und Zucht erkannt,

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und Seine Stimme gehört; und diese Weise also tut
sich hier das Werk Gottes in den Seelen. Wenn
jemand Ihn bei sich haben möchte und Ihm die Tür
auftut, dem sagt Er: "zu dem werde ich eingehen und
mit ihm zu Abend essen, und er mit mir." Der Herr
such dadurch jedes auf ihn hörende Herz von einer
Versammlung zu trennen, die ohne Ihn reich ist und
Seiner nicht bedarf. Der Herr ist mit seinem solchen
zu Abend; Er nimmt Anteil an all seinen Übungen
und lässt ihn erkennen, dass Er ihn durch und durch
kennt, und dass jedes geistliche Verlangen in seinem
Herzen, das Christum zum Gegenstand hat oder seine
Befriedigung in Christo gefunden hat, von Einem,
der ewig liebt, völlig und wahrhaftig geschätzt wird.
       Doch wir haben noch mehr als dieses, es heisst:
"und er mit mir! es bereite dem Herrn Freude,
ein solches Herz an allen den teilnehmen zu lassen,
was sein Begehren ist und was er liebt. Mit Ihm
zu Abend essen besagt soviel wie, in Seine Gedanken
und das was ihm am Herzen liegt, in der Innigkeit
und Vertrautheit einzugehen, wie sieht das Teil eines
Freundes ist. (Joh. 15.13 -15) Alles was er von
seinem Vater gehört, hatte Er den Jüngeren kundge
tan. Err liebt es, den Namen des Vaters denen kund-
zutun, die den Vater ihm aus der Welt gegeben hatte.
Sie waren die, die er seine Brüder nennen konnte.
und denen er die Botschaft sandte: ich fahre auf zu
meinem Vater und eurem Vater zu meinem Gott
und eurem Gott (Joh  20. 17.)  Mit IHM zu
Abend essen bedeutet sicherlich, mit dem Gemeinschaft
zu haben, was er der Versammlung gegenüber
empfindet, die er geliebt, und für dir sich Selbst

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hingegeben hatte. Der Einzelne also, der mit Christo
zu Abend isst, wird was seine Gedanken und Zunei-
gungen betrifft, nicht mehr als ein Einzelner empfinden,
sondern sein Herz erweitert sich, dem Umfang der
Beziehungen und Zuneigungen Christi gemäss.
     Johannes hat es sehr mit dem Einzelnen zu tun,
doch keiner betont wie er die Liebe zueinander, die
Bruderliebe und die Familienbande und zuneigung
der Kinder Gottes. Je mehr wir unser Vorrecht als
Einzelne geniessen, weil Christus Sich uns offenbar
gemacht und wir mit Ihm zu Abend essen, desto mehr
werden wir die geistlichen Bande schätzen, die uns
in heiliger Zuneigung mit den Brüdern verbinden.
Wir müssen als einzelne in das Licht dessen kommen,
was  das Teil der Heiligen in ihrer Gemeinsamkeit ist
nämlich das Haus und die Familie Gottes, der Leib
Christi und der Tempel zu sein. Noch ist die Ver-
sammlung hienieden, und trotz all der Schwachheit und
der Spaltungen, die gekommen sind, halt der Glaube
alles das fest, und so kann uns persönliche Treue und
der Genuss unserer Vorrechte als Einzelne nie zum
Alleinstehen oder zur Unabhängigkeit führen, sondern
vielmehr darin, dass wir jeder Beziehung, die wir, im
Einklang mit der Wahrheit von der Versammlung,
zu unseren Brüdern haben. gerecht werden und sie
immer mehr schätzen.
      Die Verheissung an den Überwinder in Laodicäa
ist die einzige, die auf dem eigenen Pfad  des Herrn
Bezug nimmt und sagt: wie auch ich überwunden
....habe". Er ist, als ob sich der Herr Selbst dem
Überwinder auf eine besondere Weise vor Augen
 halten möchte, Eines Seiner letzten Worte an die

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Seinen, bevor er ans Kreuz ging, war: «In der Welt
habt ihr Drangsal; aber sehr gutes Mutes, ich habe
die Welt überwunden». (Joh 16.33) in Seinem
Leben liess Er nie einen Grundsatz aufkommen, der in
der Welt wirksam war. Als der Fürst dieser Welt
kam, fand er nichts in jenem Hochgelobten; zwischen
Christo und der Welt gab es in südlicher Hinsicht
keinen Berührungspunkt.
    Als der Überwinder hatte ER Sich zu Seinem
Vater auf dessen Thron gesetzt. Er sitzt noch nicht
auf seinem eigenen Ton, Er wartet auf den Augen-
blick, wo seine Feinde zum Schemel Seiner Füsse
gemacht werden; doch inzwischen befindet Er Sich
bei Seinem Vater und auf einem Platz, der davon gezeugt,
Wie sehr Er ihm alles Überwinder schätzt. Und am
Tag in der Zukunft, wo er auf seinem eigenen Thron
 im Reiche sitzt, wird Er dem Überwindern geben,
daselbst mit Ihm zu sitzen. Die Welt die Jesus
überwand, war die jüdische Welt --- die Welt des
äusseren Bekenntnisses und der Selbstgerechtigkeit es
war die Welt der Unwahrhaftigkeit, in der jeder gött-
liche Zeuge verfolgt wurde. Es waren nahezu die
letzten Tage der Geschichte des jüdischen Volkes ehe
der Zorn völlig über sie kam (1.Thess 2.16) und
so lebt auch der Überwinter in Laodicäa in den
in den letzten Tagen des christlichen Bekenntnisses, er ist von
Lauheit, Ruhmredigkeit und Gleichgültigkeit gegen
Christum umgeben. Aber Christus ist Ihm "der
Amen, der treue und wahrhaftige Zeichen, der Anfang
der Schöpfung Gottes"; und ihm steht das kommende
Reich klar vor Augen; in diesem Reiche wird er mit
Christo auf Dessen Throne sitzen.

 


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